Sven Stockrahm im Gespräch mit Melanie Büttner © Simon Koy für ZEIT ONLINE

Drohungen, Beschimpfungen bis hin zu körperlichen Attacken sind in manchen Beziehungen und Familien Alltag. In Deutschland registrierten die Behörden zuletzt rund 140.000 Fälle im Jahr, in denen Menschen geschlagen, verprügelt, vergewaltigt oder getötet wurden – von ihren Partnern, Partnerinnen oder Ex-Partnern. 80 Prozent davon waren Frauen. 

Gestresst, ausgerastet und zugeschlagen: In der zweiten Folge zu Gewalt in Beziehungen erklärt die Ärztin, Sexual- und Traumatherapeutin Melanie Büttner Muster, Ursachen und gesundheitliche Auswirkungen von verbaler und psychischer Gewalt. Im Gespräch mit Sven Stockrahm, Vizeressortleiter für Wissen und Digital bei ZEIT ONLINE, geht es auch darum, wie Kinder in Familien unter Gewalt leiden, welche Hilfsangebote es gibt und warum es vielen Menschen schwer fällt, Anzeige zu erstatten oder den Partner oder die Partnerin zu verlassen.

Ihr könnt diese Podcastfolge direkt oben auf dieser Seite hören.

Weiterführende Informationen

In dieser Podcastfolge werden mehrere Studien und Quellen zitiert, hier haben wir sie aufgelistet:

Falls ihr eine Frage oder Anregung haben, schreibt dem Sexpodcastteam eine E-Mail an istdasnormal@zeit.de. Oder stellt eure Frage als Sprachnachricht. Nehmt euch mit dem Smartphone auf und schickt die Datei ebenfalls an die E-Mail-Adresse.

Alle Folgen und Quellen des Sexpodcasts sind auf dieser Seite gesammelt.

Hilfe für Betroffene sexueller Übergriffe und sexueller und häuslicher Gewalt

Im Notfall falls möglich sofort reagieren und die 110 wählen und die Polizei alarmieren.

  • Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: Soforthilfe für Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Beratung per Telefon (08000 116 016), E -Mail und Chat (rund um die Uhr, anonym, in 17 Sprachen und Gebärdensprache).
  • Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff): Hilfsangebote für Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Onlinesuche nach wohnortnahen Hilfsangeboten möglich.
  • Hilfeportal sexueller Missbrauch: Hilfe für Betroffene von sexueller Gewalt in der Kindheit, ihre Angehörigen und andere Menschen, die sie unterstützen wollen. Beratung per Telefon (anonym).
  • Wildwasser e. V.: Hilfe für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die Opfer von sexueller Gewalt geworden sind.
  • Weißer Ring: Hilfe für Kriminalitätsopfer. Beratung per Telefon (116 006) und E-Mail (anonym).
  • nummergegenkummer.de bietet anonyme Beratung für Kinder und Jugendliche, die in Not sind (auch telefonisch unter 116 111) und für Eltern (beispielsweise unter der Rufnummer 0800 111 0 550)
  • gewalt-ist-nie-ok.de: Informationen für Kinder und Jugendliche zu häuslicher Gewalt.
  • In Österreich können sich Menschen beispielsweise an die frauenhelpline.at gegen Gewalt wenden oder dort unter 0800 222 555 anrufen. In der Schweiz bietet die Seite 143.ch anonyme Beratung und Unterstützung in Krisensituationen an (auch unter der Rufnummer 143 erreichbar). Ebenfalls zu empfehlen ist opferhilfe-schweiz.ch als Anlaufstelle etwa bei häuslicher Gewalt, Bedrohung, Vergewaltigung oder Stalking, anonym und kostenlos via Telefon, Mail und Chat.

Eine spezialisierte Psychotherapie kann dabei helfen, die Folgen von sexueller Gewalt und anderen Traumatisierungen zu bewältigen. Psychotherapeuten mit einer traumaorientierten Zusatzausbildung sind hier zu finden:

Literaturtipps für Betroffene:

Betroffene, die in der Familie im Rahmen eines Abhängigkeitsverhältnisses sexuell missbraucht wurden, können Sachleistungen wie Therapien beantragen. Dafür gibt es den Fonds sexueller Missbrauch. Für den Fonds stehen insgesamt 58,64 Millionen Euro zur Verfügung. Die Website fonds-missbrauch.de informiert, wer Leistungen beziehen kann.