Umgekehrt könnte man jetzt den voreiligen Schluss ziehen, dass man mit einer Low-Fat-Diät nachweisbar am besten fährt. Viele Organisationen, wie bei uns die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), empfehlen nicht umsonst, sich eher fettarm zu ernähren. Diese Empfehlung ist nicht unbedingt falsch. Sie greift aber entschieden zu kurz.

Bemerkenswert ist, dass gerade zahlreiche Top-Ernährungsforscherinnen und -forscher, darunter Walter Willett von der Harvard-Universität, eine ganz andere Ernährungsweise loben. Willett und Mitstreiter halten die Mittelmeerdiät für das Nonplusultra. Und wie die meisten von uns wissen, spart man in der mediterranen Küche nicht eben am Fett. Im Gegenteil: So gut wie jede Speise wird mit reichlich Olivenöl zubereitet. Üblicherweise liegt der Fettanteil dieser Kost bei mehr als 40 Prozent der Kalorien.

Geringeres Risiko für Brustkrebs oder Schlaganfall

Fettreich und trotzdem gesund? Oh ja! Tatsächlich spricht eine überwältigende Vielzahl unterschiedlicher Daten für die Mittelmeerkost. Es gibt Tests mit Tausenden von Versuchspersonen, in denen die eine Hälfte – die Kontrollgruppe – dazu angeregt wurde, sich fettarm zu ernähren. Die andere Hälfte sollte eine fettreiche Mittelmeerkost verfolgen. Um das zu unterstützen, bekamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Gruppe literweise Olivenöl und Woche für Woche fettreiche Nüsse geschenkt. Versuche dieser Art wurden jedoch mehrfach frühzeitig abgebrochen. Warum? Nun, die Mittelmeerkost erwies sich als dermaßen gesund, dass Ethikkommissionen es für nicht vertretbar hielten, das Leben der fettarm essenden Kontrollgruppe länger als nötig aufs Spiel zu setzen! Insbesondere senkt die Mittelmeerdiät das Risiko eines Schlaganfalls drastisch. Weitere Analysen zeigen: Je mehr natives Olivenöl eine Frau wöchentlich zu sich nimmt, desto geringer ist ihr Brustkrebsrisiko. Neuere Untersuchungen legen nahe: Die Mittelmeerdiät könnte sogar vor Depressionen schützen.

Brendan Hoffman/Getty Images
Was ist eigentlich Veganismus?

Was ist eigentlich Veganismus?

Und ist das gefährlich? Wie gesund Veganer wirklich sind und worauf sie achten sollten, damit sie es auch bleiben.

Laden …

Definition

Was essen Veganer eigentlich?

Laden …

Falsch!

Nicht richtig. Wer vegan lebt, achtet darauf, dass seine Ernährung keinem Tier schadet. Wer auch Pflanzen nichts tun will, muss Frutarier werden. Diese Ernährungsform ist ein verschärfter Veganismus. Anhänger essen nur, was Pflanzen "freiwillig" hergegeben haben, etwa Fallobst, Nüsse und Beeren.

Laden …
Roderico Y. Díaz/Unsplash.com
Ist das nicht viel zu einseitig?

Ist das nicht viel zu einseitig?

Tatsächlich ist es optimal, wenn der Mensch tierische und pflanzliche Produkte zu sich nimmt. Der Körper ist darauf geradezu ausgelegt.

Laden …
Laden …
Laden …

Kurz gesagt: So wie eine fettarme Ernährung kann auch eine fettreiche Ernährung sehr gesund sein und vor Krankheit schützen. Man beachte, dass fettarm automatisch kohlenhydratreich heißt und umgekehrt – irgendetwas müssen wir schließlich essen.

Aber Moment, da war doch noch etwas? Unsere Ernährung setzt sich nicht nur aus Fetten und Kohlenhydraten zusammen, oder? Richtig. Womit wir uns dem Höhepunkt der Ironie nähern. In der Tat gibt es nicht nur diese Hauptnährstoffe, Fett und Kohlenhydrate. Es existiert darüber hinaus noch ein dritter Hauptstoff, der uns Energie (Kalorien) liefert. Das sind die Proteine oder das Eiweiß. Es gibt Low-Fat und Low-Carb – aber haben Sie schon einmal von einer Low-Protein-Diät gehört? Schon das allein verrät uns, dass die Proteine etwas Besonderes sind. Es ist, als könnte man den Anteil der verzehrten Fette und Kohlenhydrate beliebig hoch- und runterfahren. Nicht so die Proteine. Was also hat es mit den Proteinen auf sich?

Insgesamt genießen sie einen guten Ruf. Neue Erkenntnisse der Altersforschung jedoch werfen ein interessantes und teils erschreckendes Licht auf die Proteine. Hierzu etwas Hintergrund. Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass es ein erstaunlich zuverlässiges Mittel gibt, um das Leben vieler Organismen und Tiere zu verlängern. Das Mittel nennt sich Kalorienrestriktion. Man setze ein Tier – eine Fliege, einen Wurm, eine Labormaus, teils funktioniert es sogar bei Affen – auf eine kalorienreduzierte Kost, schon lebt das Tier deutlich länger. Und gesünder! Sprich, es wird im Alter weitaus weniger von allerlei Leiden geplagt. Es ist, als würde das Tier langsamer altern.