Laut chinesischen Medienberichten soll der Arzt, der das Coronavirus am 30. Dezember erstmals den Behörden meldete, an den Folgen der Lungenkrankheit gestorben sein. 

Der 34 Jahre alte Li Wenliang war am Zentralkrankenhaus in Wuhan tätig und hatte als Erster auf das neuartige Virus aufmerksam gemacht. Er und sieben weitere Teilnehmende einer Medizinergruppe waren nach ihrer Warnung zunächst von der Polizei vorgeladen und verwarnt worden und mussten unterschreiben, dass sie nichts mehr über den Ausbruch enthüllen. Am 10. Januar erkrankte er selbst. Das Coronavirus wurde erst am 30. Januar bei ihm festgestellt.

Die meisten infolge des Virus Verstorbenen sind älter als 60 Jahre, viele sogar über 80 Jahre alt. Warum der 34-jährige Mediziner verstarb und ob es Komplikationen gab, ist bisher nicht bekannt.

Die chinesische Parteizeitung Global Times hatte den Tod des Mediziners bestätigt. Auch das Staatsfernsehen habe über den Tod Li Wenliangs berichtet. Der 34-Jährige hinterlässt eine junge Familie: Seine Ehefrau ist gerade mit dem zweiten Kind schwanger.

Weitere Infektion in Bayern

In Deutschland hat es zudem eine weitere Infektion gegeben. Auch die Frau eines Infizierten hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Damit ist die Gesamtzahl der Virennachweise auf 13 gestiegen – elf im Zusammenhang mit der bayerischen Firma Webasto und zwei bei Rückkehrenden aus China

Der jüngste Virennachweis stammt von der 38-jährigen Frau eines der Patienten aus Bayern, wie das bayerische Gesundheitsministerium mitteilte. In den vergangenen Tagen war bereits bekannt geworden, dass sich auch zwei Kinder des Paares angesteckt haben. Bei dem dritten Kind des Paares, einem Säugling, sei das Virus bisher nicht nachgewiesen worden, sagte der medizinische Direktor der Kliniken der Südostbayern AG, Stefan Paech.

Die ganze Familie ist im Trostberger Klinikum der Südostbayern AG in Quarantäne. Sie wollte dem Vernehmen nach auch auf eigenen Wunsch zusammenbleiben. "Wir sind von vornherein davon ausgegangen, dass die Familie insgesamt schon infiziert war", sagte Paech. Das bestätigten nun die Befunde, die Stück für Stück eingingen. Dass die Mutter erst jetzt positiv getestet worden sei, liege daran, dass die Reaktionszeit unterschiedlich sei.

Man habe entschieden, auch das Baby bei der Familie zu lassen, zumal die Verläufe gerade in diesem Alter sehr milde seien, sagte Paech. Es habe eine Abwägung gegeben: "Kindstrennung versus dem möglichen Risiko eines milden klinischen Verlaufes. Da haben wir uns in Abstimmung mit den Kinderärzten so entschieden, und es hat sich bestätigt, dass das die richtige Vorgehensweise war." Der Familie gehe es den Umständen entsprechend gut, wenngleich die Situation der Quarantäne belastend sei. Die zwei älteren Kinder des Paares hatten laut Paech nur leichte Symptome. Der gesundheitliche Zustand des Vaters sei stabil. Er werde mit antiviralen Medikamenten behandelt.

Bisher stehen alle Coronafälle in Bayern im Zusammenhang mit Webasto. Dort hatte sich ein Mitarbeiter bei einer chinesischen Kollegin angesteckt, die kurz darauf wieder nach China flog. Auch der deutsche Corona-Patient auf der spanischen Insel La Gomera hatte Kontakt mit einem Webasto-Mitarbeiter, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mitteilte.

Deutschlandweit gibt es neben den elf Fällen in Bayern noch weitere zwei Menschen, bei denen das Virus nachgewiesen wurde. Beide waren getestet worden, nachdem sie am vergangenen Wochenende zusammen mit mehr als 120 weiteren Reisenden aus China nach Deutschland geholt worden waren.

Neun von zehn Deutschen haben keine Angst vor dem Virus

Unterdessen zeigte eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap, dass neun von zehn Deutschen keine Angst vor dem Virus haben. 89 Prozent gaben an, keine Angst davor zu haben, dass sie oder Familienmitglieder sich anstecken könnten. Bei sieben Prozent der Befragten war die Angst dagegen "groß" und bei drei Prozent "sehr groß".

Ein Großteil der Befragten zeigte außerdem großes Vertrauen in die hiesigen Behörden und Gesundheitseinrichtungen: Vier von fünf Befragten waren der Meinung, diese hätten die Situation alles in allem unter Kontrolle. 14 Prozent dagegen sagten, die Einrichtungen hätten die Situation ihrer Ansicht nach nicht unter Kontrolle.

Lungenkrankheit - 41 weitere Coronavirusfälle auf Kreuzfahrtschiff bei Japan Auf dem Kreuzfahrtschiff im Hafen von Yokohama steigt die Zahl der Coronavirusinfizierten auf 61 Personen. Das Schiff steht seit Montag unter Quarantäne. © Foto: Reuters/Kim Kyung-Hoon