Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hat Österreich die Sicherheitsvorkehrungen am Flughafen von Wien verschärft. Ab Donnerstagmorgen werde am Flughafen der österreichischen Hauptstadt bei Passagieren, die per Direktflug aus Peking kommen, die Temperatur gemessen, kündigte Niederösterreichs Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig an.

Sieben Österreicher, darunter ein Kind, waren am Sonntag aus der chinesischen Provinz Hubei ausgeflogen worden. Bislang fielen die Tests bei den Rückkehrern nach Behördenangaben negativ aus. Sie befinden sich in Wien in Quarantäne.

Die österreichische Regierung kündigte an, die chinesischen Behörden im Kampf gegen den Erreger zu unterstützen. Demnach werden 2.000 medizinische Sicherheitsbrillen, 50.000 OP-Schutzmasken und 2,4 Millionen Untersuchungshandschuhe nach China geschickt. Von der Volksrepublik aus hat sich das Virus in mindestens 25 Länder ausgebreitet, darunter auch nach Deutschland.

Weitere Infizierte und Tote

Die Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus ist in China weiter gestiegen. Wie die chinesischen Behörden mitteilten, starben seit dem Mittwoch weitere 73 Menschen an den Folgen der Infektion. Die offizielle Gesamtzahl der Todesfälle in Festlandchina wuchs damit auf 563. Die Zahl der Infizierten stieg auf mehr als 28.000.

Außerhalb von Festlandchina wurden bislang zwei Todesfälle verzeichnet: einer in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong und einer auf den Philippinen. Das Risiko, nach der Ansteckung zu sterben, liegt nach Angaben von Experten bislang bei zwei Prozent. Sie liegt damit weit unter den zehn Prozent der Sars-Epidemie der Jahre 2002 und 2003.

Zur Behandlung von Erkrankten haben chinesische Behörden das amerikanische Antivirus-Medikament Remdesivir für klinische Versuche mit dem neuen Coronavirus zugelassen. Die erste Gruppe von Patienten solle das Medikament am Donnerstag nehmen. Es habe gute Ergebnisse bei anderen Coronaviren wie Sars oder Mers und zumindest auf Zellebene auch bei dem 2019-nCov genannten neuen Virus gezeigt. 761 Patienten nähmen an den Tests teil. 

Weitere Infizierte auf Kreuzfahrtschiffen

Auf dem Kreuzfahrtschiff Diamond Princess, das vor Yokohama in Japan liegt, wurden zehn weitere Fälle von infizierten Personen bestätigt. Bereits am Vortag waren zehn Infizierte von dem Schiff in Krankenhäuser gebracht worden. An Bord des Schiffes sind auch acht Deutsche. Nach bisherigen Erkenntnissen sind sie nicht unter den Infizierten. Die übrigen der insgesamt 2.666 Passagiere, etwa die Hälfte davon Japaner, sowie 1.045 Crewmitglieder sollen zunächst für weitere 14 Tage an Bord bleiben, da die Untersuchungen auf den Erreger weitergehen. 

In Hongkong wird nach Infektionsnachweisen ein zweites Schiff mit mehr als 1.800 Passagieren und 1.800 Crewmitgliedern festgehalten. Bei drei Menschen, die zwischenzeitlich mit dem Schiff der asiatischen Gesellschaft Dream Cruises gereist waren, war das Virus festgestellt worden. Drei weitere Besatzungsmitglieder sind mit Fieber in Krankenhäuser gebracht und als Vorsichtsmaßnahme isoliert worden.