Bundesernährungsministerin Julia Klöckner treibt die Einführung des farbigen Logos Nutri-Score für bestimmte Lebensmittel voran. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr, hat die CDU-Politikerin jetzt eine dafür vorgesehene Verordnung auf den Weg gebracht. Sie soll den Rechtsrahmen für eine freiwillige Verwendung der Kennzeichnung auf der Packungsvorderseite von Fertigprodukten schaffen.

Jahrelang war über eine klarere Kennzeichnung für Zucker, Fett und Salz in Lebensmitteln gestritten worden. Ende September dann hatte sich Klöckner auf das aus Frankreich stammende System festgelegt – auf Grundlage einer offiziellen Verbraucherbefragung ihres Ministeriums.

Der Nutri-Score bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz auch empfehlenswerte Bestandteile wie Ballaststoffe oder Proteine in eine Gesamtbewertung ein und gibt dann einen einzigen Wert an – auf einer fünfstufigen Skala von "A" auf dunkelgrünem Feld für die günstigste Bilanz über ein gelbes "C" bis zu einem roten "E" für die ungünstigste. Das zutreffende Feld wird hervorgehoben.

Aldi, Lidl und Rewe sind grundsätzlich dabei

Das neue Logo soll eine Ergänzung für die EU-weit verpflichtende Nährwerttabelle sein, die meist auf der Rückseite von Packungen steht. Erste Produkte damit sind schon in deutschen Supermärkten zu kaufen. Die großen Discounter Aldi und Lidl und die Supermarktkette Rewe haben grundsätzlich angekündigt, die freiwillige Kennzeichnung zumindest für Teile ihrer Eigenmarken einführen zu wollen.

Der passende Rechtsrahmen soll Mitte 2020 stehen, mit ihrem Verordnungsentwurf schaffte Klöckner nun die erste Voraussetzung dafür. Das Papier muss zunächst in der Regierung abgestimmt werden, später müssen dem nicht nur das Kabinett und der Bundesrat, sondern auch die EU-Kommission zustimmen. Der Nutri-Score wird dabei europarechtlich als "staatliche Empfehlung" eingestuft. Für ein EU-weit verpflichtendes System will sich nach eigenen Angaben auch Klöckner künftig einsetzen.