Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 breitet sich in Deutschland aus. Viele Menschen haben Fragen zu diesem Ausbruch und wie er sie in ihrem Alltag betrifft. Wie gefährlich ist das Virus für die Gesundheit? Was tut die Politik? Was ist mit dem Job und den Kindern, wenn wir nun zu Hause bleiben? Kann ich noch in den Urlaub fahren?  ZEIT ONLINE gibt die wichtigsten Antworten und aktualisiert sie regelmäßig.

Um was für ein Virus handelt es sich?

Wochenlang trug der neue Erreger den vorläufigen Namen 2019-nCoV, dann haben Wissenschaftler und Forscherinnen ihn offiziell benannt: Sars-CoV-2. Weil er dem Erreger des Schweren Akuten Atemwegssyndroms Sars ähnelt. CoV steht für Coronavirus, der Name der Virusfamilie, deren Erreger Menschen und verschiedene Tiere infizieren können. Eine spezielle Therapie gibt es derzeit nicht, man kann lediglich die Symptome lindern. Antibiotika helfen nicht gegen Viren – sie werden nur gegeben, wenn es eine bakterielle Begleitinfektion gibt.

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Was sind die Symptome?

Manche Infizierte haben wenige oder gar keine Krankheitszeichen, andere erkranken schwer oder sterben sogar an den Folgen einer Covid-19-Lungenentzündung. Die häufigsten Symptome sind: 

  • Fieber, Husten und Atemnot
  • Muskel- und Kopfschmerzen
  • Durchfall scheint eher selten vorzukommen

In vielen Fällen zeigen Patienten zudem Anzeichen einer beidseitigen Lungenentzündung, die Ärztinnen etwa per Computertomografie erkennen können.

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Wie schütze ich mich vor einer Ansteckung?

Das Coronavirus Sars-CoV-2 wird vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen. Wenn ein Infizierter ausatmet, niest oder hustet, verteilt er mikroskopische Tröpfchen in der Luft, die das Virus enthalten können. Auch eine Schmierinfektion ist möglich: Niest jemand in die Hände und berührt dann zum Beispiel eine Türklinke, dann kann sich ein Mensch anstecken, der danach dieselbe Klinke in die Hand nimmt und sich dann mit der Hand etwa an den Mund fasst.

Deshalb gilt:

  • Abstand halten zu anderen Menschen, etwas mehr als ein Meter genügt
  • kein Händeschütteln, keine Umarmungen zur Begrüßung
  • große Menschenansammlungen meiden

Achten Sie auf Hygiene:

  • Regelmäßig und gründlich Hände waschen, also mindestens 20 Sekunden lang, mit Seife und bis zum Handgelenk. Außerdem sollten Sie mit ungewaschenen Händen keine Lebensmittel anfassen und ebensowenig Augen und Mund.
  • Wer ein Desinfektionsmittel verwenden möchte, sollte darauf achten, dass es als viruzid gekennzeichnet ist, also wirklich Viren abtöten kann.
  • Wenn Sie husten und niesen, wenden Sie sich von anderen Personen ab. Niesen Sie nicht in Ihre Hand, von wo sich die Erreger schnell weiter verteilen können, sondern in die Armbeuge oder in ein Taschentuch. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat eine Niesetikette formuliert mit Informationen über hygienisches Niesen.

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Brauche ich eine Atemschutzmaske?

Nein, die meisten Masken, die Menschen etwa in betroffenen Regionen tragen, bieten so gut wie keinen Schutz vor einer Ansteckung, wenn nicht infiziert ist. Einfache OP-Masken aus Papier sind nach wenigen Minuten des Tragens feucht und können Viren noch schlechter abhalten als ohnehin schon. Auch strömt Atemluft am Vlies vorbei, selbst wenn Nase und Mund bedeckt sind. Tröpfchen mit potenziellen Erregern gelangen zudem beim Anhusten oder Niesen oft über die Augen in den Körper.

OP-Masken schützen weniger den Träger, sondern vor allem seine Umgebung. Wer selbst ansteckend ist, verringert so die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung an andere. Chirurginnen und Pflegepersonal, die den Mund-Nase-Schutz tragen, schützen damit ihre Patientinnen vor möglichen Infektionen. 

