Mehr als 290.000 weitere Todesfälle, 67 Millionen Neuerkrankungen in den nächsten vier Jahren: Eine Studie sagt gravierende Rückschläge im Kampf gegen Malaria voraus. Grund dafür seien im Mai in Kraft getretene Kürzungen im US-Haushalt, schreiben Londoner Forscher im Journal PLOS Medicine (Winskill et al., 2017). Die Beschlüsse des US-Kongresses sehen vor, dass 2018 das Budget der Malaria-Initiative des Präsidenten (PMI) um 44 Prozent knapper ausfallen wird. Dies bedroht die Erfolge der vergangenen Jahre.

Zuletzt war die Sterberate von Malaria-Erkrankten stark zurückgegangen. Auch dank der PMI, die seit ihrer Gründung im Jahr 2005 fast eine Million Menschenleben gerettet habe, schreiben die Forscher. Durch die Bemühungen der Malaria-Initiative sei die Sterberate von Kindern unter fünf Jahren südlich der Sahara um ein Sechstel gesunken. Schätzungsweise 185 Millionen Malaria-Fälle seien verhindert worden. Derzeit ist die PMI in 24 Ländern aktiv.

Von 2013 bis 2015 habe die Initiative insgesamt fast 1,7 Milliarden Dollar zur Verfügung gehabt, schreiben die Forscher. Werde sie weiter in diesem Ausmaß unterstützt, könnten bis 2020 weitere 690.000 Menschenleben bewahrt und 162 Millionen Erkrankungen verhindert werden. Doch haben die US-Regierung und der Kongress andere Pläne.

Zwar hatte US-Präsident Donald Trump die Erfolge der Initiative noch im September gepriesen und auch die US-Entwicklungsbehörde USAID kündigte an, ihre Aktivitäten auf weitere Länder auszuweiten. Doch schon der Budgetentwurf vom Mai sah vor, das Geld für die PMI im Vergleich zu 2017 um fast die Hälfte auf 424 Millionen US-Dollar zu kürzen. Entsprechende Pläne wurden Ende Oktober vom Kongress verabschiedet.

Der Epidemiologe Peter Winskill vom Imperial College und seine Kollegen haben errechnet, was die Kürzungen für die praktische Arbeit im Kampf gegen Malaria bedeuten. Ihre Prognose ist jedoch nur ein Modell. Sie rechneten aus, wie wirksam verschiedene Schutzmaßnahmen sind, die derzeit mit den US-Zuschüssen in 19 afrikanischen Staaten und dem weiteren Mekong-Gebiet finanziert werden. Dazu gehören Schutznetze, die Kombinationstherapie mit dem Pflanzenstoff Artemisinin oder der Einsatz von Insektiziden in Wohnräumen.  

"Unsere Ergebnisse sind eine konservative Schätzung, weil sie die gesamte Wirkung von Aktivitäten im PMI-Zusammenhang gar nicht berücksichtigen", schreiben die Autoren. So würden durch die Gelder etwa lokale Gesundheitsbehörden entlastet, die sich sonst auch noch um Malaria kümmern müssten. Es sei sehr wichtig, gerade schwer betroffene Länder weiter zu unterstützen. Ansonsten würden bisherige Erfolge zunichte gemacht.