Mindestens 101 Menschen sollen am in Nigeria an Lassafieber gestorben sein. Das teilte die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) am Montag mit. Zu den Opfern der Erkrankung sollen auch Medizinerinnen und Mediziner sowie Pflegekräfte gehören. Sie hatten sich um erste Erkrankte gekümmert und nicht gewusst, dass ihre Patientinnen und Patienten am gefährlichen Lassafieber erkrankt waren. Nach Angaben der Organisation hätten dem medizinischen Personal teilweise aber auch die richtige Schutzausrüstung gefehlt.

Neben den 101 bestätigten Todesfällen geben es unklärte 45 weitere. Ärzte ohne Grenzen geht außerdem von 1781 vermuteten und 408 bestätigten Fällen innerhalb von zwei Monaten aus.

Der Ausbruch sei nach Angaben der Organisation "einer der schlimmsten in den vergangenen Jahren". MSF ist nach eigenen Angaben vor Ort, um Mitarbeiter von Gesundheitseinrichtungen zu schulen. Zwar gehe die Zahl der Erkrankten in Nigeria bereits zurück, eine Entwarnung bedeute das jedoch nicht, hieß es.

Erkrankungsfälle hat es auch im westafrikanischen Liberia gegeben, mindestens zwölf Menschen seien dort seit Anfang des Jahres daran gestorben. 

Übertragung durch Mäuse- und Rattenkot

Lassa zählt wie Ebola und Dengue-Fieber zu den sogenannten hämorrhagischen, also mit Blutungen einhergehenden Fiebern. Benannt ist die Infektion nach einer Stadt im Nordosten Nigerias, wo sie im Jahr 1969 beschrieben und das Virus später erstmals isoliert wurde. Vor allem tritt die Virus-Infektion im östlichen Teil Nigerias, in Sierra Leone, Guinea und in Liberia auf. Experten schätzen, dass sich jedes Jahr zwischen 100.000 bis 300.000 Menschen mit dem Virus anstecken, zwischen ein bis zwei Prozent der Erkrankten sterben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) daran.

Übertragen wird der Virus vor allem durch Nahrungsmittel. Auch kann man sich an Haushaltsgegenständen infizieren, wenn diese mit Urin und Kot von Ratten oder Mäusen verseucht sind. Die Viruserkrankung ist zudem bei Kontakt mit den Ausscheidungen infizierter Personen hochansteckend.