• Die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus (2019-nCoV) ist in China auf 1.400 gestiegen. Besonders betroffen ist die Provinz Hubei. Zudem seien jetzt 64.000 Fälle registriert worden, teilt die Gesundheitskommission mit. Der starke Anstieg liegt an einem neuen Diagnoseverfahren.
  • In Afrika ist ein erster Fall aufgetreten: Ägypten hat eine Infektion bestätigt.
  • DNA-Tests im Labor können häufig die Infektion nicht feststellen. Deshalb gestatten die Behörden es Ärzten jetzt, auch Fälle ohne Labortest zu melden.
  • Weltweit werden Präventionsmaßnahmen getroffen, die EU-Gesundheitsminister wollen Einreisekontrollen verschärfen.
  • Die Lufthansa setzt alle Flüge zum chinesischen Festland bis zum 28. März aus.
  • Alle weiteren Hintergründe und ausführliche Analysen finden Sie auf unserer Themenseite.
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Karin Geil
Nun gibt es die erste Infektion auf dem afrikanischen Kontinent – und zwar in Ägypten. Nach Angaben des staatlichen Fernsehens hätten die Behörden den Fall bestätigt. Demnach handelt es sich um "einen Ausländer".

Laut des Gesundheitsministeriums habe der Patient keine Symptome der Atemwegserkrankung, sei aber in einem Krankenhaus isoliert worden. Andere Personen, die mit ihm in Kontakt standen, wurden demnach negativ getestet.

Zur Nationalität machte das Ministerium keine weiteren Angaben. Unklar blieb auch, aus welchem Land die Person nach Ägypten gereist war.
Passagiere am Flughafen Aswan südlich von Kairo
Passagiere am Flughafen Aswan südlich von Kairo   Bild: Khaled Desouki / AFP
Damit könnte sich ein Szenario erfüllen, vor dem Seuchenexperten schon seit Wochen warnen: das Coronavirus Convid-19 trifft auf Staaten und Regionen mit Gesundheitssystemen, die so schwach sind, wie nirgendwo sonst auf der Welt. In denen es, wie ZEIT-ONLINE-Redakteur Jakob Simmank analysiert, "an Kliniken, Ärztinnen, Pflegern und medizinischer Versorgung fehlt", in denen es "eigentlich an allem mangele: an Laboren, um Erreger nachzuweisen, an Isolationsräumen und an Personal".

Karin Geil
In Hongkong sind die Schulen geschlossen, Restaurants und Einkaufszentren verwaist, die Menschen sollen ihre Wohnungen so wenig wie möglich verlassen – und das schon seit Wochen.
Polizisten in Schutzanzügen beginnen mit der Evakuierung eines Hauses in Hongkong.
Polizisten in Schutzanzügen beginnen mit der Evakuierung eines Hauses in Hongkong.   Bild: Tyrone Siu/Reuters
Unter diesen Maßnahmen leiden viele Unternehmen in der chinesischen Sonderverwaltungszone. Auch viele Kliniken stecken in Schwierigkeiten: Sie haben Probleme, geeignetes Personal zu rekrutieren und passende Ausrüstung sowie Schutzkleidung zu besorgen.

Ihnen will die Regierung nun helfen und stellt ihnen Hilfen in Höhe von umgerechnet fast drei Milliarden Euro in Aussicht.

In Hongkong wurden bislang 56 Infektionsfälle bestätigt; ein Patient war an den Folgen der neuartigen Lungenkrankheit gestorben.
Karin Geil
Im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus setzen auch die Behörden der chinesischen Hauptstadt auf drastische Maßnahmen. So berichtet die staatliche Zeitung Beijing Daily, dass sich Menschen, die von einer Reise nach Peking zurückkehren, für 14 Tage isolieren sollen. Wer diese Quarantäne oder andere Vorschriften zum Kampf gegen das Virus nicht einhält, wird demnach bestraft.
Karin Geil
Das Coronavirus beschäftigt nun auch die Deutsche Post. So nimmt der Konzern nach Angaben einer Sprecherin keine Päckchen und Pakete mehr nach China, Hongkong und Macau an. Grund sind demnach Probleme beim Transport, der Verzollung und der Zustellung.

Auch der Abhol-, Zustell- und Lagerverwaltungsbetrieb der DHL in der Provinz Hubei wurde demnach ausgesetzt. Grund sind Maßnahmen der Provinzregierung, wonach unter anderem alle kommerziellen Flüge von und nach Wuhan ausgesetzt und alle Ausfallstraßen der Provinzhauptstadt abgeriegelt wurden.
Bild: Ralph Orlowski/Reuters
Nicht betroffen vom Annahmestopp sind laut DHL Sendungen nach Taiwan. Auch der Express-Versand von Dokumenten nach China ist demnach grundsätzlich noch möglich. Doch gebe es auch hier Einschränkungen in einigen Regionen – etwa in Hubei.

