• Bis Mittwoch wurden 24.324 infizierte Menschen registriert. 490 Personen sind bisher an der Lungenkrankheit gestorben, teilte die Gesundheitskommission in Peking mit. Mütter können das Virus offenbar an Neugeborene übertragen.
  • Hongkong hat Quarantäne für alle Personen angeordnet, die aus Festland-China einreisen wollen.
  • Auf einem Kreuzfahrtschiff, das vor dem japanischen Yokohama liegt, sind zehn Personen erkrankt. Ein weiteres Schiff ist in Hongkong in Quarantäne.
  • Zahlreiche Länder haben ihre Staatsangehörigen aus den besonders von der Epidemie betroffenen Gebieten ausgeflogen, immer mehr Airlines stellen ihre Flugverbindungen nach China ein. Auch Flüge nach Hongkong werden gestrichen.
  • In Deutschland ist die Zahl der Infektionen nicht weiter gestiegen. Nach wie vor gibt es zwölf Fälle. Allen Erkrankten geht es Behördenangaben zufolge gut.
  • Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht noch keine Pandemie, hat aber den internationalen Gesundheitsnotstand erklärt.
  • Ein Heilmittel gibt es noch nicht.
  • Lesen Sie hier unseren Schwerpunkt zum Coronavirus und seiner Ausbreitung. Die Johns Hopkins University in Baltimore dokumentiert alle Fälle in einer interaktiven Karte. In unserem FAQ klären wir zudem die wichtigsten Fragen und Antworten.
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Judith Luig
Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen durch das Coronavirus ist in China wieder schneller gestiegen als in den Tagen zuvor. Am Mittwoch stieg die Zahl der Patienten mit der neuen Lungenkrankheit innerhalb eines Tages um 3.887 auf 24.324, wie die Gesundheitskommission in Peking berichtete.

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat sich besorgt über mögliche Auswirkungen der schnellen Ausbreitung des Coronavirus auf die konjunkturelle Entwicklung gezeigt. Nachdem die Bedrohung für den Welthandel durch den Handelskrieg zwischen den USA und China etwas in den Hintergrund getreten sei, sorge das Virus für neue Unsicherheit, sagte Lagarde in Paris. Nach Berechnungen des Ifo-Instituts wird sich die Corona-Seuche dagegen kaum auf die deutsche Wirtschaft auswirken.

Wegen der Ausbreitung des Virus wächst aus Sicht der chinesischen Botschaft in Berlin die Zahl der Anfeindungen gegen chinesische Bürger in Deutschland.

Für acht deutsche Passagiere auf dem Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess", das vor Yokohama in Japan vor Anker liegt, gab es Entwarnung. Zwar wurden zehn Virusfälle unter Passagieren entdeckt, aber die Deutschen waren nicht darunter. Die Infizierten wurden ins Krankenhaus gebracht, das Schiff bleibt vorerst weiter unter Quarantäne. In Hongkong wurde nach Infektionsnachweisen am Mittwoch ein weiteres Kreuzfahrtschiff mit mehr als 1.800 Passagieren festgesetzt.

Das Coronavirus kann nach Erkenntnissen deutscher Forschungsinstitute auch von Patienten mit nur sehr milden Krankheitssymptomen übertragen werden. Deutsche Mediziner teilten mit, dass einige der derzeit in der Klinik Schwabing in München behandelten Patienten auch bei nur schwachen Symptomen Viren in ihrem Nasen-Rachen-Raum zeigten. Zudem sei festgestellt worden, dass sich das Virus unabhängig von der Lunge auch im Nasen-Rachen-Raum und im Verdauungstrakt vermehrt. Diese Beobachtungen seien deutliche Hinweise für eine Übertragbarkeit bereits bei milder oder beginnender Erkältungssymptomatik wie zum Beispiel Halsschmerzen, einer Nasennebenhöhlen-Infektion oder nur einem leichten Krankheitsgefühl ohne Fieber.

Damit beenden wir dieses Liveblog für heute.

Judith Luig

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat zu Spenden in Höhe von 675 Millionen Dollar (613 Millionen Euro) zur Bekämpfung des Coronavirus aufgerufen. Der Großteil des Geldes solle in besonders "gefährdete" Länder fließen, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. Die WHO habe einen Vorsorgeplan entwickelt, für dessen Finanzierung in den kommenden drei Monaten 675 Millionen Dollar nötig seien.

