Wer kürzlich in China war und nun starken Husten und Fieber hat, sollte nicht mit der U-Bahn zum Arzt fahren. Und vorher in der Praxis anrufen, statt sich einfach ins Wartezimmer zu setzen. Das ist bisher über die Krankheit durch das neuartige Coronavirus bekannt:

Was ist das für eine neue Seuche?

Es ist eine Lungenkrankheit, die rund um die Weihnachtszeit erstmals in China ausgebrochen ist. Ausgelöst wird sie durch ein Virus aus der Familie der Coronaviren (siehe Kasten). Der Erreger 2019-nCoV ist verwandt mit jenen der gefährlichen Infekte Sars und Mers. Die neue Krankheit, die noch keinen eigenen Namen hat, verlaufe wohl seltener tödlich als das Schwere Akute Atemwegssyndrom, kurz Sars, oder Mers, dessen Abkürzung für Middle East Respiratory Syndrome steht, hieß es anfangs. Doch mittlerweile sind sich Forscherinnen und Forscher nicht mehr so ganz sicher.  

Nach oben Link zum Beitrag

Was sind die Symptome?

Die Krankheit beginnt mit Atemnot, Schmerzen in der Lunge, Husten und hohem Fieber. Schieben Mediziner die Erkrankten in einen Computertomografen, zeigt sich an der Lunge ein ähnliches Bild wie bei Sars. Doch es sieht anders aus als bei einer herkömmlichen Lungenentzündung – egal, ob nun durch Viren oder Bakterien verursacht. Coronaviren als solche kennt man schon lange. Von den meisten bekommt man höchstens einen Schnupfen. Doch diesmal scheint eine im Tierreich schlummernde Erregervariante auf den Menschen übersprungen zu sein, die anders ist. Und die breitet sich gerade rasant aus – über Ländergrenzen hinweg.

Nach oben Link zum Beitrag

Wie gefährlich ist das Virus?

Nach bisherigen Erkenntnissen ist das Virus weniger ansteckend als der Sars-Erreger. Gesicherte Informationen gibt es bislang nur zu den ersten Todesfällen, die aus China gemeldet wurden. Demnach waren es vor allem ältere Menschen mit teils schweren Vorerkrankungen, die infolge der Infektion mit dem Erreger 2019-nCoV gestorben sind. Der erste offiziell registrierte Tote hatte einen Tumor im Bauch und war chronisch leberkrank. Die beiden Patienten, deren Tod am 21. Januar bestätigt wurde, waren ein 66-jähriger Mann mit chronischer Lungenkrankheit und Bluthochdruck sowie eine 48-jährige Frau mit Diabetes und einem Schlaganfall in ihrer Krankengeschichte. Die neue Virusvariante scheint also besonders älteren und kranken Menschen gefährlich werden zu können. Dieses Muster kennen Medizinerinnen und Mediziner auch von Grippeviren.

Harmlos ist das neue Coronavirus aber keinesfalls, gleichzeitig mahnen Wissenschaftler immer wieder zur Besonnenheit. Ungefähr ein Viertel aller Fälle verlaufe nach gegenwärtigem Kenntnisstand sehr schwer, hieß es von der Weltgesundheitsorganisation WHO. Von 41 Patientinnen und Patienten aus einem Krankenhaus in Wuhan, die in einem wissenschaftlichen Artikel beschrieben werden, starben sechs, also ungefähr 15 Prozent (The Lancet: Huang et al., 2020). In einem der Studie beiliegenden Kommentar weisen Ärztinnen und Ärzte aber darauf hin, dass viele Infizierte wenige oder gar keine Symptome haben. Deshalb sei eher davon auszugehen, dass ungefähr drei Prozent der Infizierten sterben (The Lancet: Wang et al., 2020). Aber auch diese Zahl, schreiben die Autoren, sei mit Vorsicht zu genießen, denn "nicht alle Patienten haben ihre Krankheit hinter sich gelassen (das heißt, sind gestorben oder haben sich erholt) und die wahre Zahl der Erkrankten ist unbekannt".

Nach oben Link zum Beitrag

Wie viele Menschen sind infiziert?

