Die Grenze zwischen dem von Ebola getroffenen Kongo und dem Nachbarland Ruanda ist wieder geöffnet. Das teilte das kongolesische Präsidentenamt mit. Ruanda hatte die Grenze für mehrere Stunden geschlossen, nachdem in der Grenzstadt Goma der erste Fall einer direkten Übertragung des Ebola-Virus bestätigt worden war. Der Kongo hatte gegen die Schließung der Grenze protestiert. Sie widerspricht auch internationalen Gesundheitsempfehlungen.

Das Gesundheitsministerium des Kongos bestätigte, die einjährige Tochter eines Mannes, der diese Woche in Goma starb, sei ebenfalls erkrankt. Die gesamte Familie des Mannes sei einem "hohen Risiko" ausgesetzt und befinde sich in Quarantäne, war in der neuen Mitteilung zu lesen. Es sei wahrscheinlich, dass auch bei anderen Familienmitgliedern Ebola diagnostiziert werde.

Die Ebola-Epidemie grassiert seit einem Jahr vor allem im Osten des Kongos. Am 1. August 2018 hatten die Behörden in der Provinz Nord-Kivu die ersten Fälle gemeldet. Seither kamen mehr als 1.700 Menschen ums Leben. Es ist damit der Ebola-Ausbruch mit der zweithöchsten Opferzahl nach jenem in mehreren westafrikanischen Staaten von 2014 bis 2016.

"Das ist kein Sterbehaus"

Die Behörden appellierten an die Bevölkerung, Ebola-Verdachtsfälle nicht zu verstecken, sondern umgehend zu melden: "Das Ebola-Behandlungszentrum ist kein Sterbehaus, die Kranken müssen rechtzeitig hierhergebracht werden", sagte Koordinator Abedi.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Ebola-Epidemie im Kongo als internationalen Gesundheitsnotstand eingestuft, nachdem Mitte Juli der erste Fall in Goma bekannt geworden war. Die WHO hatte zwar vor einer Ausbreitung von Ebola auf andere Staaten der Region gewarnt, aber gleichzeitig empfohlen, keine Reisebeschränkungen einzuführen. Erst am Mittwoch hatte die Gesundheitsorganisation mehrere afrikanische Staaten noch dafür gelobt, dass sie ihre Grenzen weiter offen halten.

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