"Unsere Botschaft an die internationale Gemeinschaft ist: Investiert heute oder zahlt später mehr", sagte Tedros. Die Summe liege deutlich unter jener, die fällig werde, "wenn wir jetzt nicht in Vorsorge investieren".

In einem ersten Schritt sollen Tedros zufolge 500.000 Atemschutzmasken und 350.000 Paar Gummihandschuhe an 24 Länder verschickt werden. Die Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates sagte am Mittwoch 100 Millionen Dollar für den Kampf gegen das Virus zu.

In China hat sich die Zahl der Infektionen und Todesfälle durch den neuartigen Corona-Erreger zuletzt trotz weitflächiger Quarantäne-Maßnahmen weiter erhöht. Fast 500 Menschen starben, mehr als 24.000 sind nach offiziellen Angaben mit dem Virus infiziert.

Für Montag und Dienstag kündigte die WHO eine Konferenz zum Coronavirus in Genf an. Dabei soll es um Fragen der Diagnose sowie mögliche Arzneimittel und Impfstoffe gehen.

Judith Luig
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass die Zahl der nachgewiesenen Infektionen durch das neue Coronavirus weiter steigen wird. "Der Höhepunkt ist noch nicht erreicht. In China nicht, was die Infektionszahlen und die Entwicklung angeht, und damit auch für die Welt und für Deutschland nicht", sagte Spahn vor der Quarantäne-Station im pfälzischen Germersheim.

Er wünsche sich nichts mehr, als dass es keine weiteren Infektionen gebe, dies sei aber derzeit nicht auszuschließen. Deutschland sei gut vorbereitet und könne mit der "dynamischen Lage" gut umgehen. 

In den kommenden Tagen solle es ein Treffen der EU-Gesundheitsminister geben.
Tina Groll
Gegen das Coronavirus gibt es entgegen anderslautenden Medienberichten laut Weltgesundheitsbehörde (WHO) derzeit noch kein Heilmittel. "Es gibt keine bekannte wirksame Therapie gegen das Virus", sagte Sprecher Tarik Jasarevic. Ein chinesischer TV-Sender hatte zuvor berichtet, ein Forschungsteam an der Zhejiang Universität habe ein effektives Präparat gefunden. Der britische Sender Sky News hatte von einem "Durchbruch" in der Entwicklung eines Impfstoffs berichtet.

Das Coronavirus könnte nach Erkenntnissen von Medizinern von schwangeren Frauen auf ihre ungeborenen Kinder übertragen werden. Das berichtet der staatliche chinesische Fernsehsender CCTV unter Berufung auf Ärzte in der Wuhan Kinderklinik. Sie verweisen auf eine mit dem Virus infizierte Frau, die am 2. Februar ihr Kind zur Welt brachte. 30 Stunden später sei das Neugeborene getestet und das Virus bestätigt worden. Das Baby zeige stabile Lebenszeichen, habe aber eine Entzündung der Lungen und eine leicht abnormale Leberfunktion, berichtete der Arzt. Zuvor seien allerdings Kinder von infizierten Müttern zur Welt gebracht worden, bei denen der Test auf den Erreger negativ gewesen sei.

Chinas Gesundheitskommission teilte mit, dass bisher 80 Prozent der Todesopfer mindestens 60 Jahre alt waren, 75 Prozent von ihnen litten an Vorerkrankungen wie etwa Diabetes oder Bluthochdruck.

Die Sonderverwaltungszone gab zudem bekannt, dass ab sofort alle Menschen, die vom chinesischen Festland nach Hongkong einreisen wollen, sich zunächst 14 Tage lang in Quarantäne begeben müssen. Die Schutzmaßnahme betrifft auch Personen, die in Hongkong leben. Während der Quarantäne sollen die Betroffenen auf Anzeichen für eine Erkrankung mit dem Virus getestet werden.

