In den USA ist die Zahl der Krankheitsfälle nach dem Konsum von E-Zigaretten gestiegen. Aus 38 Staaten und einem US-Territorium seien mittlerweile 530 bestätigte und mutmaßliche Fälle von Atemwegserkrankungen gemeldet worden, teilte die Gesundheitsbehörde CDC am Donnerstagabend (Ortszeit) mit. Vergangene Woche waren es noch 380.

Die Ursache der Erkrankungen in den USA ist noch unklar. Ärzte haben zwar festgestellt, dass sie einer Inhalationsverletzung ähneln, bei der die Lunge offenbar auf eine ätzende Substanz reagiert. Bisher konnte aber kein bestimmtes E-Zigarettenprodukt mit den Erkrankungen in Verbindung gebracht werden.

Die meisten Patienten gaben indes an, Geräte mit THC genutzt zu haben. Die psychoaktive Substanz kann für Rauschzustände sorgen.

In St. Louis im Bundesstaat Missouri ist nach Angaben der CDC in dieser Woche zudem ein 40-jähriger Mann gestorben. Es handelt sich damit um den achten Todesfall, der auf die Verwendung von E-Zigaretten zurückgeführt wird. Der Mann hatte seiner Familie mitgeteilt, dass er im Mai wegen chronischer Schmerzen mit dem E-Zigaretten-Gebrauch begonnen habe, wie eine Kliniksprecherin in St. Louis sagte. Ob er dabei THC konsumierte, ist noch unklar.

Bei zwei Drittel der Krankheitsfälle sind 18- bis 34-Jährige betroffen, rund drei von vier sind Männer. Die ersten Fälle traten im April auf. Am kommenden Dienstag will sich ein Unterausschuss im US-Kongress mit dem Phänomen befassen.

Die für Lebensmittel- und Arzneimittelüberwachung zuständige Behörde FDA gab unterdessen bekannt, dass ihre Kriminalabteilung einer ersten Spur folge. So deuteten Krankheitsfälle auf E-Zigaretten aus dem Schwarzmarkt hin. Der Direktor der FDA-Abteilung für Tabakprodukte, Mitch Zeller, sagte, dass es nicht um eine Strafverfolgung von Einzelpersonen gehe, die illegale Geräte nutzten. Seine Abteilung wolle vielmehr mit ihren "Spezialfähigkeiten" bei der Ursachensuche helfen.