• Das neuartige Coronavirus verbreitet sich seit Ende vergangenen Jahres – ausgehend von der chinesischen Metropole Wuhan. Inzwischen sind in China mehr als 42.000 Menschen erkrankt und mehr als 1.000 an den Folgen der Lungenkrankheit gestorben.
  • Auch in rund 30 weiteren Ländern wurden Infektionsfälle gemeldet. In Deutschland gibt es mittlerweile vierzehn bestätigte Infektionen, davon zwölf in Bayern.
  • Das Virus kann eine Atemwegserkrankung mit hohem Fieber auslösen und zu einer schweren Lungenentzündung führen. Es ist von Mensch zu Mensch per Tröpfcheninfektion ansteckend, eventuell auch über eine Schmierinfektion.
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat der Lungenkrankheit, die durch das neue Coronavirus verursacht wird, inzwischen einen offiziellen Namen gegeben: Sie heißt jetzt Covid-19.*
  • Außerdem hat die WHO den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Dies ermöglicht vor allem eine bessere Koordinierung aller Bemühungen weltweit, die Epidemie einzudämmen.
  • Alle weiteren Hintergründe und ausführliche Analysen finden Sie auf unserer Themenseite.

* Korrekturhinweis: An dieser Stelle stand ursprünglich, das Coronavirus und nicht die Lungenkrankheit hätte den neuen Namen Covid-19 erhalten. Wir haben das korrigiert.

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Jurik Caspar Iser
Im Kampf gegen die Lungenkrankheit will die WHO die Suche nach einem Impfstoff und wirksamen Medikamenten beschleunigen. Darauf hätten sich die 400 Fachleute geeinigt, die seit Dienstag in Genf tagten, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die Chefwissenschaftlerin der WHO, Soumya Swaminathan, zufolge gibt es vier mögliche Kandidaten für einen Impfstoff. Zu den drängendsten Aufgaben gehöre auch die Entwicklung einfacherer Tests zum Nachweis von Infektionen, sagte sie.

Nach Angaben von Swaminathan könnten schon in drei bis vier Monaten erste Impfstofftests an Menschen beginnen. Ein zertifizierter Impfstoff für weitreichenden Einsatz stehe aber wahrscheinlich erst in 18 Monaten zur Verfügung. Mehrere bereits existierende Medikamente würden zurzeit daraufhin geprüft, ob sie Covid-19-Kranken helfen können. Die WHO werde so schnell wie möglich Richtlinien dafür ausarbeiten.

Die Zahl der neuen Infektionen hat sich nach Angaben der WHO indes stabilisiert. Allerdings müsse diese Entwicklung mit großer Vorsicht bewertet werden. "Der Ausbruch kann sich immer noch in alle Richtungen entwickeln", teilte die Organisation mit. In China war an diesem Mittwoch die kleinste Zahl an neuen Erkrankungsfällen pro Tag seit zwei Wochen registriert worden.

Der WHO-Experte Mike Ryan bezeichnete die neue Entwicklung als beruhigend. Das Virus verbreite sich außerhalb der chinesischen Provinz Hubei, dem Urspungsort, weniger schnell. Dies sei auf die Vorsorge der chinesischen Regierung zurückzuführen. Ryan schränkte ein, es sei noch zu früh, um vom Ende der Epidemie zu sprechen.

Auf dem chinesischen Festland sind inzwischen 1.113 Menschen an dem Virus gestorben. Bei mehr als 44.000 Menschen ist eine Infektion nachgewiesen. Die Zahlen aus China sind allerdings wenig aussagekräftig. Experten vermuten eine sehr hohe Dunkelziffer. Weltweit sind außerhalb des chinesischen Festlands mittlerweile mehr als 500 Infektionen bestätigt, davon 16 in Deutschland.

Damit beenden wir dieses Liveblog für heute.