Besser geeignet sind speziell geprüfte Atemmasken, die es in drei Sicherheitskategorien gibt – FFP1, FFP2 und FFP3. Solche Respiratoren bieten zwar einen gewissen Schutz vor Viren, auch wenn man nicht infiziert ist. Allerdings ist ihr Einsatz für den Träger so unangenehm, dass man sie kaum im Alltag tragen kann.

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Brauche ich wirklich Desinfektionsmittel?

Nicht unbedingt. Zwar lassen sich humane Coronaviren, zu denen Sars-CoV-2 gehört, leicht von Oberflächen mit Desinfektionsmittel entfernen (Journal of Hospital Infection: Kampf et al., 2020). Dafür sollte man darauf achten, dass das Desinfektionsmittel zumindest als "begrenzt viruzid" ausgeschrieben ist. Doch gibt es auch sinnvolle Alternativen: Sich mit handelsüblicher Seife gründlich die Hände zu waschen hilft genauso effektiv gegen Coronaviren wie Desinfektionsmittel. Die in ihr enthaltenen Tenside schaden der Hülle des Virus und lösen es von der Haut ab.

Nach Ansicht von Melanie Brinkmann, Virologin am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, sind Desinfektionsmittel für viele Menschen im Alltag nur an bestimmten Stellen sinnvoll. Zum Beispiel "überall dort, wo viele Menschen nach Fahrten im öffentlichen Nahverkehr nicht sofort ihre Hände waschen können". Tatsächlich auf Desinfektionsmittel angewiesen sind hingegen Menschen, die Kontakt mit gefährdeten Personen oder bereits Infizierten haben, also Altenpfleger, Ärztinnen, Bundesfreiwilligendienstleistende oder Rettungskräfte. Hinzu kommen Haushalte, in denen chronisch Kranken leben, Menschen mit einem geschwächten Immunsystem und Diabetikerinnen und Diabetiker.

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Wer ist wann ansteckend?

Die Inkubationszeit ist die Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome. Sie beträgt nach derzeitigen Daten durchschnittlich etwa fünf Tage (New England Journal of Medicine: Li et al., 2020, PDF). Bei fünf Prozent der Fälle lag sie in dieser Studie allerdings bei 12,5 Tagen. In Deutschland mussten Kontaktpersonen von Menschen mit bestätigter Infektion bislang für 14 Tage in Quarantäne

Nicht sicher ist, inwieweit auch Menschen, die etwa nur leichte erkältungsartige Symptome haben, bereits ansteckend sind. In einigen Fällen haben sich wohl Personen bei Betroffenen angesteckt, die keine spezifischen Symptome gezeigt hatten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht auf Basis der bisherigen Daten aber davon aus, dass Sars-CoV-2 hauptsächlich durch Infizierte verbreitet wird, die Beschwerden haben.

Langsam wird mehr darüber bekannt, wie lange Patientinnen und Patienten ansteckend sind. Ein Forschungsteam aus Deutschland hat dazu eine noch nicht von Experten begutachtete Studie veröffentlicht, in der sie über neun der ersten deutschen Patientinnen und Patienten berichten, die hierzulande wegen der Infektion behandelt wurden (medRxiv: Wölfel et al., 2020). Das Ergebnis: Auch wenn die üblichen Virustests von Patienten noch viele Tage bis Wochen nach Beginn der Symptome das Coronavirus nachweisen können, sind Erkrankte wahrscheinlich schon früher nicht mehr infektiös. Das schlossen die Wissenschaftler aus der Tatsache, dass sie bei einigen untersuchte Personen schon acht Tage nach Beginn der Beschwerden keine intakten Viren mehr feststellen konnten – nur Teile davon, zum Beispiel Viruserbgut, auf das gängige Virustests normalerweise positiv reagieren. Außerdem zeigte das Forscherteam, dass sich das Virus über Tröpfchen aus Rachen und Lunge überträgt, wahrscheinlich aber nicht über den Stuhl – auch wenn sich Erbgutschnipsel darin nachweisen lassen. Zu Beginn des Ausbruchs war vor allem in China spekuliert worden, ob sich das Virus auch auf diesem Weg verbreitet.

