Es trifft vor allem Frauen, ganz gleich, ob sie Ärztin, Managerin, Verkäuferin oder Minijobberin sind. Körperliche und sexuelle Gewalt erfährt in Deutschland jede vierte Frau, die in einer Partnerschaft lebt. Das sind mehr als 80 Prozent aller Betroffenen. Übergriffe, Belästigung oder Drohungen bis hin zu Vergewaltigung und auch Missbrauch sind nicht selten. Viele Hörerinnen und Hörer haben uns dazu geschrieben. Melanie Büttner, Sexualtherapeutin und Traumaexpertin, antwortet hier auf einige der Zuschriften.

In diesem ersten Teil zur Frage Wie überwinde ich ein sexuelles Trauma? geht es im Gespräch mit Sven Stockrahm, Vizeressortleiter für Wissen und Digital bei ZEIT ONLINE, um folgende Themen: Wie stark beeinflussen traumatische Erlebnisse auch später noch das Leben und die Sexualität? Wie kann man Sex noch als etwas Schönes empfinden? Wie gehe ich damit in neuen Beziehungen um und wo finde ich Unterstützung und Hilfe?

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Im Sexpodcast haben wir bereits einige Male über sexuelle Gewalt gesprochen. In der Folge Wenn Sex wehtut geht es um die Häufigkeit von Übergriffen, Vergewaltigung und Missbrauch – und darum, dass sich solche Taten oft auch wiederholen. Darin klären wir auch, wann Grenzen erreicht sind. Wie sich Sexualität für Menschen verändern kann, die bedrängt oder vergewaltigt wurden, besprechen wir in der Folge Die Spuren sexueller Gewalt.

Weitere Informationen

Hilfe für Betroffene sexueller Übergriffe und Gewalt

Im akuten Notfall – falls möglich – sofort reagieren, die 110 wählen und die Polizei alarmieren. Frauen, die sich im Club belästigt fühlen, können sich vielerorts zudem mit Fragen wie "Ist Luisa hier?" ans Personal wenden und bekommen unmittelbar und diskret Hilfe. Der Frauen-Notruf Münster e.V. hat das Projekt initiiert. Kneipen und Clubs in 25 deutschen Städten machen bereits mit.

Weitere Angebote:

  • Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: Soforthilfe für Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Beratung per Telefon, E-Mail und Chat (rund um die Uhr, anonym, in 17 Sprachen und Gebärdensprache).
  • Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff): Hilfsangebote für Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Onlinesuche nach wohnortnahen Hilfsangeboten möglich.
  • Hilfeportal sexueller Missbrauch: Hilfe für Betroffene von sexueller Gewalt in der Kindheit, ihre Angehörigen und andere Menschen, die sie unterstützen wollen. Beratung per Telefon (anonym).
  • Wildwasser e. V.: Hilfe für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die Opfer von sexueller Gewalt geworden sind.
  • Weißer Ring: Hilfe für Kriminalitätsopfer. Beratung per Telefon und E-Mail (anonym).
  • Tauwetter e.V.: Unterstützung und Beratung bietet diese Anlaufstelle für Männer*, die in Kindheit oder Jugend sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren.

Eine spezialisierte Psychotherapie kann dabei helfen, die Folgen von sexueller Gewalt und anderen Traumatisierungen zu bewältigen. Psychotherapeuten mit einer traumaorientierten Zusatzausbildung sind hier zu finden:

Eine Körpertherapie kann Betroffenen ebenfalls helfen. Ohne Medikamente geht es darum, chronische Beschwerden oder auch Ängste mit dem Ziel einer neuen Körperwahrnehmung zu behandeln. Methoden und Therapeutinnen finden sich hier:

Betroffene, die in der Familie im Rahmen eines Abhängigkeitsverhältnisses sexuell missbraucht wurden, können Sachleistungen wie Therapien beantragen. Dafür gibt es den Fonds Sexueller Missbrauch. Für den Fonds stehen insgesamt 58,64 Millionen Euro zur Verfügung. Die Website fonds-missbrauch.de informiert, wer Leistungen beziehen kann.

Falls Sie eine Frage oder Anregungen haben, schreiben Sie Melanie Büttner, Alina Schadwinkel und Sven Stockrahm eine E-Mail an istdasnormal@zeit.de. Oder stellen Sie Ihre Frage als Sprachnachricht. Nehmen Sie sich mit dem Smartphone auf und schicken Sie uns die Datei ebenfalls an die E-Mail-Adresse.

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