Der US-Hersteller des Schmerzmittels OxyContin hat Insolvenz angemeldet. Am Sonntag stellte die Firma Purdue Pharma in White Plains im Staat New York einen entsprechenden Antrag.

Bereits vor einigen Tagen hatte das Unternehmen im Zusammenhang mit seiner Rolle in der Opioidkrise in einem milliardenschweren Rechtsstreit eine grundsätzliche Einigung erzielt. Zahlreiche Kommunalregierungen und mehr als 20 US-Staaten hatten Purdue Pharma verklagt. Nach dem Deal soll das Unternehmen über einen längeren Zeitraum bis zu zwölf Milliarden Dollar Entschädigung zahlen.

Opioide werden für den Tod von mehr als 400.000 Menschen in den USA in den vergangenen zwei Jahrzehnten verantwortlich gemacht. Der US-Pharmaindustrie – und besonders Purdue Pharma – wird vorgeworfen, die Suchtgefahr der Schmerzmittel heruntergespielt zu haben. Dadurch sollen sie dazu beigetragen haben, dass viel mehr Medikamente wie OxyContin verschrieben wurden. Im Oktober hatte ein Verfahren gegen Purdue ohne Einigung mit den Klägern vor einem Bundesgericht begonnen, das erste dieser Art.

Damit wird der juristische Ärger für Purdue Pharma voraussichtlich nicht enden. Etwa die Hälfte der Staaten haben sich der Grundsatzeinigung nicht angeschlossen, etliche wollen vor Gericht dagegen Beschwerde einlegen und weitere Klagen gegen die Mitglieder der Sackler-Familie anstrengen, der die Firma gehört.