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Kann ich mich an Importware anstecken?

Da die Übertragung primär über menschliche Sekrete erfolgt und humane Coronaviren auf trockenen Oberflächen nicht besonders stabil sind, wird dieses Risiko als sehr gering eingestuft. Laut einer Meta-Analyse von Forschenden der Universitäten in Greifswald und Bochum können Viren aus der Coronafamilie zwischen zwei Stunden und bis zu neun Tage auf Oberflächen überleben (Journal of Hospital Infection: Kampf et al., 2020). Eine Übertragung über unbelebte Oberflächen ist laut RKI bisher nicht dokumentiert und eine Übertragung etwa über Waren oder Postsendungen erscheint daher unwahrscheinlich.

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Was mache ich, wenn ich befürchte, infiziert zu sein?

Ein begründeter Verdacht auf eine Sars-CoV-2-Infektion besteht laut dem Robert Koch-Institut (RKI), wenn eine mögliche Patientin oder ein Patient in den vergangenen 14 Tagen Kontakt mit einer erkrankten Person hatte oder gerade in einem Risikogebiet war. Außerdem empfiehlt das RKI, Personen mit eindeutigen Zeichen einer viralen Lungenentzündung auf eine Infektion mit dem Coronavirus zu testen, wenn andere Diagnosen unwahrscheinlich sind. In diesem Fall muss die Person auch nicht Kontakt zu einem Infizierten gehabt haben oder in einem Risikogebiet gewesen sein.

Wer glaubt, er habe sich mit dem Coronavirus infiziert, sollte erst in der Arztpraxis oder beim Gesundheitsamt anrufen, und sich nicht in ein volles Wartezimmer setzen. Das zuständige Gesundheitsamt finden Sie hier. Unter der Telefonnummer des ärztlichen Bereitschaftsdiensts können Sie Haus- und Fachärzte auch in der Nacht, am Wochenende oder an Feiertagen erreichen. Die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung hat eine Coronavirus-Hotline geschaltet, die hilft zu klären, ob ein begründeter Verdachtsfall vorliegt.

Wer sich schlecht fühlt, sollte zu Hause bleiben. Um seiner selbst willen und um andere zu schützen. Das gilt nicht nur für den Arbeitsplatz.

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Wie funktioniert ein Coronavirus-Test?

Der Labortest auf das Sars-2-Virus basiert auf dem Prinzip der Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Das ist ein Verfahren, in dem eine Probe auf bestimmte Erbgut-Sequenzen getestet wird – in diesem Fall auf die Virus-RNA. Die Proben werden aus dem Rachen und vom Hustenauswurf entnommen. Ob eine Person zum Zeitpunkt des Tests infektiös ist, also aktive Viren ausscheidet, darüber sagt der Test allerdings nichts aus. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) können inzwischen fast alle Labore in Deutschland den Test vornehmen. Das Ergebnis folgt in der Regel nach wenigen Stunden und wird bei einer positiven Diagnose auch an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet.

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Wie hoch ist die Gefahr im Vergleich zu anderen Krankheiten?

Die Zahl der Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, steigt schnell. Aber auch die Zahl der Menschen wächst, die eine Infektion gut überstanden haben. Vergleichbare Viruserkrankungen wie etwa Sars, das ebenfalls von einem Erreger der Familie der Coronaviren ausgelöst wird, verbreiteten sich in der Vergangenheit langsamer. Und das, obwohl Experten davon ausgehen, dass die Dunkelziffer der infizierten Menschen noch deutlich höher ist als die Zahl der offiziell bestätigten Fälle. Die Case Fatality Rate, die sich aus der Zahl der Toten im Vergleich zu den Infizierten berechnet, lässt sich deshalb nur schwer exakt bestimmen.

