Die Stadt New York hat nach einem Masernausbruch den Gesundheitsnotstand ausgerufen. In Teilen des Stadtteils Williamsburg in Brooklyn seien Impfungen nun verpflichtend, teilte Bürgermeister Bill de Blasio mit. Alle Anwohnerinnen und Anwohner müssten sich nun einen Schutz gegen das Virus holen, auch Kinder im Alter von mehr als sechs Monaten. Wer sich weigere, riskiere eine Strafe von 1.000 Dollar.

Der Masernausbruch ist seit 1991 der größte in New York City und betrifft vor allem die jüdisch-orthodoxe Gemeinde in Williamsburg. Vor wenigen Tagen verboten die New Yorker Behörden bereits Religionsschulen und Kindertagesstätten dieser Gemeinde, ungeimpfte Kinder zu betreuen. Sonst droht den Einrichtungen die Schließung.

"Wenn die Leute schnell mitmachen, wird niemand die Strafe zahlen müssen", sagte de Blasio. Er bezeichnete die große Zahl der Fälle als "Masern-Krise", gegen die die verpflichtende Impfung aber helfen werde. Per Gesetz ist es dem Gesundheitskommissar der Stadt New York erlaubt, bei einer Gefahr für die öffentliche Gesundheit Verordnungen mit Strafandrohung auszugeben.

Nördlich der Stadt New York, im Bezirk Rockland County, gibt es eine weitere jüdische Religionsgemeinschaft mit steigenden Masernfällen. Seit Oktober haben sich dort mindestens 166 Menschen angesteckt. Die Gemeinde pflegt enge Beziehungen nach Brooklyn. Die Behörden in Rockland wollten ungeimpften Kindern zuletzt verbieten, sich an öffentlichen Orten wie Einkaufszentren, Schulen oder Restaurants aufzuhalten. Ein New Yorker Richter blockierte die Vorschrift aber.

Die Masern verbreiten sich vor allem unter Schulkindern, deren Eltern das Impfen ablehnen. Viele davon berufen sich auf philosophische oder religiöse Gründe. So lassen sich laut der New York Times unter anderem viele ultraorthodoxe Jüdinnen und Juden nicht impfen, in einigen Gemeinschaften wird zudem immer wieder vor den Gefahren von Schutzimpfungen gewarnt. Anti-Impf-Literatur und die Aufrufe von Rabbis erschwerten es zudem den Behörden, Impfgegnerinnen und -gegner zu erreichen.