• Die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus (Covid-19) ist in der besonders stark betroffenen chinesischen Provinz Hubei deutlich um 242 auf 1.310 gestiegen. Zudem seien 14.840 neue Fälle registriert worden, teilt die Gesundheitskommission mit. Der starke Anstieg liegt an einem neuen Diagnoseverfahren.
  • Der Chef der Kommunistischen Partei in der chinesischen Provinz Hubei ist seines Amtes enthoben worden.
  • Weltweit werden Präventionsmaßnahmen getroffen, die EU-Gesundheitsminister wollen Einreisekontrollen verschärfen.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn befürchtet wegen der Covid-19-Epidemie neue Arzneimittel-Engpässe in Europa.
  • Alle weiteren Hintergründe und ausführliche Analysen finden Sie auf unserer Themenseite.
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Alisa Schröter
Passagiere könnten bei der Einreise nach Europa demnächst nach möglichen Infektionsrisiken befragt werden, darauf haben sich die EU-Gesundheitsminister bei einem Sondergipfel in Brüssel geeinigt. Die Reisenden könnten beispielsweise gefragt werden, ob sie Kontakt zu Bürgern aus Regionen hatten, die von der Covid-19-Epidemie betroffen sind, etwa der chinesischen Provinz Hubei.

Nach einem schwächeren Anstieg in den letzten Tagen sind die Infektionszahlen heute wieder sprunghaft gestiegen. Allerdings könnte das auch damit zusammenhängen, dass China wohl sein Vorgehen bei der Erfassung von Infizierten verändert hat. In Deutschland durfte ein erster Patient, der sich mit dem Coronavirus infiziert hatte, das Krankenhaus in München verlassen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fürchtet einen Arzneimittelengpass in Europa, weil in China auch wichtige Wirkstoffe nicht mehr produziert werden.

Der Ausbruch des Coronavirus beeinflusst weiterhin die chinesische Wirtschaft. Unternehmen, beispielsweise Fabriken und Zulieferer im Smartphonesektor, mussten ihre Produktion unterbrechen. Die Mobilfunkmesse in Barcelona wurde abgesagt.

Damit schließen wir unser Blog zum Coronavirus.

Linda Fischer

"Die Übertragung des Virus ist doch höher als anfangs gedacht", sagt Christian Drosten, Direktor des virologischen Instituts an der Charité bei einer Veranstaltung des Science Media Centers in Berlin. Eine Pandemie durch das neuartige Coronavirus hält Drosten für möglich. Damit schließt er sich der Einschätzung des Robert Koch-Instituts an, das bereits am Dienstag von einer möglichen "Ausbreitung des Virus im Sinne einer Pandemie" sprach.

Die Berliner Charité sei auf die Ausbreitung des Virus vorbereitet, sagte der Vorstandsvorsitzende Heyo Kroemer. Das Universitätsklinikum habe eine Isolierstation mit 20 Betten, die auch außergewöhnliche Krankheitsfälle aufnehmen könne. Auch andere Stationen würden mit der nötigen Ausstattung versorgt.

Bild: Odd Andersen/AFP via Getty Images
Linda Fischer
Das neue Coronavirus verbreitet sich wahrscheinlich auch über flüchtige Kontakte. Zu diesem Schluss ist der Virologe Christian Drosten gelangt, der an der Charité Berlin an der Erforschung des Virus beteiligt ist.
"Wir haben bisher immer das Sarsvirus als Denkmodell genommen, weil wir dachten, die beiden Viren funktionieren ähnlich", sagte Drosten auf einer Pressekonferenz des deutschen Science Media Center in Berlin. Doch das neuartige Coronavirus unterscheide sich in einem Merkmal von dem Sarsvirus: Es repliziere sich im Rachen und könnte deswegen eventuell schneller übertragen werden als das Sarsvirus.
Linda Fischer
Forscher verstehen die Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 immer besser und können mittlerweile mehr darüber sagen, wie schwerwiegend sie ist: "Kinder sind praktisch nicht betroffen", sagte der Virologe Christian Drosten auf einer Pressekonferenz mit dem deutschen Science Media Center.

