Wenn Sie durch diesen Artikel etwas lernen wollen, dann bitte dies: Bestenfalls lassen Sie Ihr Auto an Halloween stehen. Oder, wenn Ihr Kind die Nachbarschaft schon auf der Suche nach Süßigkeiten terrorisieren muss, ziehen sie ihm wenigstens nicht das schwarz-braune Hexenkostüm an, bei dem der Hut immer ins Gesicht rutscht. Stattdessen wäre ein Geisterkostüm aus weißem Stoff oder etwas anderes Helles angebracht, inklusive Taschenlampe. Denn weil Kinder auf ihrer Suche nach Süßem häufig Straßen überqueren, sind sie an diesem Tag besonders gefährdet, von einem Auto angefahren zu werden. Was logisch klingt, hat nun eine Studie belegt (JAMA Pediatrics: Staples et al., 2018).

In den vergangenen Jahren ist Halloween auch in Deutschland beliebt geworden. Der Brauch stammt ursprünglich aus Irland. So feierten die Kelten in vorchristlicher Zeit am 31. Oktober mit Samhain ihre Ernte, den Beginn der kalten Jahreszeit und den Start in ein neues Kalenderjahr. Im 19. Jahrhundert dann trugen irische Einwanderer den Brauch nach Amerika, wo er sich mit den Jahren zu einem Kostümfest der Massen entwickelt hat.

In der aktuellen Studie untersuchten die Autorin und die Autoren nun, wie viele Fußgänger in den USA in den vergangenen 42 Jahren rund um den Halloweentag bei Autounfällen starben. In den Daten der US-amerikanischen Schnellstraßenverwaltung verglichen sie die Todesfälle vom 31. Oktober mit denen vom 24. Oktober und 07. November, also den Tagen, die eine Woche vor und nach Halloween liegen. Das Ergebnis: An Halloween starben in den 42 Jahren 608 Fußgänger, an den beiden Kontrolltagen zusammen 851, pro Kontrolltag im Schnitt also nur 425 Menschen.

Autoren mahnen bessere Verkehrssicherheit an

Ein genauerer Blick auf die Daten zeigte aber noch zwei andere Dinge: Um 18.00 Uhr – Süßes-oder-Saures-Hochzeit also – war der Unterschied am größten. Und Kinder zwischen vier und acht Jahren traf es an Halloween gar zehnmal häufiger als im Rest des Jahres.

"Ein durchschnittliches Halloween resultierte in vier zusätzlichen Todesfällen", heißt es in der Studie. Das mag sich wie ein makabrer Scherz lesen, zeigt aber vor allem eines: Die Verkehrssicherheit könnte besser sein. Es brauche beispielsweise mehr Verkehrskontrollen, mehr Zebrastreifen oder mehr Fußgängerwege, schreiben die Forscher. Gemessen an den mehr als 7.000 Fußgängern, die in den USA pro Jahr bei Autounfällen sterben, und 3.200 Verkehrstoten in Deutschland, ist das ein sinnvoller Hinweis. Für Halloween und den Rest des Jahres.