84.000? 400.000? Oder doch 1,2 Millionen? Wie viele Menschen in Deutschland sich prostituieren, ist ungewiss. Die Schätzungen liegen weit auseinander, weil das meiste im Verborgenen stattfindet – obwohl Sexarbeit seit 2002 legal ist. Für manche ist der Verkauf des eigenen Körpers ein Job wie jeder andere. Andere jedoch wählten den Beruf nicht freiwillig. Neun von zehn Sexarbeiterinnen werden zur Prostitution gezwungen. Davon gehen zumindest Polizeiexperten aus.

Nachdenklich macht auch: 95 Prozent der Prostituierten würden einer Umfrage zufolge am liebsten mit dem Job aufhören. Ein Grund sind gesundheitliche Folgen. Auffallend viele haben Schlafstörungen, Angstanfällen sowie Depressionen. Auch körperliche Verletzungen sind nicht selten, wie die Sexualtherapeutin Melanie Büttner im Sexpodcast berichtet. Demnach erlebt jede dritte bis vierte Prostituierte sexuelle Gewalt. Jede fünfte wurde schon mal vergewaltigt oder hat bereits schwerere Verletzungen wie Knochenbrüche, Verstauchungen, Muskelrisse, Gesichtsverletzungen, Brandwunden und ausgekugelte Gelenke erlitten. Hören Sie jetzt direkt oben die aktuelle Podcast-Folge über die Situation der Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen und wie sie sich durch das neue Prostituiertenschutzgesetz bessern soll.

Vergangene Woche gab es mit der hier verlinkten Folge "Blowjob auf Bestellung" bereits einen ersten Podcast zum Thema Sexarbeit. Links zu Studien und weiterführender Literatur finden Sie in der folgenden Aufzählung:

Sie wollen wissen, warum wir überhaupt über Sex reden? Alles dazu und zu den Stimmen des Sexpodcasts hören Sie hier.

Falls Sie eine Frage oder Anregungen haben, schreiben Sie Melanie Büttner, Alina Schadwinkel und Sven Stockrahm eine E-Mail an istdasnormal@zeit.de. Oder stellen Sie Ihre Frage als Sprachnachricht. Nehmen Sie sich mit dem Smartphone auf und schicken Sie uns die Datei ebenfalls an die E-Mail-Adresse.

Alle Folgen und Quellen sind auf dieser Seite gesammelt.