Vitamintabletten senken einer neuen Studie zufolge nicht das Risiko, an einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt zu erkranken. Experten der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) empfehlen Verbraucherinnen und Verbrauchern in einer gemeinsamen Mitteilung, lieber auf eine gesunde Ernährung zu achten und ihr Geld in einen Sportverein zu investieren. Die Wissenschaftler berufen sich auf eine Übersichtsstudie von US-Medizinern um den Kardiologen Joonseok Kim. Sie hatten unter anderem 18 Studien mit mehr als zwei Millionen Teilnehmern ausgewertet.

Laut DGN nimmt jeder vierte deutsche Verbraucher Nahrungsergänzungsmittel. Mit Produkten wie Vitamin A, C, D und E, mit Calcium, Magnesium oder Eisen habe der Handel im Jahr 2015 laut Verbraucherzentrale Bundesverband rund 1,1 Milliarden Euro umgesetzt.

Das Ergebnis sei ernüchternd und zeige, dass die Nahrungsergänzungsmittel keinen Nutzen (hier ein ausführlicher Artikel dazu) für die Bevölkerung hätten, sagte DGN-Generalsekretär Peter Berlit. Die US-Forscher haben auch nach einzelnen Bevölkerungsgruppen gesucht, die möglicherweise doch von Nahrungszusätzen profitieren könnten. Das Ergebnis sei aber stets negativ geblieben – egal wie lange die Präparate eingenommen wurden, wie alt die Studienteilnehmer waren, ob Mann oder Frau, Raucher oder Nichtraucher, sportlich oder nicht, hieß es in der Mitteilung.

"Von diesen Pillen profitieren nur Hersteller und Verkäufer. Es ist hingegen eindeutig erwiesen, dass Salat, Obst und Gemüse Gefäßerkrankungen entgegenwirken", sagte der DSG-Vorsitzende Armin Grau. Dort kämen Vitamine in ihrer natürlichen Umgebung vor. Fünf Portionen am Tag seien optimal. Effektiv und auch noch günstiger sei es zudem, nicht zu rauchen, keine größeren Mengen Alkohol zu trinken und sich regelmäßig zu bewegen.