Obwohl beim aktuellen Coronaausbruch längst mehr Menschen gestorben sind als insgesamt an Sars, ist die aktuelle Viruserkrankung doch weniger tödlich. Bisher sind bis zu zwei Prozent der Patientinnen und Patienten, bei denen eine Coronainfektion festgestellt wurde, gestorben. Wahrscheinlich ist die Todesrate aber deutlich niedriger, da es viele Infizierte geben dürfte, die nirgends registriert sind. Die WHO berechnete die Letalität für China mit 0,7 Prozent, viel niedriger also als bei Sars 2003, als diese knapp zehn Prozent betrug. Geht man davon aus, dass die Berechnung stimmt, wäre das Coronavirus aber dennoch fünfmal tödlicher als die Grippe.

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Wer sind die Risikogruppen?

Anders als bei der Grippe sind die Risikogruppen in diesem Fall noch nicht genau bekannt. Bislang sind mehr Männer als Frauen an der Viruserkrankung gestorben. Und nicht nur Ältere und Menschen mit schweren Vorerkrankungen können sterben, auch wenn sie offenbar stärker gefährdet sind. Schwangere und Kinder sind von den schweren Verläufen der Covid-19-Krankheit meist weniger betroffen. Bei der Grippe etwa sind besonders ältere Menschen ab 60 gefährdet, Schwangere oder vorerkrankte Menschen. Diese Risikogruppen sind es auch, für die die Ständige Impfkommission aktuell empfiehlt, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Das schützt nicht vor Sars-CoV-2, ist aber sinnvoll, um Kliniken zu entlasten und die Zahl der Verdachtsfälle zu minimieren.

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Ist man nach überstandener Infektion immun?

Ende Februar wurden mehrere Fälle bekannt, in denen Tests nach Abklingen der Symptome bei einer Person ein zweites Mal Sars-CoV-2 nachweisen konnten (Jama: Lan Lan et al., 2020). Das warf die Frage auf, ob das ein Hinweis sein könnte, dass Genesene nicht immun sind gegen eine neue Infektion. Forschende halten das aber für unwahrscheinlich. Die Virologin Isabella Eckerle von der Universität Genf geht trotz der Berichte davon aus, dass jemand, der die Infektion überstanden hat, Jahre lang immun sein dürfte. Sie warnt davor, positive Tests mit Neuinfektionen zu verwechseln. Solche Befunde kenne man auch von anderen Atemwegserkrankungen, die von Viren ausgelöst werden. "Dabei sind auch gegen Ende der Erkrankung, wenn der Patient schon wieder gesund ist, noch Reste des Virus in den Atemwegen zu finden", sagte sie dem deutschen Science Media Center (SMC).

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Gibt es einen Impfstoff?

Momentan nicht. Mehrere Forscherteams weltweit arbeiten solchen Vakzinen. Was zeitaufwändig ist, ist die klinische Erprobung eines möglichen Impfstoffs. Dieser wird zunächst in Tierversuchen geprüft, dann muss an Menschen getestet werden, ob er unbedenklich und nicht giftig ist. Anschließend geht es noch um die Wirksamkeit und mögliche Nebenwirkungen. Die Impfstoffprüfung durchläuft viele unterschiedliche medizinische und regulatorische Auflagen. Nur so lässt sich die Sicherheit einer Vakzine gewährleisten. Offizielle Stellen, Forscherinnen und Experten gehen davon aus, dass ein Impfstoff, je nach Intensität seiner Erprobung, frühestens Ende diesen Jahres, eher Mitte 2021 zur Verfügung stehen könnte.

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Wie gefährlich ist das Virus für Kinder?

Zwischen Dezember und Anfang Februar waren nur neun Kinder infiziert, bei insgesamt Zehntausenden Infizierten also eine sehr geringe Zahl. In einer Studie zu dieser Frage (Jama: Wei et al., 2020) vermuten Forscher und Forscherinnen aber nicht, dass die Kinder immun gegen Sars-CoV-2 waren, sondern dass sie weniger Kontakt zu potenziellen Überträgern hatten oder so milde Symptome entwickelten, dass die Erkrankung unentdeckt blieb. Das sei ein großer Unterschied zur Influenza und anderen Atemwegserkrankungen, die Kinder oft besonders stark betreffen, heißt es in der Studie. Nach bisherigen Erkenntnissen (The Lancet: Chen et al., 2020) stecken sich neugeborene Kinder außerdem nicht unbedingt über ihre Mutter an, wenn die sich in der Spätschwangerschaft mit dem Coronavirus infiziert hat.

