Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist weiterhin hoch: Im vergangenen Jahr sind 1.276 Menschen infolge von Drogenkonsum gestorben – vier mehr als im Jahr davor. Das teilte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), mit.

Demnach gab es einen deutlichen Rückgang bei den Menschen, die an einer Überdosis von Opioiden wie Heroin oder Morphin starben. Die Zahl der Verstorbenen sank von 707 auf 629. Damit gab es dennoch weiter die meisten Todesfälle durch Überdosierungen der Rauschgifte. Einen Rückgang hat es Mortler zufolge auch bei Todesfällen durch neue psychoaktive Substanzen, sogenannte Legal Highs, gegeben. Gestiegen seien dagegen die Todeszahlen infolge von psychoaktiven Medikamenten wie etwa Benzodiazepinen.

In den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende hatte die Zahl der Drogentoten stetig abgenommen. 2012 erreichte sie mit 944 Verstorbenen den niedrigsten Stand seit 1988. Seitdem sind die Todesfälle durch Drogenkonsum wieder gestiegen. 

Um Suchtprobleme besser zu bekämpfen, sei besonders die kommunale Suchthilfe wichtig, sagte Mortler "Es ist höchste Zeit, die Suchtberatung bestmöglich für die Zukunft aufzustellen." Dafür sei aber mehr Geld nötig. Es funktioniere nicht, bei gleichbleibender Finanzierung mehr zu leisten.

"Jeder einzelne Todesfall verpflichtet uns, Menschen noch besser vor den Gefahren von Drogen zu schützen und sie vor den oftmals tödlichen Folgen ihres Drogenkonsums zu retten",, sagte Mortler. Dabei seien Bund, Länder und Kommunen, aber auch Wirtschaft und Zivilgesellschaft gefragt. "Drogenabhängigkeit ist eine Krankheit, Kranke brauchen Hilfe und keine Stigmatisierung." Darum sei leicht zugängliche Hilfe vor Ort nötig, um betroffene Menschen frühzeitig zu erreichen.