Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist erstmals seit 2012 wieder leicht gesunken. Wegen Konsums illegaler Substanzen starben im vergangenen Jahr 1.272 Menschen und damit fast fünf Prozent weniger als 2016, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, in Berlin mitteilte.

Rund 85 Prozent waren demnach Männer. Insgesamt stieg das Durchschnittsalter der Drogentoten von 38 auf 39 Jahre. Häufigste Todesursache mit 707 Fällen waren weiterhin Vergiftungen mit Opioiden wie Heroin und Morphin. Bei Kokain und Crack gab es dagegen einen Zunahme auf nun insgesamt 87 Tote.

Mortler sagte zur Gesamtentwicklung, der Rückgang sei besser als ein Zuwachs. Dies sei dennoch kein Grund zur Freude. Auch die aktuelle Zahl stehe noch für unermessliches Leid und 1.272 Lebenswege, die anders verlaufen seien, als man es sich gewünscht habe. Nötig sei weiter eine engagierte Vorbeugungsarbeit. "Es gilt, suchtkranke Menschen noch deutlich früher zu erreichen als bisher."

Die Zahl der Drogentoten beschränkt sich nur auf jene Menschen, die an den direkten Folgen verbotener psychoaktiver Substanzen gestorben sind. Die Folgen legaler Drogen bleiben das Hauptproblem in Deutschland, allen voran Zigaretten. Etwa 110.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland an den Folgen des Rauchens, 74.000 an den direkten und indirekten Folgen von Alkohol. Exzessives Trinken schadet dabei nicht nur der Gesundheit: Unter dem Einfluss keiner anderen Droge werden so viele Straftaten begangen und passieren derart viele Unfälle im Straßenverkehr. 1,3 Millionen Menschen sind alkoholabhängig, 9,5 Millionen übertreiben es regelmäßig.

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