Mehrere Hundert Ärztinnen und Ärzte haben sich als Anbieter von Schwangerschaftsabbrüchen registrieren lassen. Auf einer neuen Infoliste sind Angaben der Bundesärztekammer zufolge inzwischen 301 Adressen zu finden. Weitere Einträge werden derzeit unter anderem auf korrekte Angaben überprüft und sollen in den nächsten Aktualisierungsrunden ergänzt werden, hieß es. Das Verzeichnis wird monatlich auf einen neuen Stand gebracht, Ärztinnen und Ärzte können sich freiwillig melden.

Die Bundesärztekammer hatte die Liste Ende Juli online gestellt, die Teil der Reform von Paragraf 219a des Strafgesetzbuches ist. Sie soll Frauen einen leichteren Zugang zu Informationen bieten.

Der Anfang 2019 beschlossene Kompromiss der großen Koalition zum sogenannten Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche sieht vor, dass Ärztinnen und Ärzte öffentlich machen dürfen, dass sie Abbrüche vornehmen. Weitere Informationen, etwa über angewendete Methoden, sind aber nicht erlaubt. Dazu sollen Ärztinnen und Ärzte auf der Liste Angaben machen können, ohne dass sie Gefahr laufen, gegen strafrechtliche Vorgaben zu verstoßen.

Um den Aufbau weiter zu beschleunigen, werde unter Ärzten kontinuierlich über die Liste und das Anmeldeverfahren informiert, erläuterte die Bundesärztekammer. Wenn Mediziner aufgenommen werden möchten, dauere die Registrierung auf der Internetseite etwa drei Minuten.

Zahl der Schwangerschaftsabbrüche bleibt unverändert

Für Frauen, die Informationen suchen, gibt es online auch eine Suchfunktion mit Postleitzahlen und Orten. Dazukommen soll bald eine Umkreissuche. Praxen, Kliniken und andere medizinische Einrichtungen können außerdem Angaben dazu machen, welche Fremdsprachen bei ihnen gesprochen werden.

Online abrufbar ist die Liste auch bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Sie verweist ebenfalls darauf, dass die Aufnahme für Ärztinnen und Ärzte freiwillig ist. Daher sei die Liste nicht vollständig.

Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland ist in den vergangenen drei Jahren nahezu gleich geblieben. Sie lag laut Statistischem Bundesamt 2017 und 2018 bei etwa 101.000, in den ersten drei Quartalen 2019 wurden rund 76.000 Eingriffe gemeldet.