• Inzwischen sind allein in China mehr als 17.000 Menschen mit dem neuen Coronavirus infiziert. Die Zahl der Toten ist weltweit auf 361 gestiegen. Statistisch gesehen ist das eine verhältnismäßig geringe Todesrate.
  • In Deutschland haben sich zehn Menschen nachweislich angesteckt. Es handelt sich größtenteils um Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto. Sie sind in einer guten Verfassung.
  • Viele Fluggesellschaften haben Flüge nach China gestrichen. Ausländische Firmen schlossen Filialen und Werke in China.
  • Mehrere Länder holen ihre Staatsbürger zurück, auch Deutschland.
  • Als möglicher Verbreitungsherd des Ausbruchs wird ein Wildtiermarkt in der zentralchinesischen Stadt Wuhan in der Provinz Hubei vermutet. Das Erbgut des Erregers zeigt, dass zum Teil Fledermäuse ihn auf Menschen übertragen haben.
  • Lesen Sie hier unseren Schwerpunkt zum Coronavirus und seiner Ausbreitung. Die Johns Hopkins University in Baltimore dokumentiert alle Fälle in einer interaktiven Karte.
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Sören Götz
Der Corona-Virus beeinträchtigt zunehmend auch die Wirtschaft: Die Kurse an den chinesischen Börsen sind eingebrochen. Auch ein staatliches Aufkaufprogramm konnte das nicht verhindern.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO arbeitet mit Google und sozialen Netzwerken zusammen, um Gerüchte und Falschmeldungen über das Virus zu bekämpfen. Die WHO spricht bereits von einer "Infodemie".

Chinas Führung hat eingeräumt, im Umgang mit dem Virus Fehler gemacht zu haben. Das Notfallmanagement müsse sich verbessern.

Damit beenden wir dieses Liveblog für heute.
Sören Götz

Die Lufthansa setzt ihre Flüge von und nach China länger aus als zunächst angekündigt. Die Airline selbst sowie die Lufthansa-Gesellschaften Swiss und Austrian Airlines fliegen bis zum 28. Februar nicht nach Peking und Shanghai, wie der Konzern mitteilte. Die übrigen Ziele Nanjing, Shenyang und Qingdao werden demnach "bis zum Ende des Winterflugplans am 28. März nicht angeflogen".

"Flüge von und nach Hongkong finden unverändert wie geplant statt", meldet die Lufthansa weiter. Ende Januar hatte Europas größte Fluggesellschaft alle Flüge nach Festland-China zunächst bis zum 9. Februar gestrichen. Betroffenen Kunden hatte die Lufthansa angeboten, ihre Verbindung kostenlos umzubuchen oder zu stornieren.

Sören Götz
Chinas Führung hat Fehler im Umgang mit der Coronavirus-Epidemie eingeräumt. Der Ständige Ausschuss des Politbüros der regierenden Kommunistischen Partei teilte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua mit, die Reaktion auf die Coronavirus-Epidemie habe "Fehler und Schwierigkeiten" beim nationalen Notfallmanagement offengelegt. Das System müsse daher verbessert werden.

Das Ständige Ausschuss forderte außerdem, Märkte strenger zu überwachen. Der illegale Handel mit Wildtieren müsse verboten werden, die Behörden müssten hart dagegen vorgehen.

Angesichts der rasanten Ausbreitung des Erregers hat in China die Wut auf die Behörden zugenommen. Vor allem den Behörden in Wuhan wurde vorgeworfen, Informationen zu dem Virus zu lange zurückgehalten zu haben.
Sören Götz
Den zehn in Deutschland infizierten Menschen geht es soweit gut. Die acht Betroffenen aus Bayern seien in "gesundheitlich stabilem Zustand", teilte das Landesgesundheitsministerium mit. Einige von ihnen hätten grippeähnliche Symptome gehabt, hieß es weiter. Der Erreger war bei sieben Mitarbeitern eines Betriebs nachgewiesen worden. Zudem wurde ein Kind eines der Erkrankten positiv getestet.

Außerdem war das Virus bei zwei Passagieren festgestellt worden, die am Wochenende mit einem Bundeswehrflugzeug aus der besonders stark vom Virus betroffenen Stadt Wuhan zurückgeholt wurden. "Sie sind beide symptomfrei, es sind gesunde Menschen", sagte der Leiter des Gesundheitsamts Frankfurt, René Gottschalk. Allerdings müssten sie auf der Isolierstation bleiben, bis sie virenfrei seien.
Deutsche Wuhan-Rückkehrer werden untersucht
Sören Götz
Chinesische Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben weitere Hinweise gefunden, dass das Virus seinen Ursprung in Fledermäusen hat. In zwei im Fachmagazin "Nature" erschienenen Aufsätzen berichten sie, Genomsequenzen mehrerer Patienten in Wuhan zeigten, dass das Virus eng mit Viren verwandt ist, die die Lungenkrankheit Sars auslösen. In Wuhan war das Virus erstmals bei Menschen diagnostiziert worden.

