Die Zahl der Praxisärzte in Deutschland ist zwar weiter gestiegen – beim Versorgungsangebot für die Patienten gibt es aber immer noch große regionale Unterschiede. Dies zeigt das Bundesarztregister, das von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vorgestellt wurde (KBV). "Die Ressource Arzt ist und bleibt knapp", kommentierte KBV-Vorstandschef Andreas Gassen die Zahlen.    

Demnach gibt es bei Hausärzten, die für viele Menschen die ersten Anlaufstellen sind, große regionale Unterschiede. Die höchste Abdeckung hat Hamburg mit 74 Hausärzten je 100.000 Einwohnern gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit 73 und Berlin mit 72. Am geringsten ist die Hausarztdichte in Hessen und Sachsen-Anhalt mit 65 Medizinern. 

Immer mehr Ärzte in Teilzeit

Am meisten Ärzte und Psychotherapeuten pro 100.000 Einwohner haben demnach weiterhin die Stadtstaaten Bremen und Hamburg mit 296 Medizinern und Berlin mit 286 Ärzten. Am wenigsten niedergelassene Mediziner in diesem Verhältnis gibt es in Brandenburg (186) und Sachsen-Anhalt (194).   

Bundesweit waren Ende 2018 rund 148.600 Ärzte und 26.700 Psychotherapeuten mit einer Zulassung für die Versorgung gesetzlich versicherter Patienten tätig. Das war insgesamt ein Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zu Ende 2017.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) relativierte die Zahlen allerdings: Da Ärzte immer mehr in Teilzeit arbeiteten oder Angestellte statt Praxisinhaber sein wollten, bedeute dies tatsächlich nur einen Zuwachs von 0,2 Prozent.

Statistik der Bundesärztekammer umfassender

Zur Versorgung der jeweiligen Region tragen Praxen der Kassenärzte aber nicht allein bei – dazu kommen Ärzte in Krankenhäusern sowie etwa auch Physiotherapeuten und andere Heilberufler.

Das Bundesarztregister umfasst alle Ärzte und Psychotherapeuten, die gesetzlich Versicherte ambulant behandeln. Auch die Bundesärztekammer veröffentlicht eine Ärztestatistik, die allerdings alle in Deutschland tätigen Ärzte umfasst, also auch Krankenhausärzte und Privatärzte. Nicht berücksichtigt werden in dieser Statistik hingegen die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Psychotherapeuten.