Zuvor hatte Hongkonger Krankenhauspersonal bei Protesten gefordert, alle Grenzübergänge zwischen der Stadt und dem Festland zu schließen.
Die Straßen in Shanghai sind verwaist.
Die Straßen in Shanghai sind verwaist.   Bild: REUTERS/Aly Song
Tina Groll
Der Sportartikelhersteller adidas schließt in China vorübergehend viele seiner eigenen Geschäfte. Darüber hinaus würden ähnliche Entwicklungen innerhalb des Franchisegeschäfts beobachtet, hieß es.

Airbus setzt die Produktion von Flugzeugen in China aus. Die A320-Endmontage-Linie im Werk Tianjin sei momentan geschlossen, teilte der europäische Flugzeugbauer mit. In dem Werk werden monatlich etwa vier Flugzeuge der A320-Familie montiert, das sind etwa sieben Prozent der Airbus-Produktion in diesem Segment.

Die Weltbank erwägt, ihre globale Wachstumsprognose für dieses Jahr zu senken. Dies betreffe "mindestens den ersten Teil von 2020", sagte Weltbank-Präsident David Malpass. Hintergrund ist, dass viele Fluggesellschaften ihre Verbindungen nach China derzeit stark eingeschränkt oder ganz eingestellt haben. Viele Güter aus China werden aber auch mit Passagiermaschinen transportiert. Im vergangenen Jahr hatte die Weltwirtschaft um 2,4 Prozent zugelegt. Für 2020 erwartete die Weltbank bisher 2,5 Prozent.

Die Lufthansa prüft unterdessen nach dem Aussetzen der Flüge nach China auch ihre Verbindungen nach Hongkong. Derzeit fliegt die Airline zwölfmal wöchentlich in die Stadt, die Tochter-Airline Swiss siebenmal. Die US-Fluglinien United Airlines und American Airlines haben ihre Flugverbindungen nach Hongkong bereits ausgesetzt.

Die Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific will unterdessen alle 27.000 Beschäftigten in unbezahlten Urlaub schicken. Die Mitarbeitenden sollen bis zu drei Wochen zu Hause bleiben, teilte der Konzern mit.

Die Organisatoren der Olympischen Spiele in Tokio zeigen sich über die schnelle Ausbreitung des Coronavirus in China besorgt. Zwar werden die Spiele erst in sechs Monaten beginnen, die Auswirkungen der Epidemie könnten aber bis dahin anhalten. "Ich bin ernsthaft besorgt, dass die Ausbreitung der Infektionskrankheit den Spielen einen Dämpfer versetzen könnte", sagte Organisationschef Toshiro Muto bei einem Treffen mit Vertretern des Internationalen Paralympischen Komitees in Japans Hauptstadt. Bisher gebe es aber keine Pläne, die Olympischen Spiele vom 24. Juli bis 9. August abzusagen.

Einige olympische Qualifikationsveranstaltungen wurden allerdings bereits abgesagt oder verschoben, darunter etwa das Qualifikationsturnier im Frauenfußball. Es sollte im chinesischen Nanjing stattfinden und wurde nach Sydney verlegt. Die chinesischen Handballerinnen sagten zudem ihre Teilnahme am Qualifikationsturnier ab.
Medizinisches Personal auf dem Militärflughafen am Roshchino International Airport, wo die russischen Staatsangehörigen aus Wuhan gelandet sind.
Medizinisches Personal auf dem Militärflughafen am Roshchino International Airport, wo die russischen Staatsangehörigen aus Wuhan gelandet sind.   Bild: Yuri Shestak/Vsluh.ru/Reuters
Tina Groll
In Deutschland kommt es immer häufiger zu Anfeindungen gegen Chinesinnen und Chinesen, bestätigt die chinesische Botschaft in Berlin. "Die jüngsten Anfeindungsfälle und die fremdenfeindlichen Äußerungen in einzelnen Medien haben nach dem Coronavirus-Ausbruch zugenommen und sind besorgniserregend", hieß es von der Botschaft.

