Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit muss häufiger vor verunreinigten Lebensmitteln warnen. Das geht aus einer Aufstellung des Bundesamts hervor, aus der die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten. Bis Ende November gab die Behörde demnach 183 Warnungen heraus – fast genauso viele wie im gesamten vergangenen Jahr. Im Jahr 2017 waren 161 Lebensmittel beanstandet worden, 2015 lediglich 100 Produkte. 

Die meisten Warnungen – insgesamt 51 – gab es in diesem Jahr wegen Fleisch, Wild, Geflügel und Wurst. Eine betraf den Fall der hessischen Wurstfabrik Wilke, die offenbar listerienverseuchte Produkte in Umlauf gebracht hatte. Danach folgen in der Statistik 27 Warnungen vor Milchprodukten. In Getreide und Backwaren kam es zu 17 Auffälligkeiten, bei Knabberwaren und Fischen gab es jeweils zehn Meldungen.

Die meisten Lebensmittel wurden wegen mikrobiologischer Verunreinigungen beanstandet. In der Regel handelt es sich um Keime, Bakterien oder Pilze, die Krankheiten auslösen können. Der zweithäufigste Grund für Warnungen waren "Fremdkörper". In 60 Fällen wurden in diesem Jahr unter anderem Glas, Metall oder Plastikteile in Produkten gefunden.

Jedes Jahr werden bundesweit mehr als 500.000 Betriebe der rund 1,2 Millionen registrierten Unternehmen der Lebensmittelbranche überprüft. Verantwortlich dafür sind die Bundesländer, die ihre Kontrolleure in die Betriebe schicken.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch sieht bei der Lebensmittelkontrolle dringenden Verbesserungsbedarf. "Nach jedem neuen Lebensmittelskandal reden wir über die gleichen alten Probleme – aber die Politik packt die entscheidenden Schwachstellen im Lebensmittelrecht nicht an", sagte Foodwatch-Sprecher Andreas Winkler den Funke-Zeitungen. Das entscheidende Problem sei, dass die Verbraucher in der Regel nicht erfahren, welche die "Schmuddelbetriebe" seien.