Sie ist eine oft vergessene Errungenschaft der modernen Wissenschaft und Medizin – die Sexualtherapie. Ist es normal, dass ich mal keine Lust auf Sex habe, warum finde ich meinen Partner nicht mehr so anziehend, ist in meiner Beziehung alles gut? Diese Fragen muss letztlich jede und jeder für sich beantworten, doch Unterstützung gibt es dabei – falls gewünscht – von Therapeutinnen und Therapeuten. Nur wann ist es Zeit für professionelle Hilfe, um zu den eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu finden?

Was ist eine Sexualtherapie, wie sieht so etwas aus, wie finde ich den richtigen Experten für mich? Darüber spricht Sven Stockrahm, Vizeressortleiter Wissen und Digital bei ZEIT ONLINE, mit der Ärztin und Sexualtherapeutin seines Vertrauens, Melanie Büttner. Was kann eine Therapie, was ich nicht selbst auch kann? Heute geht es in die Praxis und ab in die erste Sprechstunde.

Diese erste Folge zum Thema Sexualtherapie können Sie direkt oben auf dieser Seite anhören.

Weiterführende Informationen

Einige Bücher, aber auch Dokumentationen haben sich bereits mit dem Thema Sexualtherapie auseinandergesetzt. Oftmals fragen sich Menschen, die über eine professionelle Beratung und Unterstützung nachdenken, wie eine Therapiesitzung tatsächlich konkret aussieht.

In der Sexualtherapie gibt es unterschiedliche Ansätze. Etwa die Systemische Sexualtherapie. In einem gleichnamigen Buch erklärt der Sexualtherapeut Ulrich Clement ausführlich, worum es dabei geht. Auf seiner Website hat er auch Beispielvideos, die Auszüge aus der Arbeit in der Praxis zeigen, veröffentlicht.

Über das sexualtherapeutische Konzept des Hamburger Modells informiert die Autorin Margret Hauch in ihrem Fachbuch Paartherapie bei sexuellen Störungen.

Eine weitere mittlerweile gut verbreitete Therapieart ist der Sexocorporel. Erläuterungen finden sich etwa auf den Seiten des Zürcher Instituts für Sexologie und Sexualtherapie.

Psychotherapie oder Sexualtherapie?

Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten diagnostizieren und behandeln seelische Krankheiten. Sie arbeiten dabei auf zwei Ebenen: einerseits mittels der Beziehung, die während der Behandlung und Gespräche zwischen Patient und Therapeut entsteht. Andererseits mithilfe von Reflexionstechniken und praktischen Übungen. Allgemeine Informationen zur Psychotherapie finden Sie beispielsweise auf den Seiten der Bundespsychotherapeutenkammer.

Aktuelle Daten über Anschriften und Qualifikationen aller in Deutschland niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung aufgelistet. Sie können hier gezielt nach Ärzten suchen oder in einem ersten Schritt telefonisch Auskunft erhalten. 

Zudem gibt es mit ifsex und dem Netzwerk Sexualtherapie zwei Verzeichnisse von Sexualtherapeuten in Deutschland. Beide Anbieter haben eine Therapeutenliste frei zugänglich veröffentlicht. Im Verzeichnis des Netzwerks lässt sich allerdings nicht nur nach Behandlern suchen – Wer hat noch Kapazitäten? Wer bietet ein kostenloses Vorgespräch? Wer Wochenendtermine? –, sondern auch nach Methoden oder Zielgruppen.

Sie wollen wissen, warum wir überhaupt über Sex reden? Alles dazu und zu den Stimmen des Sexpodcasts hören Sie hier. Alle Folgen von "Ist das normal?" finden Sie auf dieser Sammelseite.

Falls Sie eine Frage oder Anregungen haben, schreiben Sie Melanie Büttner, Alina Schadwinkel und Sven Stockrahm eine E-Mail an istdasnormal@zeit.de. Oder stellen Sie Ihre Frage als Sprachnachricht. Nehmen Sie sich mit dem Smartphone auf und schicken Sie uns die Datei ebenfalls an die E-Mail-Adresse.