Die Zahl der Fruchtwasseruntersuchungen zur Feststellung von Erbkrankheitenwie etwa Trisomien – während der Schwangerschaft ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Registrierte die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) 2012 noch 20.639 derartige Untersuchungen, waren es 2018 noch 8.538. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor.

Als Alternative zur Fruchtwasseruntersuchung sind seit 2012 nicht invasive Pränataltests (NIPD) zugelassen, bei denen eine Blutprobe entnommen wird. Sie sind für die Schwangere und ihr ungeborenes Kind weniger riskant. Bei Schwangerschaften mit besonderen Risiken, etwa wenn die werdende Mutter über 35 Jahre alt ist, soll künftig die Krankenkasse die Kosten für die nicht invasive Testmethode übernehmen. Derzeit müssen Schwangere für diese Tests mehrere Hundert Euro zahlen.

Erst im Frühjahr hatte der Bundestag über die ethischen Folgen derartiger Tests debattiert. Befürworter verweisen auf die hohe Zuverlässigkeit der Tests und das geringere Risiko von Fehlgeburten. Kritikerinnen wie die katholische Kirche und zahlreiche Bundestagsabgeordnete aller Fraktionen warnen davor, dass eine beständige Ausweitung der nicht invasiven Pränataldiagnostik (NIPD) zu einem Anstieg von Schwangerschaftsabbrüchen und einer zunehmenden Diskriminierung von Menschen mit Behinderung führen könnte.