Hätte es in den Sechzigern schon einen Sexpodcast wie Ist das normal? gegeben, hätten ihn womöglich der Gynäkologe William Masters und die Sexologin Virginia Johnson aufgenommen. Beide lieferten nicht nur die ersten Labordaten zu sexuellen Reaktionen, sondern auch eines der ersten Therapiekonzepte, den Sensate Focus. Dies ist der Ausgangspunkt dieser zweiten Podcastsitzung zum Thema Sexualtherapie. In der Folge Wann ist es Zeit für eine Sexualtherapie? haben wir darüber gesprochen, wie man den oder die richtige Expertin findet.

Nun fragen wir uns: Welche Arten der Therapie gibt es? Was ist der Sexocorporel oder das Hamburger Modell und vor allem – was genau passiert in so einer Praxis? Das beantwortet Sven Stockrahm, Vize-Ressortleiter von Wissen und Digital bei ZEIT ONLINE, mit der Ärztin und Sexualtherapeutin Melanie Büttner.

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Weiterführende Informationen

Einige Bücher, aber auch Dokumentationen haben sich bereits mit dem Thema Sexualtherapie auseinandergesetzt. Oftmals fragen sich Menschen, die über eine professionelle Beratung und Unterstützung nachdenken, wie eine Therapiesitzung tatsächlich konkret aussieht.

In der Sexualtherapie gibt es unterschiedliche Ansätze. Etwa die Systemische Sexualtherapie. In einem gleichnamigen Buch erklärt der Sexualtherapeut Ulrich Clement ausführlich, worum es dabei geht. Auf seiner Website hat er auch Beispielvideos, die Auszüge aus der Arbeit in der Praxis zeigen, veröffentlicht.

Über das sexualtherapeutische Konzept des Hamburger Modells informiert die Autorin Margret Hauch in ihrem Fachbuch Paartherapie bei sexuellen Störungen.

Eine weitere mittlerweile gut verbreitete Therapieart ist der Sexocorporel. Erläuterungen finden sich etwa auf den Seiten des Zürcher Instituts für Sexologie und Sexualtherapie.

Psychotherapie oder Sexualtherapie?

Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten diagnostizieren und behandeln seelische Krankheiten. Sie arbeiten dabei auf zwei Ebenen: einerseits mittels der Beziehung, die während der Behandlung und Gespräche zwischen Patient und Therapeut entsteht. Andererseits mithilfe von Reflexionstechniken und praktischen Übungen. Allgemeine Informationen zur Psychotherapie finden Sie beispielsweise auf den Seiten der Bundespsychotherapeutenkammer.

Aktuelle Daten über Anschriften und Qualifikationen aller in Deutschland niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeutinnen hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung aufgelistet. Sie können hier gezielt nach Ärzten suchen oder in einem ersten Schritt telefonisch Auskunft erhalten. 

Zudem gibt es mit ifsex und dem Netzwerk Sexualtherapie zwei Verzeichnisse von Sexualtherapeutinnen und -therapeuten in Deutschland. Beide Anbieter haben eine entsprechende Liste frei zugänglich veröffentlicht. Im Verzeichnis des Netzwerks lässt sich allerdings nicht nur nach Behandlern suchen – wer hat noch Kapazitäten, wer bietet ein kostenloses Vorgespräch, wer Wochenendtermine? –, sondern auch nach Methoden oder Zielgruppen.

Sie wollen wissen, warum wir überhaupt über Sex reden? Alles dazu und zu den Stimmen des Sexpodcasts hören Sie hier. Alle Folgen von "Ist das normal?" finden Sie auf dieser Sammelseite.

Falls Sie eine Frage oder Anregungen haben, schreiben Sie Melanie Büttner, Alina Schadwinkel und Sven Stockrahm eine E-Mail an istdasnormal@zeit.de. Oder stellen Sie Ihre Frage als Sprachnachricht. Nehmen Sie sich mit dem Smartphone auf und schicken Sie uns die Datei ebenfalls an die E-Mail-Adresse.