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Ab wann spricht man von einer Pandemie?

Derzeit haben sich weltweit etwa 170.000 Menschen infiziert. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus, weil vermutlich viele der Fälle, die milde verlaufen, unbekannt bleiben. Rund 80.000 Menschen, die sich angesteckt haben, gelten aber bereits als genesen. Etwa 6.500 sind an den Folgen der Lungenkrankheit gestorben, die meisten in China. Von dort breitete sich die neuartige Variante des Coronavirus zuerst aus. Mittlerweile wurden aus etwa 150 Ländern Infektionsfälle bekannt.

Greift eine Epidemie nicht mehr nur lokal um sich, sondern erfasst ganze Länder oder sogar Kontinente, spricht man von einer Pandemie. Ausrufen kann eine solche nur die WHO.

Spätestens mit den Infektionen in Italien, die über mehrere Stufen gingen und nicht auf einen Import zurückgeführt werden, waren, laut Experten wie der Infektionsepidemiologie Alexander Kekulé,  alle Kriterien einer Pandemie erfüllt. Die Weltgesundheitsorgansiation sprach in Bezug auf das neuartige Coronavirus am 10. März das erste Mal von einer Pandemie. Den Ausbruch zur Pandemie zu erklären bedeutet vor allem, dass internationale Hilfen für Länder mit schlecht entwickelten Gesundheitssystemen eingeleitet werden können. Für Deutschland etwa ändert eine Erklärung der Pandemie dagegen nicht viel.

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Wie lange wird der Ausbruch dauern?

Andere Ausbrüche von Coronaviren ebbten in der Vergangenheit mit Beginn der wärmeren Jahreszeit ab. Denn dann sind die Bedingungen für Viren, sich weiter zu verbreiten, deutlich schlechter. Das liegt daran, dass es dann mehr Sonne und mehr UV-Strahlung gibt sowie die Luft trockener wird. Außerdem halten sich  Menschen dann weniger häufig drinnen und gemeinsam in engen Räumen auf als im Winter. Derzeit hoffen Forschende, dass das auch für Sars-CoV-2 so sein wird. Manche vermuten, dass sich das Virus zwar zum Sommer hin weniger rasch verbreitet, aber in der kälteren Jahreszeit erneut auftreten könnte. Sicher ist das aber nicht, solche Vorhersagen sind immer schwierig.

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Wie stark ist das Virus in Deutschland verbreitet?

In Deutschland gibt es derzeit mehr als 6.000 bestätigte Infektionen. Viele Wissenschaftlerinnen und Experten gehen aber davon aus, dass es deutlich mehr sein könnten. Oft verläuft eine Erkrankung mit sehr milden Symptomen, die manchmal  von einer einfachen Erkältung nicht zu unterscheiden sind. Bisher sind mehr als zehn Personen an der neuen Covid-19-Krankheit gestorben. In den kommenden Tagen und Wochen werden die bestätigten Fälle weiter steigen, womöglich auch deutlich.

Expertinnen sehen Deutschland weiterhin gut gewappnet und glauben, dass es mit dem deutschen Gesundheitssystem möglich ist, Infizierte schnell zu behandeln und Kontaktpersonen zu identifizieren, um damit den Ausbruch zu verlangsamen. Wichtig ist, so lange Zeit zu gewinnen, bis es eine Behandlung oder einen Impfstoff gegen Sars-CoV-2 gibt (siehe auch Wie lange wird dieser Ausbruch andauern?).

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Was tun Bund und Länder?

Für Infektionsschutz sind die Bundesländer zuständig. Die Umsetzung obliegt den Gesundheitsämtern vor Ort. Sie entscheiden auch in Abstimmung mit Gemeinde und Polizei, welche Maßnahmen zu ergreifen sind, wenn eine Infektion festgestellt wurde. Die Landesregierungen haben auch über die Schließung von Schulen und Kindergärten entschieden und darüber, für welche Eltern mit systemrelevanten Berufen, wie Polizistinnen und Ärzte, es weiterhin eine Notbetreuung der Kinder geben muss.