In Berlin sei eine Frau mit chinesischer Staatsangehörigkeit angegriffen worden. Laut Berliner Polizei ereignete sich der Angriff bereits am Freitag. Die 23 Jahre alte Frau wurde von zwei anderen Frauen dabei nicht nur rassistisch beleidigt und bespuckt, sondern auch an den Haaren zu Boden gerissen, geschlagen und getreten. Die Frau musste wegen ihrer Verletzungen in einem Krankenhaus behandelt werden, die Angreiferinnen flüchteten. Die chinesische Botschaft warnt daher auf sozialen Medien und über ihre Webseite vor Angriffen und gibt Ratschläge für den Fall einer Provokation.
Tina Groll
Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen und Toten durch das Coronavirus ist in China erneut gestiegen. Bis zu diesem Mittwoch sind binnen eines Tages 3.887 weitere Menschen erkrankt, die Zahl der Infizierten stieg auf 24.324, teilte die Gesundheitskommission in Peking mit. 65 weitere Personen starben an der Krankheit – insgesamt gibt es bisher 490 Tote

Auf dem Kreuzfahrtschiff mit 2.666 Reisenden an Bord, das vor Yokohama in Japan liegt und unter Quarantäne gestellt wurde, haben sich laut Angaben der Reederei zehn Personen infiziert. An Bord sind auch acht Deutsche, bei denen jedoch keine Infektion nachgewiesen werden konnte. Das Schiff bleibt vorerst weiter unter Quarantäne. Zudem hat ein weiteres Kreuzfahrtschiff in Hongkong mit 1.800 Personen an Bord infizierte Patienten. Dem Schiff war nach der Erkrankung von drei Menschen die Einfahrt nach Taiwan verweigert worden.

Drei Mitglieder der Besatzung litten an Fieber, sie wurden in ein Krankenhaus gebracht und dort isoliert, wie die Gesundheitsbehörde des Hafens mitteilte. Die Passagiere mussten den Angaben zufolge an Bord bleiben. Zunächst war unklar, wie lange das Schiff nun in Hongkong bleiben muss.

Unterdessen haben weitere Länder ihre Staatsangehörigen aus Wuhan ausgeflogen. Laut der US-Botschaft in Peking sind am Vorabend zwei weitere Flugzeuge in die USA gestartet. Damit seien insgesamt 500 Menschen zurückgeholt worden. Es soll aber wohl noch mehr Flüge geben, um die verbliebenen US-Bürgerinnen und US-Bürger in die Vereinigten Staaten zu bringen.

Russland flog in zwei Maschinen 80 beziehungsweise 64 Menschen aus. Die Russinnen und Russen müssen sich zunächst in Westsibirien in ein medizinisches Zentrum 30 Kilometer außerhalb von Tjumen in Quarantäne begeben. Deutschland, Frankreich und Australien hatten ihre Staatsangehörigen bereits Tage zuvor ausgeflogen.

In Wuhan gehen inzwischen die Arbeiten für ein neues Krankenhaus weiter. Hier sollen die Patientinnen und Patienten, die an dem Coronavirus erkrankt sind, behandelt werden.

In der chinesischen Finanzmetropole Shanghai bleiben die Schulen mindestens bis Ende Februar geschlossen. Das teilte die Bildungsbehörde der Stadt mit. Betroffen seien alle Schularten. Damit die Kinder und Jugendlichen dennoch den Stoff schafften, bemühe man sich um Online-Unterricht.

Damit beginnen wir dieses Blog für heute.
Das Kreuzfahrtschiff
Das Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" mit 2.666 Menschen an Bord liegt vor Yokohama und ist unter Quarantäne gestellt.   Bild: KAZUHIRO NOGI/AFP via Getty Images
Diese Maschine von Air New Zealand bringt neuseeländische Staatsangehörige aus Wuhan nach Auckland.
Diese Maschine von Air New Zealand bringt neuseeländische Staatsangehörige aus Wuhan nach Auckland.   Bild: Dean Purcell-Pool/Getty Images
Mit Mundschutz schützen sich die Bauarbeiter, die in Wuhan mit Hochdruck an einem neuen Krankenhaus arbeiten.
Mit Mundschutz schützen sich die Bauarbeiter, die in Wuhan mit Hochdruck an einem neuen Krankenhaus arbeiten.   Bild: China Daily via REUTERS
Jurik Caspar Iser
Während die Zahl der Infektionen weiter steigt, hat Chinas Führung "Unzulänglichkeiten und Defizite" im Umgang mit dem Virus eingeräumt. Nach einem Treffen unter Vorsitz von Staats- und Parteichef Xi Jinping ließ das Politbüro nach Angaben des Staatsfernsehens mitteilen: "Wir müssen die Erfahrungen zusammenfassen und Lehren daraus ziehen." Das nationale Krisenmanagement müsse verbessert werden. Das Gesundheitssystem solle auf den Prüfstand kommen. Mängel müssten beseitigt werden.