Nachdem die Zahl gemeldeter Fälle in der ersten Januarhälfte stagnierte, steigt sie seit Mitte Januar kontinuierlich an. Am 28. Januar waren bereits mehr als 4.000 Infektionsfälle bestätigt, mindestens 100 Menschen sind an der durch das Virus ausgelösten Lungenentzündung gestorben.  

Woher kam das neue Coronavirus?

Das Coronavirus 2019-nCoV tauchte erstmals im Dezember 2019 auf einem Fisch- und Wildtiermarkt im zentralchinesischen Wuhan auf.

Der Großteil der Infektionen betrifft China. Nach chinesischen Angaben kommen zu den bestätigten Fällen etwa 6.000 Verdachtsfälle (Stand 26. Januar) dazu. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO veröffentlicht auf ihrer Homepage täglich neue Zahlen zum Ausbruch.

Mittlerweile melden immer mehr andere Länder einzelne Ansteckungen, etwa Japan, Südkorea, Thailand, Australien und die USA. Am 24. Januar gab Frankreich als erstes europäisches Land drei Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bekannt. Eine der erkrankten Frauen soll zuvor aus Wuhan, wo der Ausbruch begonnen hatte, nach Lyon gereist sein. Auch die beiden anderen Infizierten in Frankreich waren der dortigen Gesundheitsministerin zufolge zuvor in China gewesen. In Deutschland gibt es einen ersten bestätigten Fall. Ein Mann aus Bayern soll sich bei einer Chinesin angesteckt haben, die zu einer Fortbildung zu Gast in Deutschland war.

Nach oben Link zum Beitrag

Wie hoch ist die Dunkelziffer?

Mit großer Sicherheit gibt es eine Vielzahl an Menschen, die sich angesteckt haben, aber nichts davon wissen. Sie tauchen in den offiziellen Zahlen also nicht auf. Wie hoch diese Dunkelziffer ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Wie gut ist das Überwachungssystem in China? Wie gut gelingt es, Kontaktpersonen von Infizierten ausfindig zu machen? Wie viele leichte Verläufe der Erkrankung gibt es, welche die Betroffenen nur für einen einfachen Schnupfen halten und deshalb nie zum Arzt gehen? Neil Ferguson, Professor für Gesundheitswesen am Imperial College in London, sagte dem Guardian vom 26. Januar, er schätze, dass weltweit bereits ungefähr 100.000 Menschen mit dem Virus infiziert sein könnten. Er und sein Team haben die mögliche Zahl von Infizierten anhand von Modellrechnungen bestimmt.

Bei den meisten Fällen außerhalb Chinas handelt es sich offenbar um recht milde Verläufe der Lungenkrankheit. Ferguson sagt, das könnte bedeuten, dass diese sich leichter verbreiten als schwere Infektionen. Das würde aber auch heißen, dass viele Menschen gar nicht merken, dass sie infiziert sind. Dann könnten sie unbemerkt weitere Personen anstecken – auch solche, die dann, etwa wegen eines ohnehin schon schlechten Gesundheitszustands, schwerer erkranken.

Nach oben Link zum Beitrag

Wie gut reagieren China und die Welt?

Alle Expertinnen und Experten, mit denen ZEIT ONLINE gesprochen hat, bescheinigen China eine rasche und koordinierte Reaktion. Die Regierung in Peking habe sehr schnell wichtige Daten öffentlich gemacht, insbesondere die Zahl der Verdachtsfälle und die Gensequenz des Erregers. Auch die Anrainerstaaten hätten vorbildlich reagiert, sagte Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg. Er ist einer der führenden deutschen Virologen. Bei der Sars-Epidemie, in deren Verlauf Anfang der Nullerjahre rund 800 Menschen starben, sei die Lage ganz anders gewesen. Damals sei "die dramatische Situation vor allem durch die späte Reaktion verursacht worden", sagte Schmidt-Chanasit.

