45 Nanometer misst der Erreger, an dem seit Mitte Dezember bis zu 87 Menschen in Brasilien gestorben sind: das Gelbfiebervirus, Auslöser einer durch Mücken übertragenen Krankheit, die in Brasilien bekannt und gefürchtet ist. Da Tausende nicht geimpft sind, bricht die lebensgefährliche Seuche alle paar Jahre wieder aus.

Welche Regionen derzeit betroffen sind, wie die brasilianischen Behörden den Ausbruch zu kontrollieren versuchen und für wen eine Impfung empfohlen ist – ein Überblick:

Fieber, Muskelschmerzen, Übelkeit

Wer sich mit Gelbfieber ansteckt, bemerkt drei bis sechs Tage nach der Infektion erste Symptome. Dazu gehören Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Übelkeit und Durchfall. Die meisten Erkrankten erholen sich. Bei etwa 15 Prozent aber verschwinden die Symptome nur für ein paar Stunden oder einen Tag, bevor die Infizierten lebensgefährlich krank werden (detaillierte Informationen liefert die US-Seuchenbehörde CDC hier).

Typisch für den zweiten Schub: Noch höheres Fieber und eine gelbliche Verfärbung von Haut und Augen, die darauf zurückgeht, dass die Leber bereits durch das im Körper vermehrende Virus angegriffen ist. Es kann zu einer schweren Leberentzündung kommen, an der 20 bis 50 Prozent aller Gelbfieber-Patienten sieben bis zehn Tage nach der Infektion sterben. Alle anderen, die den Infekt überstehen, sind ein Leben lang immun.

In den Tropen schlummert Gelbfieber

Verbreitet wird der Erreger von Mücken der Gattungen Haemagogus, Sabethes und Aedes. Letzte sind alte Bekannte: Die dunkel gefärbten Insekten mit ihren weiß gestreiften Beinen übertragen auch andere Tropenkrankheiten wie Dengue oder Zika.*

Gelbfieber tritt in einigen Gebieten Afrikas sowie Zentral- und Südamerikas gehäuft auf. Das Ansteckungsrisiko in Brasilien ist je nach Region sehr unterschiedlich. Der vom aktuellen Ausbruch betroffene Bundesstaat Minas Gerais ist einer von dreizehn, in denen das Virus komplett verbreitet ist. In sechs weiteren kommt es lokal vor. So gilt beispielsweise der Staat São Paulo grundsätzlich als Gelbfieber-Risikogebiet, nicht aber die gleichnamige Stadt.

Auch wenn Brasilien bei der Einreise aus Europa keinen Nachweis verlangt: Wer dort hinfliegt, sollte rechtzeitig geimpft sein und zwar ganz egal, ob er Backpacker oder Pauschalreisender ist.

Zehn Tage dauert es, bis der Körper nach der Impfung den Erreger abwehren kann. Früher wurde eine Auffrischung nach zehn Jahren empfohlen. Heute gilt, dass ein Piks reicht, um ein Leben lang geschützt zu sein, wie aus den jüngst überarbeiteten Internationalen Gesundheitsregeln der WHO hervorgeht.