Das Bundesgesundheitsministerium will Arzneimittelhersteller dazu verpflichten, Schmerzmittel wie Aspirin künftig mit einem Warnhinweis zu versehen. Eine entsprechende Verordnung reichte der zuständige Minister Jens Spahn (CDU) beim Bundesrat ein, der nach eigenen Angaben am 8. Juni darüber abstimmen möchte. Zunächst hatte das Nachrichtenmagazin Focus darüber berichtet. 

Die sogenannte Analgetika-Warnhinweis-Verordnung (AnalgetikaWarnHV) bezieht sich auf frei verkäufliche Mittel, die zur Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen oder von Fieber eingesetzt werden und beispielsweise die Wirkstoffe Paracetamol, Ibuprofen und Acetylsalicylsäure (Aspirin) enthalten.

Er wolle "den sicheren Umgang mit frei verkäuflichen Schmerzmitteln fördern", sagte Spahn dem Blatt. Laut der Verordnung soll auf dem Hinweis künftig stehen: "Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben." Eine Untersuchung des Robert Koch-Instituts hatte 2014 ergeben, dass jeder fünfte Patient Schmerzmittel länger als die empfohlene Höchstdauer von vier Tagen einnimmt. Viele der Testpersonen gaben an, den Beipackzettel nicht gelesen zu haben.