Witze werden als lustiger wahrgenommen, wenn zur Pointe Lacher eingespielt werden, wie es etwa bei Sitcoms geschieht. Zu diesem Ergebnis kommt eine britische Studie, die im Fachblatt Current Biology (Cai et al., 2019) veröffentlicht wurde. Demnach bewerteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer maue Witze dann am besten, wenn spontanes, natürliches Gelächter eingespielt wurde. Aber auch gestellte Lacher verbesserten die Bewertung eines Witzes. "Die Studie zeigt, dass das Zufügen von Gelächter zu einem Witz die Witzigkeit erhöht – egal, wie lustig oder unlustig der Witz ist", sagte eine Co-Autorin der Studie, Sophie Scott, vom University College London.

Für ihre Untersuchung hatten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Liste mit Flachwitzen erstellt. Beispiele sind "Warum sind Katzen gut bei Videospielen? Weil sie neun Leben haben" oder "Womit bezahlt ein Dinosaurier? Mit Tyrannosaurus-Schecks".

Zunächst sollte eine Studierendengruppe die Witze auf einer Skala von eins bis sieben bewerten – von gar nicht witzig bis extrem komisch. Ein Teil der Probandinnen und Probanden hörte die Witze, die ein Comedian eingesprochen hatte, am Computer, ohne Lacher. Eine zweite Gruppe bekam die Witze anschließend mit Gelächter vorgespielt. Jeweils zur Hälfte wurden dabei Aufnahmen von echtem, spontanem Lachen verwendet oder von Menschen, die nur so taten, als ob sie lachen. Dabei bewertete die Gruppe mit den spontanen Lachern die Witze am besten. "Ich finde es faszinierend, dass Gelächter die Witze lustiger erscheinen lässt. Aber vor allem, dass sie umso lustiger empfunden wurden, je spontaner das Lachen war", sagte Co-Autorin Scott.

Noch ist unklar, warum Witze mit Lachern lustiger sind

Unter den 72 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der zweiten Gruppe befanden sich auch 24 Menschen mit Autismus. Diese bewerteten die Witze sogar noch besser. Die Forscherinnen und Forscher schließen daraus, dass Autisten ihre Bewertung weniger davon abhängig machen, ob der Witz kindisch und damit uncool ist. Grundsätzlich war die ähnliche Bewertung beider Gruppen für die Studienautoren überraschend. Frühere Studien hatten nämlich ergeben, dass Autisten – zumindest im Kindesalter – im Verhalten weniger stark darauf reagieren, ob andere mitlachen oder etwa Lacher in Cartoons eingespielt werden.

Warum die Witze mit Lachern besser bewertet wurden, ist noch unklar. Die Forscherinnen und Forscher vermuten, dass es einen Ansteckungseffekt geben könnte oder dass der Witz durch das Gelächter eine Art Billigung erfährt. In weiteren Studien wollen sie das nun näher untersuchen: "Wir wollen Gehirnscans machen, um herauszufinden, wie das gehörte Lachen die Aufnahme des Witzes im Gehirn beeinflusst und ob das bei allen Menschen gleich abläuft", sagte Wissenschaftlerin Scott.

Lachen ist grundsätzlich ein soziales Phänomen, weshalb Menschen öfter lachen, wenn sie mit andern zusammen sind. "Früher wurden Radio- und Fernsehprogramme vor einem Livepublikum aufgezeichnet, damit die Zuschauer und Zuhörer sich als Teil der Darbietung fühlen konnten", sagte Scott.

Bei weniger witzigen Programmen habe es dann das Problem gegeben, dass es manchmal zu wenige Lacher gab. Deshalb seien die Produzenten zunehmend auf eingespielte Lacher aus der Konserve umgestiegen. Da natürliches Lachen aber besser funktionieren, würden Fernsehshows vor einem Livepublikum aufgezeichnet und schwächere Lachreaktionen dann bei der späteren Bearbeitung mit künstlichen Lachern verstärkt.