Deutschlands Hausärzte wollen künftig selbst verschreibungspflichtige Medikamente an ihre Patienten abgeben können. Damit könnten "die Ressourcen besser genutzt werden, gerade auf dem Land", sagte der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er forderte eine Reform des Arzneimittelrechts. Derzeit dürfen lediglich Apotheken solche Arzneimittel aushändigen.

Die Frage, welche Medikamente auch in Arztpraxen verfügbar sein sollten, ließ Weigeldt im Gespräch mit der Zeitung offen. Ein komplettes Sortiment bereitzuhalten, sei jedenfalls nicht das Ziel. "Wir können und wollen die Apotheken nicht ersetzen", sagte der Ärztevertreter.

Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Erwin Rüddel (CDU), zeigte sich offen für den Vorschlag. Man dürfe sich neuen Versorgungsformen nicht verschließen, sagte er. Zugleich warnte er davor, die Hausärzte zu überfordern. "Ärztliche Versorgung wird von Jahr zu Jahr mehr ein knappes Gut", sagte Rüddel. Er sehe daher aktuell bei den Ärzten nicht die Kapazitäten für zusätzliche Aufgaben.