Jurik Caspar Iser
Die weltweit wichtigste Mobilfunkmesse MWC wird in diesem Jahr wegen der Ausbreitung des Virus abgesagt. Das teilten die Veranstalter in Barcelona mit. Zuvor hatten viele große Aussteller angekündigt, dem für Ende Februar angesetzten Branchentreff fernzubleiben.
Alisa Schröter

Nach Einschätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) könnte das neuartige Coronavirus in größerem Ausmaß um sich greifen. “Die globale Entwicklung legt nahe, dass es zu einer weltweiten Ausbreitung des Virus im Sinne einer Pandemie kommen kann”, heißt es in einem Bericht, den das Institut heute im Internet veröffentlicht hat. Vor allem Länder mit geringen Ressourcen im Gesundheitssystem könnten davon betroffen sein, aber auch Länder wie Deutschland müssten mit einer hohen Belastung der medizinischen Infrastruktur rechnen. 

Aktuell empfiehlt das RKI eine Strategie der Eindämmung: Infizierte sollen möglichst früh erkannt und deren Kontaktpersonen vorsichtshalber 14 Tage unter Quarantäne gestellt werden. Selbst wenn nicht alle Erkrankten und ihre Kontakte rechtzeitig gefunden würden, bewirkten diese Schritte eine langsamere Ausbreitung des Erregers in der Bevölkerung.
“Eine Erkrankungswelle in Deutschland soll hinausgezögert und deren Dynamik abgeschwächt werden", schreibt das Institut in dem Bericht. Außerdem wolle man vermeiden, dass eine Infektionswelle der neuen Lungenkrankheit Covid-19 und die derzeit in Deutschland laufende Grippewelle zusammenfallen.
Alisa Schröter
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich gegen Fiebermessungen an Flughäfen ausgesprochen. Solche Messungen würden eine Scheinsicherheit suggerieren, denn mit dem Virus infizierte Menschen könnten auch völlig fieberfrei sein.
"Was nichts bringt, sind Fiebermessungen am Flughafen"
Video: Reuters
Alisa Schröter
Wie könnte es mit dem Coronavirus weitergehen? Drei Szenarien sind derzeit denkbar:

1. Das Virus läuft sich tot, die Infektionskette reißt also irgendwann ab und das Virus stirbt aus.
2. Das Virus verhält sich wie eine saisonale Grippe, kann also nicht ganz ausgerottet werden und wird dauerhaft in der Bevölkerung zirkulieren.
3. Das Virus verursacht eine weltweite Pandemie.

Genaueres zu den drei Szenarien und wie wahrscheinlich sie sind, können Sie in der Analyse von Florian Schumann nachlesen.
Alisa Schröter

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fordert, dass sich die Europäische Union finanziell am Kampf gegen das neue Coronavirus beteiligt. Nach einer Unterrichtung des Gesundheitsausschusses im Bundestag sagte Spahn, er wünsche sich, “dass die Bitte der Weltgesundheitsorganisation nach finanzieller Hilfe nicht nur von den Nationalstaaten beantwortet wird, sondern dass auch die Europäische Union mit Haushaltsmitteln sich verantwortlich fühlt”.


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat alle Staaten dazu aufgerufen, insgesamt 675 Millionen US-Dollar für die Bekämpfung des Virus zusammenzutragen.

Bild: John Macdougall/AFP via Getty Images
Außerdem forderte Spahn, dass sich die EU-Staaten auf ein gemeinsames Vorgehen zur Bekämpfung des Coronavirus einigen, beispielsweise bei der Frage, wie die Länder mit Flugverkehr aus China umgehen wollen.
Update: Noch heute Nachmittag ist eine Telefonschalte der sieben führenden Industrienationen (G7) geplant, um  länderübergreifende Maßnahmen gegen das Coronavirus zu besprechen. Außerdem wollen sich die Gesundheitsminister der EU am Donnerstag in Brüssel treffen und Maßnahmen zu Therapien und Impfstoffen abstimmen.
Linda Fischer
Die Formel 1 verschiebt den Großen Preis von China. Das eigentlich für den 19. April geplante Rennen in Shanghai soll zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr nachgeholt werden, wenn die Situation sich verbessert habe, teilten die Organisatoren mit.
Derweil wird der Autohersteller BMW die Produktion in seinen drei Werken in der chinesischen Millionenstadt Shenyang wieder aufnehmen. Nach "jetzigem Stand" sei das für den kommenden Montag geplant, sagte Konzernchef Oliver Zipse auf einem Kongress in Bochum. BMW hatte angesichts der Ausbreitung des Coronavirus die Neujahrsferien verlängert. Shenyang ist der weltweit größte Standort des Autoherstellers: Rund 18.000 Mitarbeiter fertigen dort jährlich eine halbe Million Autos und Motoren.
Alisa Schröter
Bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes melden sich vermehrt Menschen asiatischer Herkunft, die von Ausgrenzungen wegen des neuartigen Coronavirus berichten.

