Die Ausbildung von Erzieherinnen und Lehrkräften beim Thema gesunde und ausgewogene Ernährung ist lückenhaft. Das geht aus einer Studie zur Ernährungsbildung in Schulen und Kitas hervor, die Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) vorgestellt hat. Demnach werden Erzieher und Lehrerinnen meist unzureichend auf die Wissensvermittlung in Ernährungsfragen vorbereitet. Auch wiesen Lehrbücher häufig fachliche Mängel auf.

Klöckner sagte, der Grundstein für eine gesunde und ausgewogene Ernährung werde im Kindesalter gelegt. Entscheidend sei, "dass Ernährungswissen von den Erziehern und Lehrkräften aktiv vermittelt wird". Dafür müssten die Pädagogen mit entsprechenden Kompetenzen ausgestattet sein. Die Studie zeige, dass in diesem Punkt Nachholbedarf bestehe. Die Ministerin kündigte deswegen die Erarbeitung eines Konzepts an mit dem Ziel, das Thema Ernährungsbildung verstärkt in Ausbildung, Studium und Fortbildungen zu verankern.

In der Studie heißt es, in Lehramtsstudiengängen seien Ernährungsfragen "häufig eher ein Randthema". Zudem zeigten die Lehrerinnen und Lehrer wenig Interesse an ernährungsbezogenen Fortbildungen. Für die Untersuchung analysierte Helmut Heseker von der Universität Paderborn mit seinem Team Bildungspläne für die frühkindliche Bildung und Lehrpläne aller Schularten. Auch die Ausbildungsinhalte der Lehrkräfte und Pädagogen waren Gegenstand der Forschung. Zudem wurden Schul- und Kitaleitungen, Lehrkräfte und Kitaträger befragt.

Der Studie zufolge verankerten die Länder zwar die Themen Essen und Ernährung in den Bildungsplänen für Kita und Schule. Das Angebot an Fortbildungen reiche aber häufig nicht aus, um den Mangel in der Ausbildung zu kompensieren.

Nach Erkenntnissen des Robert-Koch-Instituts haben in Deutschland 26 Prozent der Fünf- bis Siebzehnjährigen Übergewicht, beinahe zehn Prozent sind fettleibig. Als Gegenmaßnahme soll die Aufklärung der Kinder verbessert werden. Ärztepräsident Klaus Reinhardt hatte kürzlich sogar ein Schulfach in "Gesundheitsförderung" gefordert.