Heroin, Fentanyl, verschreibungspflichtige Schmerzmittel: Immer mehr Menschen in den USA sterben an einer Opioid-Überdosis. Insgesamt seien mehr als 140.000 Menschen zwischen Juli 2016 und September 2017 in Krankenhäuser gebracht worden, weil sie die Drogen überdosiert hatten, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC mit. Das sei ein Anstieg von 30 Prozent.

Opioide sind stark abhängig machende Mittel, die Schmerzen lindern und gleichzeitig eine euphorisierende Wirkung haben. CDC-Chefin Anne Schuchat spricht von einer "rasch fortschreitenden Epidemie". Der Anstieg betrifft dem Bericht zufolge Männer und Frauen sowie alle Altersgruppen gleichermaßen. Die Opioide breiten sich zwar in sämtlichen Regionen der Vereinigten Staaten aus, besonders betroffen sei jedoch der Mittlere Westen. Dort habe es einen Anstieg von 70 Prozent gegeben. Auch in vielen Großstädten sei die Zahl der Krankenhauslieferungen überproportional gestiegen.

Mehr als 25 Prozent mehr Todesfälle in 2016

Insgesamt seien 2016 mehr als 63.000 Menschen an Drogen gestorben, 42.000 davon an Opioiden. Laut CDC hatte es in mehr als 40 Prozent der Fälle einen Zusammenhang zu verschreibungspflichtigen Medikamenten gegeben. Damit sei die Zahl der Menschen, die in Folge einer Opioid-Überdosis gestorben sind, im Vergleich zu 2015 um 27,7 Prozent gestiegen. In dem Jahr hatte es 52.000 Drogentote gegeben, 33.000 von ihnen hatten Opioide genommen.

Im Oktober hatte US-Präsident Donald Trump die Opioid-Krise zu einem Nationalen Notstand der öffentlichen Gesundheit erklärt. Es sei die schlimmste Drogenkrise in der US-Geschichte. Die verschreibungspflichtigen Medikamente waren seit den 1990er Jahren sehr freizügig verschrieben worden. Viele Menschen sind über die Schmerzmittel in die Heroinsucht gerutscht.