Verbraucherschützer warnen vor hohen Nickelwerten im Kinderspielzeug. Laut einer Untersuchung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wurde in rund einem Fünftel der untersuchten Metallspielzeuge zu viel Nickel festgestellt. Das geht aus dem Jahresbericht der Behörde hervor. Das Metall kann Allergien auslösen, weshalb es einen gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert gibt. Dem Bundesamt zufolge reagiert etwa jedes zehnte Kind mit Juckreiz, Hautrötungen oder Ausschlag darauf.

Bei 75 der 353 untersuchten Spielzeugproben lag der Nickelanteil demnach oberhalb des gesetzlichen Grenzwerts. Bei einem einzelnen Metallbaukasten habe der Gehalt mehr als 200-fach über dem Grenzwert gelegen. Entscheidend ist nach Behördenangaben nicht die im Spielzeug enthaltene Gesamtkonzentration, sondern die Nickelmenge, die beim Spielen freigesetzt wird – etwa durch die Berührung mit feuchten Händen. Die aktuellen Werte seien jedoch "eindeutig zu hoch", sagte Gerd Fricke, Abteilungsleiter im Bundesamt und verantwortlich für gesundheitlichen Verbraucherschutz.

Die Hersteller und Importeure hätten ihre Pflichten in den vergangenen Jahren nicht erfüllt, so Fricke. Bereits im Jahr 2012 hat das Bundesamt in einer Untersuchung Metallspielzeuge auf Nickel analysiert. Damals lag der Anteil bei jedem vierten Spielzeug über dem zulässigen Wert. Besonders auffällig waren ebenfalls Metallbaukästen.

Spielwarenindustrie verweist auf kurzen Hautkontakt

Das Bundesamt stuft die hohen Anteile in Metallbaukästen als besonders kritisch ein. Es sei davon auszugehen, dass beim Spielen mit Metall- und Modellbaukästen ein längerer Hautkontakt bestehe. "Die Hersteller von Metallspielzeug müssen endlich wirksame Maßnahmen zur Reduzierung des Nickelgehalts in ihren Produkten ergreifen, sagte Fricke.

Der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie (DVSI) wies die Kritik zurück. Der Branchenverband verwies darauf, dass sich die Nickelgrenzwerte auf Gegenstände beziehen, bei denen es einen lang andauernden Hautkontakt gebe. "Spielzeug ist aber kein Ohrstecker und keine Brille", sagte DVSI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil. Wenn Nickel etwa in der Achse eines Modellautos vorhanden sei, gebe es in der Regel allenfalls einen kurzen Hautkontakt. Trotzdem würden einige Hersteller inzwischen komplett auf Nickel verzichten. "Spielzeugsicherheit hat oberste Priorität."

Die Verbraucherschutzbehörde kontrolliert regelmäßig, ob in deutschen Lebensmitteln und Verbraucherprodukten unerwünschte Stoffe enthalten sind. In einem jährlich erscheinenden Bericht untersuchen sie hauptsächlich Lebensmittel – aber auch Produkte, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, oder Kosmetika und Spielzeuge werden untersucht.