In Bayern sind zwei weitere Fälle des neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Die beiden Neuerkrankten stünden im Zusammenhang mit dem Automobilzulieferer aus dem Landkreis Starnberg, bei dem vor einigen Wochen ein erster Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden war, teilte das bayerische Gesundheitsministerium mit. Damit steigt die Anzahl der registrierten Fälle in Bayern auf 14 an. Insgesamt sind in Deutschland 16 Menschen mit dem neuartigen Virus infiziert, das erstmals in China aufgetreten ist.  

Alle nun insgesamt 14 bestätigte Fälle des Coronavirus' in Bayern stehen in Zusammenhang mit der Autozuliefererfirma. Einer der Mitarbeiter hatte sich bei einer Schulung bei einer Kollegin aus China angesteckt, die wenig später zurück in ihre Heimat flog. Infiziert hatten sich weitere Mitarbeiter sowie einige Angehörige. In Deutschland wurden zudem zwei am 1. Februar aus China nach Frankfurt/Main ausgeflogene Menschen positiv auf das Virus getestet.

Bundestag berät über Vorbeugungsmaßnahmen

Der Bundestag will am Mittwochnachmittag  über die Vorbeugemaßnahmen gegen das neue Virus in Deutschland beraten. CDU/CSU und SPD haben dazu eine Aktuelle Stunde beantragt. Angesichts zahlreicher kursierender Falschmeldungen und Gerüchte dürfte es der Regierung vor allem darum gehen, die Diskussion zu versachlichen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits im Vorfeld vor Verschwörungstheorien gewarnt und zu mehr Gelassenheit im Umgang aufgerufen. 

Coronavirus - Jens Spahn warnt vor Verschwörungstheorien Der Bundesgesundheitsminister hat wegen des Coronavirus zu Zurückhaltung aufgerufen. Die deutschen China-Rückkehrer seien zudem symptomfrei. © Foto: Thomas Lohnes/​AFP/​Getty Images

Das neuartige Coronavirus war auch Thema beim Treffen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Mehr als 400 Fachleute waren aus aller Welt in die Schweiz eingeladen worden, um über einen Forschungsrahmenplan zu beraten. "Das Hauptergebnis wird ein vereinbarter Fahrplan sein darüber, welche Fragen wir stellen müssen und wie wir diese Fragen beantworten werden", sagte der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus der tagesschau.de. Viele Fragen – zum Beispiel wie sich das Virus und die damit verbundene Lungenkrankheit verbreitet und behandeln lässt – seien noch unbeantwortet. Die Aufgabe der WHO sei es, die Reaktion auf einen Krankheitsausbruch zu koordinieren.

Neuartiges Coronavirus heißt jetzt Sars-CoV-2

Einen Namen für das neuartige Coronavirus hat die WHO unterdessen gefunden: Sars-CoV-2. Damit bezieht sich die namensgebende Studiengruppe zum Coronavirus des Internationalen Komitees zur Taxonomie von Viren (International Committee on Taxonomy of Viruses) auf die sehr enge Verwandtschaft zum Sars-Virus "Sars-CoV", an dem zwischen 2002 und 2003 Hunderte Menschen gestorben waren. Die Viren sind den Expertinnen und Experten zufolge Varianten ein und derselben Virusart. Wie das damalige Sars-Virus auch führt das neue Sars-CoV-2 zu einer schweren Atemwegserkrankung. Die WHO hat die Lungenerkrankung Covid-19 genannt. 

Bei der Namensgebung für das neuartige Virus und die Lungenerkrankung habe die WHO ausdrücklich darauf geachtet, einen Namen zu finden, der sich nicht auf einen geografischen Ort, ein Tier, eine Person oder eine Gruppe von Menschen beziehe, betonte der Chef der internationalen Gesundheitsorganisation. "Es ist wichtig, einen Namen zu haben, um die Verwendung anderer Namen zu verhindern, die ungenau oder stigmatisierend sein können", sagte Ghebreyesus.

Das neuartige Coronavirus war zum ersten mal in der zentralchinesischen Stadt Wuhan entdeckt worden. Inzwischen sind mehr als 42.000 Menschen in China infiziert, mehr als 1.000 sind an den Folgen der Atemwegserkrankung gestorben.

Dass das Virus erstmals in China auftrat und vor allem Menschen in und aus China betrifft, hat zu Stigmatisierung asiatisch gelesener Menschen in Deutschland und Europa geführt. Unter dem Hashtag "Ich bin kein Virus" wehren sich die Betroffen, automatisch als Trägerinnen und Träger des Virus stigmatisiert zu werden.