Frankreich - Erster Coronavirus-Toter in Europa In Frankreich ist erstmals in einem europäischen Land ein Mensch an den Folgen des Coronavirus gestorben. Es handelte sich um einen 80-jährigen Touristen aus China. © Foto: Christophe Archambault/AFP via Getty Images

Frankreich meldet den ersten Todesfall durch das neuartige Coronavirus. Ein 80 Jahre alter Mann, der sich mit dem Virus infiziert hatte, starb in einer Klinik in Paris. Bei dem Opfer handele es sich um einen Touristen aus China, teilte Gesundheitsministerin Agnès Buzyn mit. Der Todesfall sei der "erste außerhalb Asiens und der erste in Europa". Außerhalb des chinesischen Festlands hatte es bereits in Hongkong, Japan und den Philippinen je einen Toten durch das Virus gegeben.

Der Mann stammte nach Behördenangaben aus der chinesischen Provinz Hubei, dem Ausgangspunkt der Epidemie. Er habe eine vom Coronavirus ausgelöste Lungenentzündung gehabt. Am 16. Januar sei er in Frankreich eingetroffen, am 25. Januar unter strengen Isolierungsmaßnahmen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Sein Zustand habe sich schnell verschlechtert.

Auch seine Tochter werde stationär behandelt, teilten Behörden mit. Bei ihr wird damit gerechnet, dass sie wieder gesund wird.

Quarantäne für Peking-Rückkehrer

Die Zahl der bestätigten Infektionen und Todesfälle durch das Virus in China ist erneut gestiegen. Chinas Gesundheitskommission teilte am Samstag die neuesten Zahlen zur nun als Covid-19 bezeichneten Lungenkrankheit mit: Sie bestätigte landesweit 143 neue Todesfälle und 2.641 neue Infektionen. 

Damit sind nun nach offiziellen Angaben auf dem chinesischen Festland 1.523 Menschen am Coronavirus gestorben und 66.492 Menschen an ihm erkrankt. Im Rest der Welt sind bislang etwa 600 Erkrankungen bestätigt.

Chinas Hauptstadt Peking verschärfte am Freitag seine Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Krankheit. Menschen, die nach Peking zurückkehren, sollen sich nun für 14 Tage entweder zu Hause oder in speziellen Zentren unter Quarantäne stellen, wie es in einer behördlichen Mitteilung hieß. Es wurden rechtliche Konsequenzen für diejenigen angedroht, die sich nicht an die Vorgabe halten. Dazu, wie die Isolation durchgesetzt werden soll, gab es aber keine näheren Angaben.

Die Behörden hatten schon zuvor gewarnt, dass sich das Coronavirus weiter ausbreiten könnte, wenn Menschen nun nach den wegen der Epidemie verlängerten Ferien um das chinesische Neujahrsfest wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren.

Evakuierung vom Kreuzfahrtschiff

Die USA wollen amerikanische Bürger und deren Familien abholen, die sich auf dem Kreuzfahrtschiff Diamond Princess befinden. Das Schiff liegt seit Anfang des Monats in Yokohama unter Quarantäne vor Anker. Am Sonntag solle ein Flugzeug nach Japan geschickt werden, teilte die US-Botschaft mit. Rund 3.500 Menschen sitzen auf dem Schiff fest, bisher gab es dort mehr als 200 Infektionen mit dem neuen Coronavirus. Die Betroffenen wurden zur Behandlung an Land gebracht. Die US-Bürgerinnen und -Bürger, die nun ausgeflogen werden, sollen nach ihrer Heimkehr zwei Wochen unter Quarantäne gestellt werden.

Unterdessen hat das Virus mit Ägypten auch das erste Land Afrikas erreicht. Das ägyptische Gesundheitsministerium teilte am Freitagabend in Kairo mit, betroffen sei eine ausländische Person. Zur Nationalität machte das Ministerium keine weiteren Angaben. Unklar blieb auch, aus welchem Land die Person nach Ägypten gereist war. Der Patient zeige keine Krankheitssymptome und werde auf einer Isolierstation behandelt. Bei ihren Kontaktpersonen seien Tests negativ ausgefallen.

Coronavirus in China - Epidemie ist laut Chinas Außenminister unter Kontrolle Bei einem Besuch in Berlin sagte Chinas Außenminister Wang Yi, das Land habe das Coronavirus im Griff. Aktuell sind in China über 66.000 Menschen mit dem Virus infiziert. © Foto: Aly Song/Reuters

Viele Experten haben die Sorge, dass das Virus Länder mit einem schlechten Gesundheitssystem etwa in Afrika oder Asien erreicht, wo es schwer zu kontrollieren wäre. Dann drohe sich die Lungenkrankheit dauerhaft auf der Welt einzunisten.

Frankfurter Patienten entlassen

In Deutschland wurden bisher 16 Infektionen festgestellt. 14 Patienten wurden in Bayern behandelt, zwei in Frankfurt. Nachdem am Donnerstag einer der bayerischen Patienten entlassen wurde, konnten am Freitag auch die beiden Frankfurter Patienten nach Hause. "Sie sind symptomfrei und nachweislich nicht ansteckend", teilte ein Sprecher des Uniklinikums mit. Es bestehe keine Gefährdung für sie oder ihre Umgebung.

Die zwei Patienten waren am 1. Februar zusammen mit 124 anderen Menschen aus Wuhan ausgeflogen und in eine Kaserne in Germersheim zur Quarantäne gebracht worden. Bei den China-Rückkehrern in Germersheim liegen voraussichtlich am Sonntag Ergebnisse der letzten Tests vor. Sofern diese keine Auffälligkeiten aufweisen, wird die Quarantäne am Sonntagmittag aufgehoben, wie das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium mitteilte.