Auch an diesem Dienstag stieg die Zahl der bestätigten Infektionen und Todesfälle durch das Coronavirus in China erneut deutlich. Wie die Gesundheitsbehörde mitteilte, gab es 20.438 bestätigte Erkrankungen. Das sind 3.225 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesopfer stieg demnach um 64 auf nun 425. Es war erneut der bisher stärkste Anstieg der Infektionen und Todesfälle innerhalb eines Tages. In Hongkong gab es zudem den zweiten Toten außerhalb Festland-Chinas.

Allen zwölf Patientinnen und Patienten in Deutschland geht es dagegen gut.

Mehrere Länder wie Taiwan, die USA, Australien oder Neuseeland haben inzwischen Einreisebeschränkungen für Chinesinnen und Chinesen oder Ausländerinnen und Ausländer erlassen, die aus China kommen. Auch haben mehrere Staaten ihre Bürgerinnen und Bürger mit Sonderflugzeugen aus der weitgehend abgeschotteten Stadt Wuhan zurückgeholt. Die britische Regierung rief Staatsangehörige explizit dazu auf, China zu verlassen.

Damit beenden wir dieses Blog für heute.
Tilman Steffen
Aktivisten haben mehr als 5.000 durch Bezahlschranken geschützte Artikel und Studien zum Coronavirus veröffentlicht. Sie begründeten das mit dem großen öffentlichen Interesse an der Virenforschung. Es sei nicht hinnehmbar, dass Forscher aus ärmeren Ländern teils ein halbes Monatsgehalt zahlen müssten, um Artikel über das Virus abzurufen. Stattdessen sollten nun Forscher, Studenten und letztlich jeder Bürger einen Beitrag gegen das Virus leisten können.

Bei ihre Aktion haben die Aktivisten alle wissenschaftlichen Veröffentlichungen einbezogen, die seit 1968 zum Thema erschienen sind – hauptsächlich Artikel aus Fachzeitschriften. Anschließend stellten sie die Artikel ohne Zugangsbeschränkungen beim Filehoster The-Eye zum Download bereit. Der Filehoster The-Eye bezeichnet sich selbst als gemeinnützige, spendenfinanzierte Plattform zum Datenerhalt.

Für Datenaustausch setzt sich auch der Chef der Weltgesundheitsorganisation ein: Die WHO warf mehreren wohlhabenden Ländern Versäumnisse beim Informationsaustausch vor. Einige Staaten "mit hohem Einkommen" würden beim Transfer von Daten über neue Coronavirus-Fälle "weit zurückliegen", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.
Ein Mann sitzt mit einer Gesichtsmaske in einem Park in Shanghai.
Ein Mann sitzt mit einer Gesichtsmaske in einem Park in Shanghai.   Bild: REUTERS/Aly Song
Tina Groll
Deutschland und Frankreich wollen sich mit ihren europäischen Partnern besser über ein einheitliches Vorgehen gegen die Epidemie abstimmen. Daher soll es ein informelles Ministertreffen der Gesundheitsminister der Europäischen Union geben, wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagt. Das Virus sieht er als Bedrohung für die gesamte Bevölkerung in Europa, daher brauche es eine europäische Antwort – besonders mit Blick auf die Reisebestimmungen.

Spahn betonte, die EU müsse zu einer gemeinsamen Risikoabschätzung kommen, ob auch in der Phase der Symptomfreiheit von Erkrankten eine Ansteckungsgefahr bestehe. Spahn seine französische Amtskollegin Agnès Buzyn riefen die kroatische EU-Ratspräsidentschaft auf, dazu schnell ein Sondertreffen der Gesundheitsminister zu organisieren.

Spahn hatte sich auch mit seinem britischen Amtskollegen Matt Hancock in London getroffen. Beide Länder vereinbarten, eng zusammenzuarbeiten, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.