Wegen der anhaltenden Ebola-Epidemie im Kongo hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" ausgerufen. Sie folgte damit der Empfehlung eines Expertenrats, der hierüber in Genf beraten hatte. Mit der Maßnahme will die WHO den Kampf gegen die Krankheit im Kongo und den Nachbarländern intensivieren. So sollen Behandlungszentren besser ausgestattet und weitere Hilfskräfte ausgebildet werden.

Trotz dieser stärkeren Maßnahmen gegen die Krankheit stellte die WHO klar, dass sie zurzeit nicht von einer Ausweitung der lebensgefährlichen Seuche über die Region hinaus ausgeht. "Dies ist absolut keine globale Bedrohung", sagte der Vorsitzende des Expertenrats, Robert Steffen. Ebola bleibe eine regionalen Bedrohung. Ihm zufolge sind selbst in der Region keine Grenzschließungen nötig. Diese würden den Kampf gegen die Krankheit sogar noch erschweren, da Menschen dann womöglich Schleichwege benutzten und nicht die offiziellen Grenzübergänge, wo medizinisches Personal bei Passanten nach Krankheitsanzeichen Ausschau hält.

Grund für die neuen Maßnahmen der WHO ist, dass der derzeitige Ebola-Ausbruch auch nach einem Jahr noch nicht unter Kontrolle ist. In der Millionenstadt Goma gab es am Wochenende den ersten Fall, und im Nachbarland Uganda sind im Juni drei Fälle bekannt geworden. Dort sind derzeit vier Impfteams unterwegs, nachdem am Montag eine Kongolesin an Ebola gestorben ist, die auch im Nachbarland Uganda auf dem Markt gewesen war.

Bis Mittwoch gab es im Kongo mehr als 2.500 Ebola-Fälle und mehr als 1.600 Tote. Nach der verheerenden Epidemie in Westafrika 2014/2015 mit mehr als 11.000 Todesopfern ist dies der bislang schlimmste Ebola-Ausbruch. Er ist besonders schwer in den Griff zu bekommen, da die Region sehr instabil ist und dort etliche bewaffnete Gruppen aktiv sind.

Im Ausbruchsgebiet wird momentan ein experimenteller Impfstoff erprobt. Bisher wurden rund 130.000 Menschen geimpft. Auch wenn endgültige Daten noch ausstehen, bescheinigen Expertinnen und Experten dem Impfstoff eine hohe Wirksamkeit.