Die Gesundheitsämter sind die Ersten, die von Ärzten oder Laboren über eine Infektion informiert werden. Sie leiten diese Information an die Landesgesundheitsämter weiter, die wiederum das Robert Koch-Institut informieren. Die Länder koordinieren sich über die Bundesgesundheitsministerkonferenz. Die Bundesregierung hat einen gemeinsamen Krisenstab von Bundesgesundheitsministerium und Bundesinnenministerium eingerichtet. Der Bundesgesundheitsminister hat die Meldepflichten für Corona-Fälle verschärft – gemeldet werden müssen auch begründete Verdachtsfälle, nicht nur bestätigte Infektionen. Außerdem wies Jens Spahn (CDU) die Länder an, ihre Pandemiepläne zu überprüfen. 

Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier haben für Unternehmen weitreichende Hilfen angekündigt. Eine Ausweitung des Kurzarbeitergeldes hat der Bundestag im Eilverfahren bereits beschlossen. Darüber hinaus will die Bundesregierung besonders kleine und mittelständische Betriebe vor der Insolvenz retten, indem sie unbegrenzt Hilfskredite zur Verfügung stellt. 

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Wer ordnet eine Quarantäne an?

Das entscheiden die Gesundheitsämter vor Ort. Ihrer Anordnung muss Folge geleistet werden, notfalls hilft die Polizei bei der Durchsetzung. Krankenhäuser dürfen Menschen – mit richterlicher Anordnung – auch auf Krankenstationen einschließen, wenn der Verdacht besteht, dass sie die Station ohne Erlaubnis verlassen.

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Warum müssen Kontaktpersonen 14 Tage in Quarantäne?

Um die Ausbreitung zu verhindern oder zu verlangsamen, ist es notwendig, neben den infizierten Menschen auch ihre Kontaktpersonen möglichst lückenlos zu kennen und ihren Gesundheitszustand für die Dauer der Inkubationszeit in häuslicher Quarantäne zu beobachten. Die Kontakte der Betroffenen sollten in dieser Zeit auf ein Minimum reduziert werden, damit das Virus sich nicht weiterverbreiten kann.

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Was tun die Krankenhäuser?

"Generell können alle Kliniken, die Patienten mit Influenza aufnehmen, auch Patienten mit einer Corona-Erkrankung behandeln", sagt eine Sprecherin von Deutschlands größtem privatem Klinikbetreiber Fresenius Helios.

Derzeit seien aber zumindest die 86 Helios-Krankenhäuser durch Influenza-Fälle und Norovirus-Erkrankungen ausgelastet. Coronavirus-Einzelfälle könnten mit internen Verlegungen problemlos betreut werden. Im Falle einer Pandemie kann jedoch die regelhafte Versorgung anderer Patienten eingeschränkt werden, warnte Helios. Bei zunehmenden stationären Coronavirus-Fällen arbeiten die Kliniken nach einem Stufenplan und versorgen die Patienten zuerst, bei denen es medizinisch nötig sei.

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Wie können Arbeitgeber ihre Beschäftigten schützen?

Wenn ein Angestellter erkrankt ist und Symptome wie Husten oder Fieber zeigt, sollte der Arbeitgeber ihn möglichst schnell freistellen. "Das entspricht der gesetzlichen Fürsorgepflicht", sagt Udo Jäckel, Arzt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Auch sollte in den Betrieben noch gründlicher als sonst auf Sauberkeit geachtet werden. Von Atemschutzmasken rät Jäckel ab, es sei denn, sie sind für das Personal in Krankenhäusern und Arztpraxen. Wichtiger sei, dass Unternehmen Grippeschutzimpfungen ermöglichten und ihren Angestellten von Geschäftsreisen in die betroffenen Regionen abrieten.

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Ab wann müssen Arbeitgeber ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freistellen?

