Das Coronavirus breitet sich wieder schneller aus, nachdem der Anstieg neuer Erkrankungen zwei Tage in Folge leicht zurückgegangen war. In ganz China wurden inzwischen 34.546 Infektionen bestätigt. Nach Angaben der Nationalen Gesundheitskommission sind dies 3.399 mehr als einen Tag zuvor. Die Zahl der Toten wuchs um 86 auf 722.

Aus der zentralchinesischen Provinz Hubei, wo das Virus ursprünglich in der Metropole Wuhan ausgebrochen war, werden mittlerweile 24.953 bestätigte Infektionen mit dem Erreger 2019-nCoV gemeldet sowie 81 neue Todesopfer.

In China sind außerdem die ersten ausländischen Todesopfer bestätigt worden. Wie die US-Botschaft in Peking am Samstag mitteilte, kam ein mit dem Virus infizierter 60-jähriger US-Bürger in Wuhan am 6. Februar ums Leben. Auch ein Japaner starb in Wuhan, wie Japans Außenministerium mitteilte. Demnach handelte es sich um einen Mann in seinen Sechzigern, bei dem eine Infektion mit dem Virus vermutet wurde. Der Patient habe an einer schweren Lungenentzündung gelitten.

Das staatliche chinesische Fernsehen berichtet, ein zweites neues Krankenhaus sei für Coronafälle eröffnet worden. Die ersten Ärzte- und Pflegerteams seien bereits eingetroffen, noch am Samstag sollen die ersten Patienten in der 1.500-Betten-Klinik aufgenommen werden. Am Montag war ein erstes neues Krankenhaus zur Isolierung von Coronaviruspatienten eröffnet worden. Der Bau des 60.000 Quadratmeter großen Gebäudes mit 30 Intensivstationen hatte acht Tage gedauert, es wurde von 7.000 Fachkräften aus Containern errichtet.

Bundesregierung fliegt weitere Deutsche aus

Außerhalb von Festlandchina gibt es in mehr als zwei Dutzend Ländern über 270 weitere Fälle, davon 14 in Deutschland. In Bayern ist ein weiterer Infektionsfall – der zwölfte – nachgewiesen worden. Das teilt das bayerische Gesundheitsministerium mit. Es handele sich um die Frau eines Mannes, der für den Autozulieferer Webasto arbeite und in der vergangenen Woche positiv auf das Virus getestet worden sei. Die Erkrankte werde nun wie ihr Mann medizinisch überwacht und in einer Münchner Klinik isoliert behandelt, hieß es. Weitere Einzelheiten teilte das Ministerium nicht mit.

In Frankreich ist nach Angaben der Regierung bei fünf britischen Staatsbürgern eine Coronainfektion festgestellt worden. Sie hätten in den französischen Alpen in derselben Unterkunft übernachtet wie ein weiterer Brite, der aus Singapur angereist und bei dem die Erkrankung kurz zuvor festgestellt worden sei, teilt Gesundheitsministerin Agnes Buzyn mit. Unter den neu Infizierten sei auch ein Kind. Die Gruppe sei in gutem Gesundheitszustand in ein Krankenhaus der Region eingeliefert worden.

Die Bundesregierung lässt unterdessen weitere Deutsche mit ihren Angehörigen aus Wuhan zurückholen. Die etwa 20 Menschen werden am Sonntag am Flughafen Tegel erwartet, teilte die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit mit. Geplant sei, die Deutschen nach ihrer Ankunft vorsorglich für 14 Tage isoliert auf dem Gelände der DRK-Kliniken in Berlin-Köpenick unterzubringen. Die Stadt sei gut vorbereitet, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci. Ein Amtsarzt werde die Menschen im militärischen Teil des Flughafens Tegel in Empfang nehmen; danach sollen sie auf das Virus getestet werden. Mit Ergebnissen wird am Montagmittag gerechnet.

Wegen der neuen Lungenkrankheit hatte die Bundeswehr bereits Anfang Februar Deutsche und ihre Angehörige mit einer Sondermaschine aus der stark vom Coronavirus betroffenen Stadt Wuhan zurückgeholt. Rund 120 Passagiere des Fluges sind seit ihrer Rückkehr in einer Kaserne im pfälzischen Germersheim in Quarantäne. Bei zwei Passagieren war das Virus festgestellt worden.