Das Land Hessen will Paare künftig beim vierten Versuch einer künstlichen Befruchtung finanziell unterstützen. Bei den ersten drei Anläufen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen derzeit die Hälfte der Kosten.

Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) sagte, persönliche finanzielle Möglichkeiten sollten nicht über die Erfüllung des Kinderwunsches entscheiden. Der Landesregierung sei es wichtig, ungewollt kinderlosen Paaren umfassend und nachhaltig zu helfen und das Land kinder- und familienfreundlicher zu machen.

Fast jedes zehnte Paar zwischen 25 und 59 Jahren ist ungewollt kinderlos und daher auf medizinische Hilfe angewiesen. "Ungewollte Kinderlosigkeit kann psychisch, aber auch physisch eine große Belastung darstellen", sagte Grüttner. Das hessische Sozialministerium habe deshalb eine Förderrichtlinie erarbeitet, sagte Grüttner, nach der das Land Hessen gemeinsam mit dem Bund 75 Prozent des verbleibenden Selbstkostenanteils bis zu einer Höhe von maximal 3.300 Euro an den Behandlungskosten übernimmt.

Manche großen Krankenkassen übernehmen bei den ersten drei Versuchen sogar 100 Prozent der Kosten. Für den vierten Versuch werden bisher keine Kosten erstattet.