In der Demokratischen Republik Kongo sind seit dem Ebola-Ausbruch vor rund zwei Monaten 201 Menschen an den Folgen der Erkrankung gestorben. Wie das Gesundheitsministerium mitteilt, wurde das Ebola-Virus bislang in 291 Fällen bestätigt. Mehr als 28.000 Menschen seien gegen die Krankheit geimpft worden.

Der jüngste Ausbruch konzentriert sich auf die Großstadt Beni und ihre Umgebung in der unruhigen Provinz Nord Kivu. Dort sind mehrere Milizen und Rebellengruppen aktiv, was es Helfern schwer macht, Patienten schnell aufzusuchen, zu isolieren und ihre Angehörigen zu kontaktieren. Zudem gibt es in der Bevölkerung Widerstände gegen die Impfung, denn das Misstrauen gegenüber der Regierung ist in der Region groß. 

Die UN hatten die bewaffneten Gruppen in der Region am Freitag aufgefordert, die Bekämpfung der hoch ansteckenden Krankheit nicht zu behindern. Nach Angaben von Gesundheitsminister Oly Ilunga gibt es immer wieder Drohungen, Angriffe und Entführungen. Zwei Helfer seien bereits getötet worden.

Mitte Oktober stand die Ebola-Epidemie kurz davor, zum globalen Gesundheitsnotstand erklärt zu werden. Der Krisenausschuss der Weltgesundheitsorganisation WHO entschied sich dann aber doch dagegen. Unter Kontrolle ist die Epidemie deshalb aber noch nicht. Der Leiter des Ausschusses, der Züricher Spezialist für Infektionskrankheiten Robert Steffen, sagte damals: "Wir sind optimistisch, dass dieser Ausbruch in absehbarer Zeit unter Kontrolle gebracht werden kann."

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es verursacht Fieber und oft massive innere Blutungen; die Übertragung geschieht durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines Infizierten. Oft verläuft die Krankheit tödlich. Bei einer Epidemie in den Jahren 2014 und 2015 starben in Westafrika mehr als 11.000 Menschen. In der Demokratischen Republik Kongo ist es bereits der zehnte Ausbruch, seit die Krankheit in dem Land 1976 erstmals entdeckt wurde.

Weitere Informationen rund um das Ebola-Virus finden Sie auch in unserem FAQ zum letzten Ausbruch und auf unserer Themenseite zum Ebola-Virus.