Schwangere treffe die Krankheit nicht so speziell wie bei einer Influenza-Grippe. Die besondere Risikogruppe seien ältere und etwas häufiger männliche Patienten. "Wir wissen deswegen schon, wie wir bestimmte Risikogruppen schützen können."
Hasan Gökkaya
Wegen der Ausbreitung des Coronavirus wollen die EU-Länder die Einreisekontrollen verschärfen und sich auf Engpässe bei Arzneimitteln und Schutzkleidung vorbereiten. Bei Ein- oder Durchreise aus betroffenen Gebieten sollen künftig umfassende Befragungen von Reisenden nach persönlichen Kontakten erlaubt sein, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).
Alisa Schröter

Die München Klinik hat einen Kriterienkatalog definiert, nach dem die Ärzte entscheiden, ob und wann ein mit dem Coronavirus infizierter Patient das Klinikum verlassen darf. Demnach darf die Person keine Symptome der Lungenkrankheit Covid-19 aufweisen und ihr Atemwegssekret keinen Nachweis des Coronavirus enthalten. Außerdem muss der Patient sich lang genug in Isolation befunden haben.

Wer diese Kriterien erfüllt, darf das Klinikum verlassen und wieder in Kontakt mit anderen Personen treten.

Hasan Gökkaya
In Bayern ist am Mittwoch erstmals eine an dem Coronavirus erkrankte Person aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die Person sei wieder vollständig gesund und nicht mehr ansteckend, teilte das bayerische Gesundheitsministerium mit.

Alle Entlasskriterien seien erfüllt, dazu zählten mehrere negative Tests auf das Virus. In Bayern werden 13 weitere Patienten behandelt, die allesamt in Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto stehen. Dort hatte eine chinesische Mitarbeiterin das Virus eingeschleppt.
Hasan Gökkaya
In Japan ist erstmals ein mit dem neuen Coronavirus infizierter Mensch gestorben. Es handelt sich bei dem Opfer um eine Frau in ihren Achtzigern in der Tokioter Nachbarprovinz Kanagawa, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Nach Erkenntnissen der Behörden war die Frau in letzter Zeit nicht auf Auslandsreisen gewesen.

Die Regierung in Japan will zusätzlich etwa 86 Millionen Euro für die Bewältigung und Bekämpfung des Coronavirus zur Verfügung stellen. Insgesamt würden dann 128 Millionen Euro von der Regierung bereitgestellt.
Angelika Finkenwirth
Alle versuchen, sich gegen das Virus zu wappnen: Viele örtliche Unternehmen decken mit der Herstellung der Anzüge den Bedarf an Schutzkleidung.
Alle versuchen, sich gegen das Virus zu wappnen: Viele örtliche Unternehmen decken mit der Herstellung der Anzüge den Bedarf an Schutzkleidung.   Bild: Wang Xiao/XinHua/dpa
Angelika Finkenwirth
Die Gesundheitsminister der EU kommen in Brüssel zusammen, um den Kampf gegen das Coronavirus zu koordinieren. Bisher gibt es in Europa nur wenige Fälle – in Deutschland sind es 16. Doch will man für eine etwaige Ausbreitung gewappnet sein und eine einheitliche Linie finden.

Das betrifft auch Einreisekontrollen: "Es braucht eine Abstimmung, ob und wenn ja was an Maßnahmen an den Flughäfen wir ergreifen für uns gemeinsam in der Europäischen Union", sagt Jens Spahn vor dem Sondergipfel. Deutschland habe inzwischen die Regel, dass Piloten beim Anflug über mögliche Infektionsfälle informieren müssten.
Jens Spahn im Gespräch mit seinem italienischen Amtskollegen Roberto Speranza
Jens Spahn im Gespräch mit seinem italienischen Amtskollegen Roberto Speranza   Bild: John Thys/Getty Images
Der deutsche Gesundheitsminister hat Sorge, dass es zu Arzneimittel-Engpässen in Europa kommen könnte. Hintergrund ist, dass die Produktion wichtiger Wirkstoffe in China gestoppt wurde. Das könne auf Dauer zu Lieferproblemen führen.