In der Demokratischen Republik Kongo haben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge fast zwei Drittel aller behandelten Ebola-Patienten die gefährliche Krankheit überlebt. Von den 1.555 Menschen, die bislang in ein Ebola-Behandlungszentrum eingeliefert worden seien, konnten 1.000 geheilt werden, wie die WHO mitteilte. Damit sei die Sterberate von behandelten Patienten von 50 Prozent bei der Ebola-Epidemie in Westafrika 2014/2015 auf 34 Prozent gesunken.

Nach Angaben der kongolesischen Behörden sind allerdings bislang 3.198 Menschen an Ebola erkrankt, 2.137 von ihnen sind gestorben. Im Durchschnitt habe es vier bis fünf Tage nach Ausbruch erster Symptome gedauert, bis die Patienten in einem Behandlungszentrum ankamen, schreibt die WHO. Etliche Menschen, die sich infizieren, werden von ihren Angehörigen nicht in ein Behandlungszentrum gebracht. Ein Grund dafür sind die langen Wege zu den Kliniken. Zusätzlich ist die Anreise gefährlich, weil im Ostkongo zahlreiche bewaffnete Gruppen aktiv sind. 

Zudem sind in der Bevölkerung Angst und Misstrauen gegenüber der Krankheit, aber auch gegenüber den Behandlungszentren verbreitet. Kongos Koordinator im Kampf gegen Ebola Aruna Abedi rief die Bevölkerung dazu auf, Ebola-Verdachtsfälle nicht zu verstecken. "Das Ebola-Behandlungszentrum ist kein Sterbehaus, die Kranken müssen rechtzeitig hierhergebracht werden", sagte er im Sommer.

Deutschland will Ebola-Hilfe um drei Millionen aufstocken

Die Epidemie begann vor mehr als einem Jahr, vor allem in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri im Osten des Landes. Sie ist der schlimmste Ebola-Ausbruch seit der Epidemie von 2014/2015, als mehr als 11.000 Menschen an der Krankheit starben. Wegen der instabilen Lage in der Region ist es besonders schwer, den Ausbruch einzudämmen. Der Nachbarstaat Ruanda hatte im Sommer entgegen den Empfehlungen der WHO kurzzeitig die Grenze zum Kongo geschlossen.

Indessen hat der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei einem Treffen mit WHO-Vertretern in der ostkongolesischen Stadt Goma weitere Finanzhilfen für den Kampf gegen Ebola angekündigt. Der 2015 während der ersten Ebola-Krise eingerichtete Notfallfonds soll demnach um drei Millionen Euro aufgestockt werden. Deutschland gilt mit seit Gründung des Fonds eingezahlten 33,6 Millionen Euro als größter Beitragszahler weltweit. "Gesundheit kennt keine Grenzen", sagte der Minister. Es gebe erste Medikamente, die Ebola heilen. "Unser Hauptproblem ist die Sicherheitslage im Ostkongo, sodass viele Menschen im Moment nicht erreicht werden können."

Kurz erklärt - Wie sich Ebola verbreitet Was sind die Symptome von Ebola? Wie wird es übertragen? Wie kann es gestoppt werden? Ein kurzes Erklärvideo von explainity