Die Weltgesundheitsorganisation hat sich bisher dagegen entschieden, den Ausbruch des Coronavirus zur "gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite" zu erklären. Allein die Ende Januar deshalb abgehaltene Krisensitzung machte aber deutlich, dass die WHO den Ausbruch als Ereignis von weltweiter Bedeutung einstuft. Außerdem behielt sich dieses internationale beratende Gremium zur Seuchenbekämpfung vor, seine Meinung jederzeit zu ändern und den Notstand doch noch auszurufen. Am 26. Januar reiste der WHO-Generaldirektor Tedros Ghebreyesus nach China, um das weitere Vorgehen mit der Regierung zu besprechen.

Nach oben Link zum Beitrag

Welche Maßnahmen wurden getroffen?

In Wuhan, wo die ersten Krankheitsfälle aufgetreten waren, sollen innerhalb von Tagen zwei Krankenhäuser mit insgesamt 2.300 Betten gebaut werden. In mehreren Provinzen müssen die Menschen Mundschutz tragen. Und damit sich das Virus nicht weiterverbreiten kann, sind Bahnhöfe, Flughäfen, der Nahverkehr und Autobahnen in der betroffenen Region gesperrt. Davon sind mindestens 56 Millionen Chinesinnen und Chinesen in 22 Städten betroffen.

An den neuesten Maßnahmen gibt es Kritik: Lawrence Gostin etwa, Professor für Globale Gesundheit an der Georgetown University, sagte dem deutschen Science Media Center (SMC): "Eine Abriegelung von Wuhan wird die Epidemie in den Untergrund treiben und Angst und Panik auslösen." Während eines solchen Ausbruchs müsse man genau das Gegenteil tun, nämlich das "Vertrauen der Gemeinschaft gewinnen". Nur so würden die Menschen mitarbeiten, was es Behörden ermögliche, Infektionsketten lückenlos nachzuverfolgen, Kontaktpersonen von Infizierten zu ermitteln und unter Quarantäne zu stellen und so letztlich die Epidemie einzudämmen, sagte Gostin.

Nach oben Link zum Beitrag

Kann der Ausbruch eingedämmt werden?

Einige Expertinnen und Experten warnen davor, dass das Virus nicht länger kontrolliert werden kann. Wenn es nicht gelänge, es in China zu stoppen, könnte es sich dauerhaft weltweit ausbreiten. Im ungünstigsten Fall müsste es dann in die Liste der Viren aufgenommen werden, die regelmäßig Menschen infizieren, wie etwa das Grippevirus. "Je mehr wir über das Virus lernen, desto wahrscheinlicher wird es, dass sich die Übertragung nicht mit Maßnahmen der öffentlichen Gesundheit kontrollieren lässt", sagte die Spezialistin für Infektionskrankheiten Allison McGeer von der University of Toronto dem US-Newsportal Stat. Wie gefährlich eine solche globale Verbreitung wäre, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings schwer einschätzen. Fest steht: Das Virus hat längst andere Staaten und andere Kontinente erreicht, auch Europa.

Experten gehen davon aus, dass es neben den gesicherten Fällen in Frankreich und Deutschland zu weiteren Infektionen in Europa kommen wird. Zwar hatten sich bisher alle europäischen Erkrankten in China angesteckt, doch es ist nach allem, was bisher bekannt ist, nur eine Frage der Zeit, bis auch im europäischen Raum Übertragungen von Mensch zu Mensch stattfinden werden. Die Europäische Infektionsschutzbehörde ECDC teilte dazu mit: "Die europäischen Länder haben die Kapazitäten, einen Ausbruch zu verhindern und zu kontrollieren, sobald Fälle entdeckt werden."

Nach oben Link zum Beitrag

Woher kam das Virus?

Das neuartige Coronavirus wurde ursprünglich wohl von einem Tier auf den Menschen übertragen. Inzwischen häufen sich Hinweise, dass ein Markt in Wuhan, der als Ursprung des Virus galt und auf dem allerlei Tiere wie Schlangen, Füchse und Meeresfrüchte angeboten wurden, nicht die einzige Virusquelle gewesen sein dürfte. Einer Studie chinesischer Wissenschaftler zufolge hatte ein Patient, der bereits am 1. Dezember 2019 erkrankte, keinen Kontakt zu dem Markt (The Lancet, Huang et al. 2020). Von den 41 Patienten, die zunächst in einem Krankenhaus in Wuhan behandelt worden waren, waren 14* wohl nicht auf dem Markt gewesen. Es ist daher möglich, dass sich eine Person schon im November des letzten Jahres infizierte und das Virus überhaupt erst in den Markt einschleppte, wo sich dann weitere Personen angesteckt haben könnten.

