Das kongolesische Gesundheitsministerium hat einen Ebola-Fall in Goma im Osten des Landes festgestellt. Damit ist zum ersten Mal seit dem neuerlichen Ausbruch des Virus eine Infizierung mit dem Erreger in einer Großstadt mit einer Million Einwohnern bestätigt worden.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums reiste ein mit Ebola infizierter Mann aus der Provinz Südkivu mit dem Bus nach Goma. Er habe die Hauptstadt der Provinz Nordkivu am Sonntag erreicht. Die Reiseroute habe über die Stadt Butembo geführt, in der bereits etliche Menschen an Ebola erkrankt sind.  

Die Behörden versicherten jedoch, das Risiko einer Ausbreitung des Erregers in der Stadt sei gering: Der Patient sei zügig identifiziert und isoliert worden. Alle übrigen Passagiere des Reisebusses seien ebenfalls identifiziert worden.

Der Generalsekretär der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, äußerte sich besorgt zu dem Fall. Allerdings sei eine Infizierung in der Millionenstadt zu erwarten gewesen. Die Behörden in Goma hätten intensive Vorbereitungen getroffen, um einen Ebola-Fall schnell identifizieren und darauf reagieren zu können. Dem WHO-Direktor zufolge wurde ein Ebola-Behandlungszentrum eingerichtet. Außerdem seien allein in Goma rund 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegen Ebola geimpft worden.

Insgesamt sind im Osten der Demokratischen Republik Kongo bislang 2.489 Menschen erkrankt. In knapp 2.400 Fällen wurde das Virus im Labor bestätigt. 1.665 Menschen starben. Die derzeitige Ausbreitung der Krankheit seit etwa einem Jahr gilt als schlimmster Ebola-Ausbruch seit der Epidemie in Westafrika im Jahr 2014 – damals waren mehr als 11.000 Menschen getötet worden.

In den Prozinzen Nordkivu und Ituri bekämpfen sich verschiedene bewaffnete Gruppen. Wegen dieser Gewalt gilt es als besonders schwierig, die Ausbreitung des Ebola-Erregers einzuschränken und die Situation unter Kontrolle zu bringen. Immer wieder kommt es auch zu Angriffen auf Hilfskräfte. In einigen Teilen der Bevölkerung werden humanitäre Helferinnen und Helfer zudem nur mit Skepsis empfangen. Die Demokratische Republik Kongo gilt als eines der ärmsten Länder der Welt.