In den USA steigt die Anzahl der Menschen, die an den Folgen von E-Zigaretten gestorben sind, weiter an. Die US-Gesundheitsbehörde CDC verzeichnet bereits 39 Tote in zwei Dutzend Bundesstaaten. Auch die Zahl der Erkrankten nahm auf nun 2.051 bestätigte Fälle zu. Die Betroffenen leiden häufig an Atemwegsproblemen und Lungenschäden.   

Welche Inhaltsstoffe genau die Lungenschäden und letztlich den Tod verursachen, ist laut CDC noch nicht geklärt. Hinweisen zufolge spielt womöglich die psychoaktive Substanz Tetrahydrocannabinol – kurz THC – bei den Erkrankungen eine Rolle. Viele betroffene Patientinnen und Patienten gaben an, Produkte mit THC verwendet zu haben. Die psychoaktive Substanz steckt auch in Cannabis und hat eine berauschende Wirkung.   

In Deutschland und auch europaweit sind bisher keine ähnlichen Beschwerden im Zusammenhang mit E-Zigaretten bekannt. Die Krankheits- und Todesfälle scheinen sich weiterhin auf Nutzerinnen und Nutzer in Nordamerika zu beschränken. Das könnte daran liegen, dass die Zusammensetzung der Wirkstoffe von E-Zigaretten in Deutschland strenger reguliert sind als in den USA.

E-Zigaretten werden als risikoarme Alternative zu normalen Zigaretten beworben, da sie keinen Tabak enthalten. Forscherinnen und Forscher warnen jedoch davor, die gesundheitlichen Risiken von E-Zigaretten zu unterschätzen. Einer Studie des medizinischen Kollegs der Ohio State University zufolge sind auch E-Zigaretten für das Herz-Kreislauf-System schädlich. Genau wie herkömmliche Zigaretten, enthalten die neuen Produkte ebenfalls Nikotin. Dies erhöht den Blutdruck und die Herzfrequenz. Außerdem können Aromen und Feinstaub in der verwendeten Flüssigkeit zu Arterienverhärtungen, Entzündungen und oxidativem Stress führen. Insgesamt sei über die Langzeitfolgen von chronischem E-Zigaretten-Gebrauch noch zu wenig bekannt.