Die Gensequenz der bisherigen Proben lässt vermuten, dass das Virus ursprünglich auf eine Fledermaus zurückgeht (Biorxiv: Benvenuto et al., 2020). Von der könnte es auf ein anderes Tier übertragen worden sein, an dem sich ein Mensch angesteckt haben könnte. Diese Infektionskette ist auch deshalb nicht unwahrscheinlich, weil sie der des Sars-Virus ähnelt, das mit dem neuen Coronavirus eng verwandt ist. Generell gilt für Viren, dass sie in verschiedenen Varianten in Tieren schlummern und auch über Artgrenzen hinweg ansteckend sein können. Wenn eine neue Erkrankung auf diesem Weg vom Tier zum Mensch übergeht, sprechen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Zoonosen.

Mittlerweile ist aber klar, dass der Erreger der neuen Lungenseuche auch von Mensch zu Mensch springt. Chinesische Behörden haben solch eine Übertragung bestätigt. Die WHO berichtete von einer Infektionskette mit vier Gliedern, das heißt: Ein Mensch hat sich an der tierischen Quelle angesteckt, dann einen zweiten Menschen angesteckt, der einen Dritten infiziert hat, der das Virus an einen Vierten weitergegeben hat.

Nach oben Link zum Beitrag

Wie steckt man sich an?

"Höchstwahrscheinlich per Tröpfcheninfektion, also über die Atemwege", erklärte Peter Hotez, Tropenmediziner am Baylor College of Medicine in Houston. Gegenüber ZEIT ONLINE beruft sich Hotez auf Erfahrungen mit Sars und Mers. Auch eine Mischung zwischen Tröpfchen- und Schmierinfektion sei plausibel, sagte der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité in den tagesthemen. Um genau zu wissen, auf welchem Wege und vor allem wie leicht sich das Virus übertrage, seien allerdings detaillierte epidemiologische Untersuchungen nötig, sagte der Tropenmediziner Schmidt-Chanasit von Bernhard-Nocht-Institut. Diese Untersuchungen führten chinesische Forscherinnen und Forscher gerade durch. Erste Ergebnisse werden in den kommenden Tagen und Wochen erwartet. 

Darüber, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt, gibt es verschiedene Schätzungen. Am 23. Januar schätzte die WHO, dass die Zahl zwischen 1,4 und 2,5 liege. Eine bisher ungeprüfte wissenschaftliche Arbeit kam dagegen auf 3,8 (Medrxiv: Read et al., 2020). Zum Vergleich: Ein Mensch, der Masern hat, steckt im Schnitt zwölf bis 18 Menschen an, ein Mensch, der die Virusgrippe Influenza hat, zwei bis drei. All diese Zahlen, sagte der Virologe Schmidt-Chanasit am 25. Januar, seien momentan aber eher Richtwerte, um einzuschätzen, wie sich die Epidemie weiterentwickeln könnte und welche Maßnahmen es nun brauche.

Auch über die Inkubationszeit – die Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen – ist wenig bekannt. Bei Sars beträgt sie durchschnittlich fünf Tage, es können zwei sein, aber auch zehn. Sowohl Schmidt-Chanasit als auch Hotez vermuten, dass es beim neuen Coronavirus ähnlich ist. Aber auch das müssten weitere Untersuchungen zeigen.

Nach oben Link zum Beitrag

Kann das Virus weiter mutieren?

Das ist sogar sicher. Alle Viren – nicht nur Coronaviren – verändern ihr Erbgut, wenn sie sich vermehren. Dadurch können Erreger für Menschen ansteckender werden oder gefährlicher. Diese Sorge hatte Chinas Vizegesundheitsminister zuletzt geäußert. Dass beides aber gleichzeitig geschieht, hält Jonas Schmidt-Chanasit für sehr unwahrscheinlich: "Damit Viren gefährlicher werden, müssen sie ihre Übertragbarkeit steigern und gleichzeitig so krankheitserregend bleiben wie bisher." Beim verwandten Mers-Virus, fügte er hinzu, habe man das in den vergangenen Jahren nicht beobachtet.

