In Deutschland sind im vergangenen Jahr überdurchschnittlich viele Menschen an der von Zecken übertragbaren Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erkrankt. Einem Bericht des Robert Koch-Instituts zufolge wurden 2018 insgesamt 583 Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis gemeldet. Das entspricht einer Zunahme von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (486 Fälle). Auch der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2006 von 546 Fällen wurde damit überschritten. Das Robert-Koch-Institut hat zudem fünf neue Regionen als Risikogebiete für die Hirnhautentzündung FSME ausgewiesen.

Erstmals gibt es ein FSME-Risikogebiet in Norddeutschland: Im niedersächsischen Landkreis Emsland waren vermehrt Menschen erkrankt. Als weitere neue Risikogebiete wurden die bayerischen Landkreise Garmisch-Partenkirchen und Landsberg am Lech sowie die Stadt Kaufbeuren ausgewiesen. In Sachsen kam der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hinzu. Damit gibt es aktuell 161 FSME-Risikogebiete. Die meisten liegen in Süddeutschland. 

Expertinnen und Experten beobachten seit einigen Jahren, dass sich FSME-infizierte Zecken in Deutschland weiter vom Süden in den Norden ausbreiten. Vermutlich habe der gute Sommer 2018 günstige Bedingungen für die Übertragung von FSME-Viren geschaffen.

Menschen, die in Risikogebieten Kontakt zu Zecken haben könnten, wird eine Schutzimpfung empfohlen. Gegen die Hirnhautentzündung schützt eine aus drei Einzeldosen bestehende Immunisierung, die alle drei bis fünf Jahre aufzufrischen ist. Laut des Berichts sei die FSME-Impfquote noch unzureichend. Ein Großteil der Erkrankungen sei vermeidbar gewesen: 98 Prozent der 2018 erfassten FSME-Patienten waren nicht oder unzureichend geimpft.