In einer der Studien berichteten Shi Zhen Li und Kollegen vom Wuhan-Institut für Virologie, dass Genomsequenzen von sieben Patienten zu 96 Prozent identisch mit einem Fledermaus-Coronavirus gewesen seien. Auch Sars soll auf Fledermäuse zurückgehen, obwohl das Virus zunächst auf Zibetkatzen übersprang, bevor es beim Ausbruch 2002/2003 Menschen infizierte.
Claudia Bracholdt
Auch mit ungewöhnlichen Maßnahmen appellieren die chinesischen Behörden an die Bevölkerung, in ihren Häusern zu bleiben, um die weitere Ausbreitung der Epidemie zu verhindern. In diesem Agentur-Video soll unter anderem zu sehen sein, wie eine ältere Frau über eine Drohne dazu aufgefordert wird, die Straße zu verlassen. Inzwischen bestehen laut der Nachrichtenagentur dpa jedoch Zweifel daran, dass das Video tatsächlich den beschriebenen Vorgang zeigt. Die Quelle wird derzeit geprüft.
Dagny Luedemann
Wie soll es denn nun heißen? Bisher heißt der neue Erreger einer Lungenkrankheit lediglich 2019-nCoV – eine recht kryptische Abkürzung. Noch nicht bestätigten Berichten zufolge soll es bald den offiziellen Namen Sars-CoV 2019 bekommen. Damit würde deutlicher, dass der neue Virenstamm ein Verwandter des Schweren Akuten Respiratorischen Syndroms, kurz Sars, ist.

Vielfach ist dieser Tage von "dem Coronavirus" die Rede, wenn es um den Erreger der neuen Lungenkrankheit geht. Streng genommen ist das nicht ganz korrekt: Der neue Erreger ist ein Coronavirus von vielen. Zu dieser Virenfamilie zählt neben Sars auch der Erreger von Mers, dem Middle East Respiratory Syndrome.

Bekommt der neue Coronaviren-Stamm tatsächlich den Namen Sars-CoV 2019, wäre das für Laien nicht minder schwer verständlich als die bisherige Abkürzung.

In Vergangenheit wurden Krankheitserreger auch häufig nach dem Ort des ersten Ausbruchs benannt – etwa Ebola nach dem Fluss Ebola in der Demokratischen Republik Kongo. Das Marburg-Virus bekam seinen Namen, weil es erstmals in einem Marburger Labor nachgewiesen wurde. Andere Viren, wie etwa HIV, das Humane Immundefizienz-Virus, heißen danach, was sie anrichten.

Im Falle des neuartigen Coronavirus wollte man offenbar den Namen Wuhan-Virus vermeiden, da die Region des ersten Ausbruchs in Chinas Provinz Hubei ohnehin schon mit Stigmatisierungen rechnen muss, die man damit für alle Ewigkeit in der Forschung mit einem solchen Namen verankert hätte.
Sören Götz
Die internationalen Kreuzfahrt-Reedereien lassen künftig keine Passagiere oder Besatzungsmitglieder mehr an Bord, die in den vergangenen 14 Tagen auf dem chinesischen Festland unterwegs waren. Das teilte der internationale Kreuzfahrtverband Clia mit.

Zudem würden Reisen und Routen in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden und der Weltgesundheitsorganisation WHO gegebenenfalls verändert oder gestrichen. Das liege in der Verantwortung der jeweiligen Reederei.

Die Kreuzfahrtgesellschaften Costa Crociere und MSC hatten wegen des Ausbruchs des Coronavirus bereits alle Kreuzfahrten abgesagt, die von chinesischen Häfen starten.
Sören Götz
China ist weiterhin auf die Lieferung von Schutzausrüstung aus dem Ausland angewiesen. "Was China momentan dringend braucht, sind Atemmasken, Schutzanzüge und Schutzbrillen", sagte die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying. China hatte vergangene Woche schon einmal um Atemmasken gebeten.

In Provinzen und Städten mit insgesamt mehr als 300 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern haben die Behörden eine Schutzmaskenpflicht eingeführt. Vielerorts werden Atemmasken daher knapp.

Hilfe kommt einem Zeitungsbericht zufolge bereits vom Papst: Der Vatikan habe rund 700.000 Schutzmasken nach China geschickt, um die dortigen Behörden im Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen, berichtet die chinesische Zeitung "Global Times".

Auch Deutschland sei bereit, "nach Kräften zu helfen", wie ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte. "Dazu gehört auch zu prüfen, wo wir mit entsprechenden Materiallieferungen unterstützen können."

Sören Götz
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) arbeitet mit Google zusammen, um "Gerüchte und Falschinformationen" über den Ausbruch des Coronavirus einzudämmen. Bei Google-Suchanfragen dazu sollten als erste Ergebnisse Informationen der Organisation erscheinen, sagte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Twitter, Facebook, TikTok und Tencent hätten ebenfalls Schritte unternommen, "um die Verbreitung von Falschinformationen zu beschränken".

Online kursieren Verschwörungstheorien über das Virus und den Ausbruch, übertrieben hohe Zahlen sind ebenso im Umlauf wie angebliche Heilmittel. Am Sonntag beklagte die WHO, rund um das Virus gebe es eine "Infodemie" – also eine Flut an teils falschen und teils richtigen Informationen, die es "Menschen erschwert, vertrauenswürdige Quellen und eine zuverlässige Anleitung zu bekommen, wenn sie sie brauchen".