Global betrachtet ist dies eine gute Nachricht der UN-Organisation Unaids. Doch sie sollte nicht dazu führen, dass Menschen – egal in welchem Land – das HIV-Risiko unterschätzen. Im Anti-Aids-Kampf habe sich die Zahl der Toten seit 2005 auf eine Million (von 1,9 Millionen) pro Jahr halbiert.

Dieser globale Rückgang liegt vor allem daran, dass mehr Menschen Zugang zu Medikamenten haben, die eine HIV-Infektion in Schach halten und den Ausbruch von Aids hinauszögern. Aufklärungs- und Präventionsprogramme sowie die erfolgreiche Behandlung anderer Krankheiten, die das Risiko, sich mit HIV zu infizieren, erhöhen, haben die Zahl der Neuinfektionen insbesondere in vorher stark betroffenen und wenig entwickelten Ländern sinken lassen. Die im globalen Vergleich seit jeher niedrige Rate an Neuinfektionen in Deutschland und Europa hat sich dagegen kaum verändert. Sie stagniert und steigt lokal sogar leicht. Es gibt also keinen Anlass, auf Safer Sex zu verzichten. Trotz Fortschritten in der Medikamentenentwicklung bleibt eine HIV-Infektion unheilbar.

Weltweit betrachtet ging die Zahl derer, die sich pro Jahr anstecken, um 1,8 Millionen zurück. Das sind etwa halb so viele wie auf dem Höchststand der Epidemie von 3,5 Millionen Neuinfektionen im Jahr 1997.

Die Zahl der Infizierten, die behandelt werden, hat ihren bisherigen Höchststand erreicht: "2016 hatten 19,5 der 36,7 Millionen Menschen mit HIV Zugang zu einer Behandlung", heißt es in dem Unaids-Bericht. Erstmals werden mehr als die Hälfte aller Infizierten behandelt. Mit HIV-Medikamenten kann eine Vermehrung der Viren im Körper verhindert werden. Dennoch schlummert der Erreger weiter in bestimmten Körperzellen. Werden die Medikamente abgesetzt, steigt die Virenlast wieder.

Deutlich mehr Neuinfektionen in Nahen Osten, Osteuropa und Zentralasien

In südlichen und östlichen Teilen von Afrika ist die Zahl der Erkrankungen ebenfalls gesunken. Die Zahl der Neuinfektionen fiel dort seit 2010 um 29 Prozent, unter Kindern sogar um 56 Prozent. Die Lebenserwartung in diesen Teilen des Kontinents sei aufgrund der Erfolge in der Behandlung von HIV seit 2006 um durchschnittlich zehn Jahre gestiegen.

dpa
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Sofort machen

Sperma ausspucken und Mund spülen – falls möglich mit hochprozentigem Alkohol.

Oralsex

sein lassen

Nicht die Zähne putzen – sind Viren vorhanden, könnten sie ins Zahnfleisch gerieben werden.

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HIV-Test

Tatsächlich: Schnelltests bringen nach einer halben Stunde ein erstes Ergebnis. Machen sollte man sie aber erst zwölf Wochen nach dem ungeschützten Sex – sonst sind sie zu unsicher. Am Ende muss man also länger bangen als nach dem Labortest.

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Der Nahe Osten mit Nordafrika und Osteuropa-Zentralasien sind Regionen, die stärker von Todesfällen betroffen sind. Dort stieg die Zahl der HIV-Neuinfektionen zwischen 2010 und 2016 um 60 Prozent. Die Zahl der Toten stieg dort um ein Drittel. In Russland beträgt das Plus sogar 75 Prozent. Viele Menschen dort wüssten nicht, dass sie mit dem Virus infiziert seien, heißt es. Regionen mit steigenden Infektionen sind oft betroffen von bewaffneten Konflikten und politischen Unsicherheiten.

Im vergangenen Jahr wussten weltweit 70 Prozent der Betroffenen von ihrer Infizierung. Etwa 77 Prozent von ihnen erhält eine antiretrovirale Therapie, die bei 82 Prozent der Behandelten zu einer maßgeblichen Reduktion der Viruslast führt.

Weltweit wurden seit Ausbruch der Epidemie in den 1980er Jahren mehr als 76 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Rund 35 Millionen Menschen starben an den Folgen.

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