Kindern in Deutschland geht es gut. Rund 95,7 Prozent der Eltern schätzen die Gesundheit ihrer Kinder als sehr gut oder gut ein. Das geht aus der jüngsten Untersuchung des Robert Koch-Instituts zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) hervor. Im Vergleich zur letzten Studie geht es den Kindern damit besser – 2014 lag der Anteil der Kinder, deren Eltern sie für gesund oder sehr gesund hielten, noch bei rund 94 Prozent. Die jüngste Studie ist der dritte Teil dieser Langzeiterhebung, in der zwischen 2014 und 2017 die Gesundheit von mehr als 25.000 Kindern und Jugendlichen untersucht wurde. KiGGS ist damit die umfassendste Langzeitstudie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren in Deutschland.

Dieses Mal wurde die Erhebung in zwei Teile unterteilt: Erstens befragten die Forscherinnen etwa 15.000 Eltern von Kindern und Jugendlichen zwischen null und 17 Jahren sowie die Kinder selber, wenn sie alt genug waren. Zweitens knüpfte diese Studie an die Erhebung aus den Jahren 2003 bis 2006 an. Die circa 10.000 Teilnehmer von damals wurden jetzt – nun schon jugendlich oder erwachsen – noch einmal befragt.

Weitere wichtige Ergebnisse im Überblick:

  • Allgemeiner Gesundheitszustand: Kindern im Alter zwischen drei und sechs Jahren geht es besonders gut. Das ändert sich mit zunehmendem Alter. Auch gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Etwa bei 14- bis 17-Jährigen ist der Anteil der Mädchen mit sehr guter Gesundheit deutlich niedriger als der der Jungen.
  • Die Gesundheit von Kindern in Deutschland ist weiterhin sehr stark davon abhängig, in welchem Umfeld sie aufwachsen. "Der Anteil der Eltern, die die allgemeine Gesundheit ihrer Kinder als sehr gut oder gut einstufen, ist umso größer, je höher der Sozialstatus der jeweiligen Familie ist", schreiben die Autoren in ihrer Studie. Das Ergebnis zeige deutlich, wie wichtig Maßnahmen seien, die der gesundheitlichen Ungleichheit in Deutschland entgegenwirken.
  • Tabakkonsum: Unter den Kindern zwischen elf und 17 Jahren rauchten noch einmal deutlich weniger: Waren es in der Erhebung aus den Jahren 2009 bis 2012 noch 12,4 Prozent, so lag er jetzt bei 7,2 Prozent. In der großen Basiserhebung der KiGGS-Studie aus den Jahren 2003 bis 2006 hatten sogar noch 21,4 Prozent der elf- bis 17-Jährigen geraucht.
  • Übergewicht: 15,4 Prozent der Kinder und Teenager zwischen 3 und 17 Jahren, also jeder Siebte, ist weiterhin zu dick. 5,9 Prozent sind sogar fettleibig. Allerdings haben sich die Werte seit dem Beginn der großen Untersuchung in den Jahren 2003 bis 2006 nicht verändert. Für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist es ein positives Zeichen, dass eine weitere Zunahme Übergewichtiger – wenn auch auf hohem Niveau – gestoppt werden konnte.
  • Der Konsum von zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken wie Brause oder Cola gilt als wichtiger Risikofaktor für Übergewicht. Insgesamt trinken 13,7 Prozent der Mädchen und 17,6 Prozent der Jungen ein- bis dreimal am Tag davon. 3,3 Prozent der Mädchen beziehungsweise 4,7 Prozent der Jungen sogar häufiger.
  • Körperliche Aktivität: Lediglich 22,4 Prozent der Mädchen – also mehr als jedes fünfte – und 29,4 Prozent – mehr als jeder vierte – der Jungen im Alter von drei bis 17 Jahren sind am Tag mindestens 60 Minuten körperlich aktiv. Je älter die Kinder, desto weniger bewegen sie sich. Bei beiden Geschlechtern nahm die körperliche Aktivität im Vergleich zur letzten Erhebung ab, bei Mädchen stärker als bei Jungen.
  • Chronische Krankheiten: Unverändert häufig leiden Kinder zwischen drei und 17 Jahren an Heuschnupfen. Insgesamt leiden 9,9 Prozent an Heuschnupfen, wobei Jungen häufiger betroffen sind als Mädchen. Ähnlich unverändert blieb mit vier Prozent der Anteil an Kindern, die an Asthma leiden.
  • Psychische Auffälligkeiten: Hyperaktivität, emotionale Probleme oder Schwierigkeiten mit Gleichaltrigen – ähnlich wie in den vergangenen Erhebungen gibt es bei jedem fünften Kind Hinweise auf psychische Störungen. Allerdings zeigten nur etwa die Hälfte der Jungen und Mädchen, die in der ersten Erhebung aus den Jahren 2003 bis 2006 auffällig gewesen waren, auch jetzt noch psychische Symptome.