Nach Angaben der Behörde hat eine Arztpraxis einer Patientin chinesischer Herkunft die Behandlung verweigert und ein Gemüsehändler einer chinesischen Touristin den Zugang zu seinem Laden verboten. In einem anderen Fall habe eine chinesische Studentin eine Absage bei einer Wohnungsbewerbung bekommen – mit der Begründung: “Ich möchte keinen Coronavirus”.

“Wir erleben gerade, dass Menschen pauschal wegen ihres Aussehens oder ihrer Herkunft ausgegrenzt und benachteiligt werden”, sagte der Leiter der Antidiskriminierungsstelle, Bernhard Franke. In den vergangenen Tagen hätten sich 19 Betroffene an die Einrichtung gewandt. Franke wies daraufhin, dass Betroffene die Verursacher der Diskriminierung auf Entschädigung und Schadenersatz verklagen könnten.
Alisa Schröter
Der Autozulieferer Webasto hat seine Unternehmenszentrale im Gautinger Ortsteil Stockdorf wieder eröffnet. Zuvor hatte eine Spezialfirma das Gebäude gereinigt und desinfiziert. Das Unternehmen hatte den Standort zwei Wochen lang geschlossen, weil sich mehrere Personen bei einer chinesischen Webasto-Mitarbeiterin angesteckt hatten. Die Stimmung sei ruhig, der Betrieb in Stockdorf sei regulär wieder angelaufen, sagte eine Webasto-Sprecherin am Morgen. “Alle sind froh, dass sie zurückkommen und wieder mit den Kollegen zusammenarbeiten können.”
In der Firmenzentrale von Webasto läuft seit heute wieder der Betrieb.
In der Firmenzentrale von Webasto läuft seit heute wieder der Betrieb.   Bild: Christof Stache/getty
Vorstandschef Holger Engelmann betonte, die Schließung sei eine Vorsorgemaßnahme gewesen, um nach dem ersten positiven Test die Infektionskette im Unternehmen zu unterbrechen. Alle 14 Infektionen in Bayern stehen in Zusammenhang mit Webasto. Neben Mitarbeitern haben sich auch Angehörige angesteckt. Die beiden bisher letzten Fälle waren am Dienstagabend bekannt geworden.
Alisa Schröter

Die Passagiere zweier Kreuzfahrtschiffe dürfen derzeit nicht an Land gehen. Die Küstenstaaten befürchten, dass sich Personen an Bord befinden, die sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auf dem Kreuzfahrtschiff Diamond Princess, das derzeit vor Japan unter Quarantäne steht, wurde mittlerweile bei weiteren 39 Menschen eine Ansteckung festgestellt. Damit steigt die Zahl der Infizierten an Bord auf 174. Unter den Passagieren befinden sich nach Angaben der deutschen Botschaft auch zehn Deutsche, von denen sich aber wohl noch keiner angesteckt hat.

Das Kreuzfahrtschiff Westerdam hat ebenfalls Schwierigkeiten, eine Einlauferlaubnis zu bekommen – und das, obwohl keine Infektionsfälle an Bord bekannt sind. Nach Taiwan, Japan, den Philippinen und Guam zögerte zuletzt auch Thailand, das aus Hongkong kommende Kreuzfahrtschiff in einen Hafen einlaufen zu lassen. Das Auswärtige Amt erklärte, unter den Passagieren befänden sich auch einige Deutsche.

Update: Die MS Westerdam darf nun einen Hafen in Kambodscha anlaufen. Am Donnerstag werde das Schiff in Sihanoukville anlegen, teilte die Reederei Holland America Line mit. Die Passagiere dürfen das Schiff dort verlassen.