Wie bei jeder Erkrankung müssen Unternehmen ihre Beschäftigten nach Hause schicken, wenn diese krank sind, ein Attest oder eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen. "Arbeitgeber haben eine Fürsorgepflicht und müssen vermeidbare Schäden für ihre Angestellten abwehren", sagt Volker Görzel, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Außerdem müssen sie freigestellt werden, wenn die Arbeit für sie unzumutbar sei. Heißt: Wenn in dem Betrieb beispielsweise jemand am Coronavirus erkrankt ist und der Arbeitgeber keine Maßnahmen ergriffen hat. "In dem Fall braucht es immer die konkrete Gefahr einer Ansteckung, um freigestellt zu werden", sagt Görzel. Darüber hinaus können Arbeitgeber auch auf eine Krankschreibung verzichten. Ohnehin gilt dieser Tage, dass Angestellte auch per Telefon eine Krankschreibung für maximal sieben Tage erhalten können. Doch diese Ausnahme gilt nur bei Erkältungen und Atemwegserkrankungen.

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Bekomme ich weiter Gehalt, wenn der Betrieb schließen muss?

Schließt das Gesundheitsamt einen Betrieb, wird das Infektionsschutzgesetz wichtig. Das Gesetz enthält eine Spezialregelung, nach der betroffene Unternehmen und Mitarbeiter eine Entschädigung erhalten. "Angestellte erhalten von ihren Arbeitgebern sechs Wochen lang einen Verdienstausfall in Höhe ihres normalen Lohns", sagt Thomas Köllmann, Anwalt für Arbeitsrecht. Dauert die Betriebsschließung länger, zahlen die jeweiligen Behörden, allerdings deutlich weniger als das Gehalt. "Diese Leistung orientiert sich am Krankengeld, liegt also bei rund 70 Prozent des Gehalts", sagt Köllmann.

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Muss ich dem Arbeitgeber sagen, was ich habe, wenn ich mich krankmelde?

Nein, auch nicht, wenn man am Coronavirus erkrankt ist. "Grundsätzlich ist niemand verpflichtet, dem Arbeitgeber die Diagnose mitzuteilen", sagt Thomas Köllmann, Anwalt für Arbeitsrecht. Aber da eine Infektion mit Covid-19 eine meldepflichtige Erkrankung ist, wird der Arzt das den Gesundheitsämtern mitteilen und Sie in Quarantäne schicken. Dann wird auch der Arbeitgeber zwangsläufig davon erfahren.

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Bekommen Selbstständige einen finanziellen Ausgleich, wenn sie wegen der Viruserkrankung nicht mehr arbeiten können?

Eine Entschädigung erhalten Selbständige und Freiberuflerinnen sowie Freiberufler nur, wenn sie selbst erkrankt sind und unter Quarantäne gestellt werden. Das sieht das Bundesgesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten in Paragraf 56 vor. Die Höhe der Entschädigungssumme bemisst sich an den letzten Jahreseinnahmen laut Steuerbescheid.

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Darf ich aus Angst vor Ansteckung zu Hause bleiben?

Nein. Selbst wenn man Angst hat, sich auf dem Weg ins Büro oder am Arbeitsplatz mit dem Virus anzustecken, darf man nicht eigenmächtig ins Homeoffice gehen. Nur eine "konkrete Ansteckungsgefahr" rechtfertige dies, sagt der Arbeitsrechtler Volker Görzel. Beispielsweise wenn mehrere Kollegen erkrankt seien und sich noch am Arbeitsplatz befänden.

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Soll ich Lebensmittelvorräte anlegen?

"Es besteht kein Grund für panikartige Reaktionen wie zum Beispiel Hamsterkäufe", sagt Timo Ulrichs, Professor für globale Gesundheit an der Akkon-Hochschule für Humanwissenschaften Berlin. Wer vorsorgen will, kann sich an die Empfehlungen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe halten, das allgemein empfiehlt, für Notlagen einen Vorrat für zehn Tage zu Hause zu haben.

Wichtig ist dabei vor allem, dass die Lebensmittel haltbar sind. Da es keine speziellen Medikamente gegen das Coronavirus gibt, kann man auch keine einkaufen. Man sollte aber darauf achten, dass man die Medikamente, die man sonst auch braucht, zu Hause hat. Sollte man betroffen sein und zu Hause bleiben müssen, kann man sich bei der Versorgung von Freunden und Bekannten helfen lassen, die dann eben ihrerseits die Hygieneregeln (siehe Schutzmaßnahmen oben) beachten müssten.

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Kann meine Chefin mich zum Homeoffice zwingen?