Nach oben Link zum Beitrag

Ist Fiebermessen an Flughäfen sinnvoll?

An vielen Bahnhöfen in China und an Flughafen auf der ganzen Welt wird aktiv nach Infizierten gesucht. Für wirklich sinnvoll hält der Virologe Schmidt-Chanasit diese Temperaturkontrollen bei der Einreise aber nicht. Er sagte ZEIT ONLINE am 22. Januar: "Man kann vielleicht einige Erkrankte identifizieren, aber insgesamt gibt es keine Belege, dass solche Maßnahmen die Situation verbessern." Einer der Gründe sei, dass Menschen, die das Virus bereits in sich tragen, aber noch keine Beschwerden haben, schlicht nicht ausfindig gemacht werden könnten. Solche Kontrollen seien vor allem symbolischer Natur.

Coronavirus - Deutscher Patient ist außer Lebensgefahr Der Mann steckte sich bei einer chinesischen Kollegin an. Die Gefahr für die Gesundheit der deutschen Bevölkerung ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts gering. © Foto: Reuters TV

Nach oben Link zum Beitrag

Was geschieht als Nächstes?

Momentan versucht China, den Ausbruch einzudämmen. Parallel beginnen die ersten klinischen Studien für eine Therapie. Dafür nutzen die Medizinerinnen und Mediziner antivirale Medikamente, die eine gewisse Wirksamkeit gegen die artverwandten Mers- und Sars-Viren gezeigt haben, vor allem Ritonavir, Lopinavir und Remdesivir (The Lancet: Huang et al., 2020).

Auch an einer Impfung gegen den Erreger wird bereits geforscht. Peter Hotez schrieb ZEIT ONLINE, dass man mit Kooperationspartnern wie der Fudan University in Shanghai nun prüfe, ob die bereits für Sars und Mers entwickelten Impfstoffkandidaten auch gegen 2019-nCov wirken. Weil diese Viren sich stark ähneln, ist das durchaus möglich. "Wir werden in den kommenden Wochen wissen, ob das der Fall ist", sagte Hotez. Dann werde man die Sicherheitstests und klinische Studien vornehmen. Das alles sei jedoch "leider kein schneller Prozess".

Nach oben Link zum Beitrag

Ist die Seuche gefährlicher als eine Grippe?

Im Moment klingt vor allem die wachsende Zahl der Infizierten bedrohlich – vor allem, wenn man davon ausgeht, dass einige Prozent davon versterben. Doch vermutlich werden sich die Angaben zur Mortalität der Lungenkrankheit noch relativieren. "Es war zu erwarten, dass die Zahlen schnell steigen, nachdem ein Test für das Virus verfügbar ist", sagte Virologe Schmidt-Chanasit im Gespräch mit ZEIT ONLINE. Weil dieser nun in China breit eingesetzt werde, würden auch mehr Fälle belegt. Darunter seien eben auch viele, bei denen die Erkrankung nur einen leichten Verlauf nehme. Dadurch relativiere sich auch die Zahl der Toten. Man sei dann recht schnell in einem Bereich, der mit der saisonalen Virusgrippe Influenza vergleichbar sei. Für besorgniserregend halte er das nicht. Wobei allein in Deutschland während einer schweren Grippesaison nach Angaben des Robert Koch-Instituts bis zu 20.000 Menschen an Influenza sterben können. Zwischen fünf und 20 Prozent der Bevölkerung infizieren sich pro Saison mit einem Grippevirus. Dennoch bestehe durch das neue Coronavirus kein Grund zur Panik, sagt Schmidt-Chanasit: "Alle sind wachsam und sehr gut vorbereitet. Besser kann es eigentlich nicht laufen."

Lesen Sie hier alles zum aktuellen Ausbruch des neuen Coronavirus.

*Anmerkung der Redaktion: Diese Zahl wurde im Nachhinein korrigiert.

Nach oben Link zum Beitrag