Einer Chirurgin aus Australien ist es gelungen, durch Nerventransplantationen 13 Menschen, die ab der Halswirbelsäule abwärts gelähmt waren, die Bewegungsfähigkeit ihrer Arme und Hände wieder zu geben. Die Erkenntnisse von Natasha van Zyl und ihrem Team wurden in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht. 

Durch die Transplantation gesunder Nerven war es demnach möglich, die Beweglichkeit in den oberen Extremitäten zurückzuerlangen. Insgesamt wählten die Mediziner 16 Patientinnen und Patienten aus, die nach einer Verletzung der Halswirbelsäule an allen vier Gliedmaßen gelähmt waren. Diese Art der Querschnittlähmung wird als Tetraplegie bezeichnet. Entscheidend für die Auswahl der Patienten war, dass das Rückenmark oberhalb des sechsten Halswirbels unversehrt war und die Verletzung weniger als eineinhalb Jahre zurücklag.

Für die Behandlung trennte das chirurgische Team dem Bericht zufolge funktionsfähige Nerven aus dem oberen Bereich der Halswirbelsäule ab und leitete die Nerven an Muskelgruppen in den Armen um, insgesamt 59 Mal. In einigen Fällen wurden auch Sehnen verlegt. Anschließend mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Versuchs über einen Zeitraum von zwei Jahren mit Physiotherapie wieder neu lernen, ihre Hände und Arme zu bewegen.

In drei Fällen lägen keine Daten zum Stand 24 Monate nach der Operation vor. Bei den übrigen 13 Patientinnen und Patienten sei die Transplantation erfolgreich verlaufen: Alltägliche Tätigkeiten – Essen, Trinken, Zähneputzen, aber auch Schreiben, Tippen oder das eigenständige Fahren eines Rollstuhls – seien wieder möglich.

"Für Menschen mit Tetraplegie ist die Verbesserung der Handfunktion das wichtigste Einzelziel", zitierte das Journal die verantwortliche Chirurgin van Zyl. In gewissem Maß sei dieses Ziel erreicht worden.