Briefsendungen würden dagegen bis auf Weiteres noch angenommen und bearbeitet. Allerdings sei aufgrund der aktuellen Einschränkungen im Verkehr mit Verzögerungen bei der Zustellung zu rechnen.
Hasan Gökkaya
In Deutschland könnte es unentdeckte Fälle von Coronavirus-Infizierten geben. Das erklärte der Epidemiologe Gérard Krause dem Spiegel. "Es wäre denkbar, dass unter dem Radar des Gesundheitssystems kleinere, begrenzte Cluster existieren, die nicht weiter auffallen."

Der Braunschweiger Epidemiologe wolle im Rahmen der größten Gesundheitsstudie Deutschlands unsere Abwehrkräfte gegen das neuartige Virus erforschen. "Wir wollen herausfinden, ob ein Teil der Bevölkerung aufgrund früherer Erkrankungen mit anderen Coronaviren teilweise immun gegen den neuen Erreger ist. Das würde vielleicht erklären, warum einige Menschen nur leicht erkranken", sagte Krause dem Magazin.
Hasan Gökkaya
Die USA werfen der chinesischen Regierung mangelnde Transparenz vor. Es stelle sich die Frage, ob "das Politbüro wirklich ehrlich uns gegenüber ist", sagte US-Präsidentenberater Larry Kudlow.

Diese Zweifel stehen allerdings im Kontrast zu den Äußerungen von US-Präsident Donald Trump. Er hatte zuvor in einem Radiointerview die Zusammenarbeit mit China gelobt und der Regierung einen "professionellen" Umgang mit der Epidemie bescheinigt. Er halte Chinas Präsidenten Xi Jinping für "extrem fähig", sagte er.

Linda Fischer
Einige Forscher in China sind unzufrieden mit dem neuen Namen für das Coronavirus. In dieser Woche hatte nämlich das Internationale Komitee für die Taxonomie von Viren (ICTV) vorgeschlagen, es künftig Sars-CoV-2 zu nennen – statt des alten, vorläufigen Namens 2019-nCoV. Die Begründung: Das Virus sei "eine Schwester" des Virus Sars-CoV, das 2003 zu einem Ausbruch der grippeähnlichen Sars-Krankheit führte.
Obwohl die beiden Viren zur selben Spezies gehören, verbreite sich Sars-CoV-2 viel schneller als Sars-CoV, sei aber weniger tödlich, sagte Shibo Jiang, ein Virologe an der Fudan-Universität in Shanghai im Wissenschaftsmagazin Nature.
Aufgrund der ähnlichen Namen könnten Leute denken, dass sich beide gleich verhielten, sagte Shibo Jiang. Er befürchte nun, dass der neue Name die Öffentlichkeit verwirren könnte und damit die Bemühungen, die Verbreitung des Erregers einzudämmen, behindert würden.
Hasan Gökkaya
Dass die chinesische Regierung aus politischen Gründen in der Volksrepublik auf massive Überwachung setzt, ist bekannt. Nun versucht der Staat mithilfe von Technologie auch die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Konkret helfen soll eine Smartphone-App.

Die Regierung fördert ein Handyprogramm, mit dem Nutzerinnen und Nutzer feststellen können, ob sie in engem Kontakt mit jemandem waren, der mit dem Virus infiziert ist oder als Verdachtsfall gilt.

Nach Eingabe der persönlichen Daten und Identifikationsnummer greift das Programm auf die gesammelten Informationen der Behörden zurück, um die Bewegungsspur der Person mit dem Aufenthaltsort von Infizierten abzugleichen.

Angezeigt wird etwa, ob beide in einem Raum waren, im selben Haus oder ob sie dasselbe Flugzeug benutzt haben.
Hasan Gökkaya
Schlechte Nachrichten für Volkswagen: China ist der wichtigste Einzelmarkt für den Konzern. Nun sind dort die Auslieferungen aller Marken an Kunden im Vorjahresvergleich um 11,3 Prozent eingebrochen – auf 343.400 Fahrzeuge. Das teilte der Konzern am Freitag mit.

Weltweit führte das zu einem Rückgang der Verkäufe um 5,2 Prozent auf 836.800 Fahrzeuge. China steht für gut 40 Prozent der Auslieferungen auf Konzernebene.
Hasan Gökkaya
Noch ein Foto – dieses Mal aus Südkorea. Während einer Massenhochzeit in einer Vereinigungskirche in der südkoreanischen Stadt Gapyeong schützt sich diese Braut vor dem Coronavirus mit einer Mundmaske.
Noch ein Foto – dieses Mal aus Südkorea. Während einer Massenhochzeit in einer Vereinigungskirche in der südkoreanischen Stadt Gapyeong schützt sich diese Braut vor dem Coronavirus mit einer Mundmaske.   Bild: Heo Ran / Reuters