"Der Arbeitgeber kann seine Angestellten nicht dazu zwingen, ins Homeoffice zu wechseln", sagt der Arbeitsrechtler Volker Görzel. Dann würde man sich in eine rechtliche Grauzone begeben. "Sie dürfen darum bitten, aber niemanden verpflichten", sagt Görzel. Denn dann müssten Arbeitgeber erst mal garantieren können, dass dort adäquate Arbeitsbedingungen herrschten, die vergleichbar mit der Arbeit im Büro sind. Beispielsweise muss es auch zu Hause genügend Platz geben, eine angemessene Lautstärke herrschen und alle zur Arbeit nötigen Materialien müssen vorhanden sein.

Unter drei Bedingungen können sie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter allerdings doch dauerhaft ins Homeoffice schicken: wenn das, erstens, im Arbeitsvertrag ausdrücklich vorgesehen ist. Wenn es, zweitens, im Tarifvertrag steht. Oder wenn sich Arbeitgeber und Betriebsrat, drittens, auf eine entsprechende Vereinbarung außerhalb dieser Verträge geeinigt haben.

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Woran erkenne ich Falschinformationen zum neuen Coronavirus?

Um das neue Coronavirus ranken sich viele Falschnachrichten und Verschwörungstheorien. Das liegt auch daran, dass noch wenige Informationen zur Verfügung stehen, es aber ein großes Bedürfnis gibt, sich über Sars-CoV-2 zu informieren und sich gegebenenfalls davor zu schützen. Egal, ob eine Information vom besten Freund auf WhatsApp kommt, von einer seriös wirkenden Person auf Twitter geteilt wird oder von einem Nachrichtenportal: Wichtig ist, die Nachricht zu hinterfragen. Klingt die Information plausibel? Oder doch eher etwas reißerisch? Wie seriös ist die Quelle? Ist sie überhaupt qualifiziert, etwas zu dem Ausbruch zu sagen? Ist die Argumentation logisch?

Ist man sich nicht sicher, ob eine Information stimmt oder nicht, sind Portale wie Correctiv oder der Tagesschau-Faktenfinder hilfreich. Sie gehen Falschnachrichten nach und korrigieren sie. Auch die WHO räumt in ihrer Rubrik myth busters mit Mythen zum neuen Coronavirus auf. Grundsätzlich gilt aber auch: Es handelt sich um eine Lage, in der sich der Informationsstand ständig ändern kann und vieles unbekannt ist. Daher können sich nicht nur Erkenntnisse wandeln, wir müssen die bestehende Unwissenheit teils auch einfach aushalten.

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Wo und wie informiere ich mich am besten über das neue Coronavirus?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO sammelt auf ihrer Seite die wichtigsten Tipps, wie man sich selbst schützen kann, und enttarnt auch Falschinformationen. Für alle, die noch mehr über das Virus wissen wollen, sind auch die aktuellsten wissenschaftlichen Studien verlinkt. Auch das Robert Koch-Institut ist eine gute Quelle, es beantwortet häufig gestellte Fragen in einem FAQ. Und dann sind da natürlich die traditionellen Medien: Nachrichtenportale, Fernsehen, Radio. Sie berichten tagesaktuell und prüfen Fakten gewöhnlich sehr genau – zum Beispiel hier auf ZEIT ONLINE.

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Wo kann ich noch sicher hinreisen?

Die zurzeit wichtigere Frage lautet: Sollte ich überhaupt noch reisen? Der Krisenstab der Bundesregierung gibt darauf eine eindeutige Antwort, indem er von allen nicht notwendigen Reisen ins Ausland abrät. Der Grund: Wegen der Maßnahmen gegen das Coronavirus steigt für Reisende das Risiko, nicht mehr ohne Weiteres nach Deutschland zurückkehren zu können. Zudem sei kurzfristig mit weiteren drastischen Einschränkungen des Luft- und Reiseverkehrs zu rechnen, schreibt das Auswärtige Amt. Bis auf Weiteres besteht daher formell eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen.

Lesen Sie hier weitere Informationen zum Thema Reisen während des Virusausbruchs.

Und alles Weitere zum Ausbruch des Virus hier.

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